Get ready: neues Labor für Technik-Prozessanalytik
Um alles unterzubringen und die richtige Infrastruktur zu schaffen, wurden durch umfassende Massiv- und Stahlbauarbeiten Böden, Türen, Unterkonstruktionen und Wände für das neue Labor der Prozesstechnik errichtet. Die ehemalige Außenwand im Osten und ein Teilbereich im Norden des Gebäudes wurden abgerissen und eine Verbindung zwischen dem Bestand und der Erweiterung hergestellt.


Nötige Infrastruktur geschaffen
Medienleitungen, u. a. für hochreine Analysengase und Druckluft wurden neu verlegt, ebenso wie Entstaubungsleitungen für hochabrasive Stoffe. Die bestehende Kompressor- und die Entstaubungsanlage wurden durch neue ersetzt – die Druckluftversorgung für das Bestandslabor erfolgt bereits über die beiden neuen Kompressoren. Auch Kühl- und Abwasserleitungen sind für den Laborbetrieb nötig und wurden entsprechend der künftigen Nutzung verlegt. Doch von den unzähligen Leitungen sieht man seit ein paar Tagen beinahe nichts mehr, denn befindet man sich im neuen Obergeschoß im Bereich des künftigen vollautomatischen Prozesslabors, sind sie unter dem neu errichteten Doppelboden verborgen, um ausreichend Platz für die eigentliche Arbeit und die Anlagen zu schaffen.
Perfekte Temperaturbedingungen
Auf dem Analysenpodest wurden bereits zwei baugleiche Anlagen aufgestellt, angeschlossen und laufen bereits im Testbetrieb. Da vor allem im Analysebereich eine sehr gleichmäßige Raumtemperatur vorherrschen muss, wurde eine große Lüftungs-/Klimaanlage am Dach des Gebäudes errichtet. Das komplette Kälte-Verbund-System (KVS) inkl. Wärmerückgewinnung (WRG) aus der Abluft der Entstaubungsanlage wird im Mai in Betrieb gehen.


Nächste Schritte
Im März 2025 wird die schrittweise Anlieferung und Montage der neuen Prozessanlage erfolgen. Zunächst werden die beiden Rohrpost-Robotertracks mit einer Gesamtlänge von jeweils ca. 9 m eingebracht und montiert, gefolgt von der Analysen-Roboterachse mit einer Gesamtlänge von ca. 16 m und einem Gewicht von fast 4 Tonnen. Neben Probentransportbänder werden auch noch Aufbereitungsanlagen angeliefert, aufgestellt, angeschlossen und in Betrieb genommen. Weiters startet im März die Einbindung aller Rohrpostleitungen über den Wartungsraum auf dem Dach in das neue Prozesslabor. Am 25. November 2026 wird das Bestandslabor ausgeschaltet und nach den nötigen finalen Umstellungen sowie Umschlüssen wird das neue vollautomatische Prozesslabor eingeschaltet. Die Erweiterung des Prozesslabors ist eine wichtige Komponente unseres Transformationsprozess hin zur grünen Stahlherstellung und damit ein wichtiger Baustein für greentec steel.
Zu greentec steel
Die voestalpine hat mit greentec steel einen ambitionierten und umsetzbaren Stufenplan, um ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten zu können. Im ersten Schritt plant der Konzern ab 2027 zwei Hochöfen durch zwei Elektrolichtbogenöfen (EAFs) zu ersetzen. Das Investitionsvolumen dafür beträgt rund 1,5 Milliarden Euro.
Mit dem teilweisen Umstieg von der Hochofen- auf die Elektrostahlroute können bereits bis 2029 die CO2-Emissionen um rund 30 % reduziert werden. Das entspricht einer Einsparung von knapp 4 Mio. t CO2 pro Jahr – das sind fast 5 % der CO2-Emissionen Österreichs. greentec steel ist damit das größte Klimaschutzprogramm in Österreich.
Mit den beiden Elektrolichtbogenöfen kann die voestalpine ab 2027 jährlich ca. 2,5 Mio. Tonnen CO2-reduzierten Stahl produzieren, davon 1,6 Mio. Tonnen in Linz und 850.000 Tonnen in Donawitz. Mehr über greentec steel erfahren Sie hier.