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Stahlstiftung feiert 20-jähriges Bestehen

28. November 2007 | 

Das Verstaatlichtendebakel und Stahlkrise vor gut 20 Jahren führten zu einem umfangreichen Personalabbau. 1987 war klar, dass die Reduktion der Mitarbeiter weitergehen würde und die bis dahin üblichen Formen nicht mehr ausreichen würden. Im Herbst 1987 wurde daher von Betriebsrat und Management gemeinsam die Stahlstiftung ins Leben gerufen. Die Stahlstiftung war Österreichs erste Arbeitsstiftung und wurde zu einem wichtigen Modell für die österreichische Arbeitsmarktpolitik. Die erfolgreichen 20 Jahre Stahlstiftung wurden nun mit einem Symposium und einem Festakt gemeinsam mit Bundesminister Erwin Buchinger, dem Vorstandsvorsitzenden der voestalpine AG, Wolfgang Eder, und dem Vorsitzenden des Konzernbetriebsrates der voestalpine, Josef Kronister, gewürdigt.

  • 1987 im Zuge des Verstaatlichtendebakels und der Stahlkrise gegründet. 
  • Erste Arbeitsstiftung Österreichs – ein wichtiges Modell für die Arbeitsmarktpolitik.
  • 4600 Personen bei der Neuqualifikation und der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz unterstützt – mit einer Erfolgsquote von 93 %.

Mitarbeiter, deren Arbeitsplatz verloren geht, sollen nicht einfach nur Geld im Rahmen eines Sozialplans erhalten, sondern berufliche Orientierung, Qualifizierung und Unterstützung bei der Jobsuche für den erfolgreichen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben. Das war die Grundidee der Stiftung, die 1987 auf Initivative von Betriebsräten und Managern als Alternative zum damals übliche Personalabbau über vorzeitige Pensionierungen gestartet wurde. Die Finanzierung kam durch einen Solidaritätsbeitrag aller Mitarbeiter der „alten“ voestalpine zustande, die im Unternehmen blieben. Eine Änderung des Arbeitslosenversicherungsesetzes machte es möglich, dass die Stiftungsteilnehmer sogenanntes „Schulungsarbeitslosengeld“ beziehen können.

93 Prozent Erfolgsquote bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen

Das Modell der Stahlstiftung wurde zum Erfolg. Bis heute sind fast 4.600 Männer und Frauen in die Stahlstiftung eingetreten und wurden bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen unterstützt – und das mit einer Erfolgsquote von 93%. Nur knapp 7% jener, die in der Stiftung auf Arbeitsplatzsuche waren, mussten ohne neuen Job ausscheiden. Die absolvierten Qualifikationen reichen von Lehrabschlussprüfungen, über Kurse und Lehrgänge bis zu Berufsbildenden Höheren Schulen oder Universitäten.

Die Stahlstiftung wurde im Laufe der neunziger Jahre zum Vorbild für die österreichischen Arbeitsstiftungen. Es entstanden Unternehmens-, Regional-, Branchen- und Insolvenzstiftungen. 1997 wurde das Stiftungsmodell von der Kommission der Europäischen Union als Best-Practice-Beispiel aktiver Arbeitsmarktpolitik ausgezeichnet.

Über 70 Mitgliedsfirmen nützen Angebot der Stahlstiftung

Inzwischen ist die Stahlstiftung längst nicht mehr bloß die Arbeitsstiftung der voestalpine Gruppe in Österreich. Die Mitarbeiter von über 70 Mitgliedsfirmen finanzieren über einen Solidarbeitrag die Arbeit der Stahlstiftung und können damit – wenn ihr Arbeitsplatz aus wirtschaftlichen oder strukturellen Gründen wegfällt – das Stiftungsangebot nutzen. Derzeit treten durch die sehr gute wirtschaftliche Situation der Mitgliedsunternehmen sehr wenige Teilnehmer in die Stiftung ein. Daher bietet die Stahlstiftung inzwischen auch Leistungen zur zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit der aktiven Mitarbeiter ihrer Mitgliedsunternehmen an. Wiederum stehen dabei Angebote wie berufliche Qualifizierung, Bildungsberatung, Qualifikationsangebote und Coaching in schwierigen Situationen im Mittelpunkt. Wie bereits in den vergangenen 20 Jahren wird das Leistungsangebot der Stahlstiftung, basierend auf den großen Erfahrungen und dem hohen Know-how weiterentwickelt und den immer wieder neuen Bedingung am Arbeitsmarkt angepasst.

Um die Erfolge der ersten 20 Jahre der Stahlstiftung gebührend zu feiern, findet heute in Linz ein Symposium zur Zukunft des Arbeitsmarktes statt. Auf dem Symposium diskutierten der Philosoph Frithjof Bergmann, der Arbeitspsychologe Heiner Geißler und Bernd Dobesberger, Geschäftsführer der Stahlstiftung, über neue Arbeitsformen.

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