Finanzwirtschaftliche Ziele und Prinzipien

  • Sicherstellung der Liquidität  

Das oberste finanzwirtschaftliche Ziel ist die Bestandssicherung des Konzerns durch die Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Zu diesem Zweck wird eine Liquiditätsreserve gehalten, die sich aus kurzfristig liquidierbaren finanziellen Assets (Cash, Wertpapiere, ...) und nicht gezogenen kommittierten Kreditlinien zusammen. Es wird angestrebt, die Liquiditätsreserve mindestens in dem Umfang zu halten, sodass der geplante Finanzmittelbedarf des Konzerns der kommenden 12 Monate gedeckt ist.

  • Sicherstellung einer Investment-Grade-Bonität                                              

Eine solide Kapitalstruktur ist die Basis für ein weiteres Wachstum des voestalpine-Konzerns. Obwohl voestalpine AG über kein externes Rating verfügt, ist die finanzielle Steuerung darauf ausgerichtet, stets im Investment-Grade-Bereich zu sein. Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt insbesondere mittels der Kennzahlen NetDebt/Equity („Gearing“) und NetDebt/EBITDA.

  • Finanzielle Unabhängigkeit

Die finanzielle Unabhängigkeit und der Handlungsspielraum des Konzerns soll bei allen finanzwirtschaftlichen Entscheidungen gewahrt bleiben. Dies impliziert eine breite Diversifizierung bei Kontrahenten, Finanzierungsinstrumenten und Laufzeiten sowie die Vermeidung von Einschränkungen („Financial Covenants“) in Finanzierungsverträgen.

  • Konservative Finanzrisikopolitik

Der voestalpine-Konzern erwartet keinen positiven Beitrag des Finanzergebnisses zum Gesamtergebnis, welcher durch das Eingehen finanzieller Risikopositionen erzielt werden könnte. Zentrale Zielsetzung ist in erster Linie die Absicherung finanzieller Risikopositionen zur Generierung gut planbarer und sicherer Cashflows.

  • Finanzielle Einheit und zentrale Finanzierung

Der voestalpine-Konzern versteht sich als finanzielle Einheit und stellt seine starke Bonität gegenüber externen Kapitalgebern sämtlichen Konzerneinheiten zur Verfügung. Dieses Konzernverständnis führt weiter zum Grundsatz der zentralen externen Finanzierung durch die voestalpine AG und konzerninterne Weiterreichung Liquidität an die einzelnen Konzerngesellschaften. Dezentrale Finanzierungen werden grundsätzlich nur dann eingegangen, wenn steuerliche oder devisenrechtliche Bestimmungen dies notwendig machen oder wirtschaftliche Vorteile generiert werden können.

  • Bankenpolitik

voestalpine bekennt sich zum Relationship-Bank-Prinzip, wodurch die Bankenpolitik darauf ausgerichtet ist, langfristige Geschäftsbeziehungen mit Bankpartnern zu etablieren. Bei der Vergabe von Geschäftsvolumen wird darauf geachtet, dass dies in einem ausgewogenen Verhältnis zum Finanzierungs-Commitment der jeweiligen Relationship-Banken steht. Nichtsdestotrotz wird bei sämtlichen Geschäftsvergaben eine Wettbewerbssituation unter den Anbietern geschaffen, um die Erzielung eines kompetitiven Preises sicherzustellen.

  • Rating

Die voestalpine AG ist aktuell nicht geratet und strebt derzeit auch kein externes Rating an. Die finanzielle Steuerung des Konzerns ist jedoch darauf ausgerichtet, stets eine Bonität im Investment-Grade-Bereich sicherzustellen.