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voestalpine investiert mehr als eine halbe Milliarde Euro in Direktreduktionsanlage in den USA

23. April 2014 | 

Nach rund einem Jahr Vorbereitungszeit hat Wolfgang Eder, CEO der voestalpine, heute in Texas (USA) den Spatenstich für die Errichtung einer Direktreduktionsanlage vorgenommen. Mit 550 Millionen Euro ist dies die größte Auslandsinvestition in der Geschichte des österreichischen Konzerns. Das Werk der voestalpine Texas LLC wird auf dem La Quinta Trade Gateway in unmittelbarer Nähe zur Stadt Corpus Christi errichtet. Ab 2016 wird die Anlage jährlich zwei Millionen Tonnen HBI (Hot Briquetted Iron) bzw. DRI (Direct Reduced Iron) produzieren und damit auch österreichische Standorte wie Linz und Donawitz mit „Eisenschwamm“ als hochqualitativem Vormaterial versorgen. Mit der neuen Aufbereitungsstätte kann die voestalpine die Produktionskosten in Europa deutlich senken. Die hochautomatisierte Anlage wird 150 Menschen Arbeit bieten.

Die voestalpine, ein stahlbasierter Technologie- und Industriegüterkonzern mit Hauptsitz in Linz, Österreich, verfolgt eine konsequente internationale Wachstumsstrategie und sucht dabei auch ständig nach neuen Möglichkeiten, nachhaltige Kosten- und Technologieoptimierungsmodelle zu etablieren.

Für dieses Projekt haben wir insgesamt 17 Standorte in acht Ländern untersucht. Texas war letztlich in allen wesentlichen Kriterien wie Logistik, Energieversorgung, gut ausgebildeten Arbeitskräften und politischem Umfeld am überzeugendsten.

Wolfgang Eder Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG und Chef der voestalpine Steel Division

Das Grundstück liegt hervorragend unmittelbar an der Bucht von Corpus Christi, umfasst eine Fläche von knapp zwei Quadratkilometern und verfügt über einen direkten Meerzugang auch für Großschiffe. „Mit unserem Engagement in Corpus Christi steigern wir die Effizienz unseres Unternehmens im Bereich des Rohstoffeinsatzes erheblich und zeigen gleichzeitig, dass dies mit größter Verantwortung der Umwelt gegenüber möglich ist“, so Eder. Den österreichischen Werken in Linz und Donawitz wird so der Zugang zu hochwertigem und umweltfreundlichem Vormaterial auf HBI bzw. DRI-Basis ermöglicht und die Konkurrenzfähigkeit der europäischen Standorte damit langfristig abgesichert.

Direktreduktion sichert Standorte in Österreich und schafft Wachstumsoptionen

Die Direktreduktionsanlage wird aus Eisenerzpellets hochqualitatives DRI/HBI („Eisenschwamm“), das mit höchstwertigem Schrott oder Roheisen vergleichbar ist und damit ein hervorragendes Vormaterial zur Rohstahlerzeugung darstellt, produzieren. Im Gegensatz zur koks- und kohlebasierten reinen Hochofenroute wird bei der Direktreduktion ausschließlich umweltfreundlicheres Erdgas als Reduktionsmittel verwendet. Dessen Preisniveau liegt in den USA bei etwa der Hälfte von jenem in Europa. Das Werk mit 150 Mitarbeitern soll jährlich zwei Millionen Tonnen DRI/HBI erzeugen, wovon rund die Hälfte per Schiff an die Stahlwerke in Linz und Donawitz geliefert wird. Die andere Hälfte dient als strategische Reserve und wird an längerfristig interessierte Partner verkauft.

Wir können uns in den USA in einem politisch stabilen, kalkulierbaren Umfeld vorteilhaft mit Energie versorgen. Im Übrigen schaffen wir mit dieser Investition für den voestalpine-Konzern auf längere Sicht auch eine zusätzliche Wachstumsoption in Nordamerika.

Wolfgang Eder Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG und Chef der voestalpine Steel Division

Der Bau der Anlage ist ein wahres Großprojekt. Im Investitionsvolumen von 550 Millionen Euro sind unter anderem 20.000 Tonnen Baustahl und 13.000 Tonnen mechanisches Equipment beinhaltet. Für den Bau werden etwa 1.000 Menschen über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren Beschäftigung finden.

Direktreduktion als bedeutender Schritt in Richtung 'Low-Carbon Economy'

Der Einsatz von Erdgas anstatt Koks und Kohle im Reduktionsprozess trägt wesentlich zur Verbesserung der CO2-Bilanz bei und ist ein wichtiger Schritt zur Erreichung der sehr anspruchsvollen internen Energie- und Klimaziele.

Wir investieren auch in den USA in überdurchschnittlich hohe Umwelt- und Sicherheitsstandards und wenden durchwegs Verfahren am allerletzten Stand der Technik zur Vermeidung von Schadstoff-, Lärm- und Staubemissionen an. Das beinhaltet auch den sorgsamen Umgang mit Wasser, das in Texas ein knappes Gut ist.

Wolfgang Eder Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG und Chef der voestalpine Steel Division

In den USA bestehen ähnlich strenge Umweltauflagen wie in Europa, einzig bei CO2 „geht Texas einen anderen Weg". Ein ausgeklügeltes Logistikkonzept mit Retourfrachten, bei dem große Eco-Ships für den Transport eingesetzt werden, reduziert die Kosten auf ein Minimum und entlastet die Umwelt weiter. Durch die Lagerung des Vormaterials in vollständig geschlossenen Räumen unterbleibt auch eine Staubbelastung. Eine innovative Meerwasserkühlung schont wertvolle Frischwasserressourcen und sorgt für eine besonders umweltfreundliche Kühlung der Anlage.

Die professionelle und offene Zusammenarbeit mit allen Beteiligten vor Ort ist beispielhaft. Dies spiegelt die Bestrebungen der USA zur raschen und nachhaltigen Reindustrialisierung eindrucksvoll wider. Die Tatsache, dass wir als zukunftsorientiertes Industrieunternehmen mit offenen Armen empfangen werden, war mitentscheidend für die Standortwahl.

Wolfgang Eder Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG und Chef der voestalpine Steel Division

voestalpine in Nordamerika: 2.500 Mitarbeiter und 1 Milliarde Euro (USD 1,3 Mrd.) Umsatz

Im Geschäftsjahr 2012/13 erwirtschaftete der voestalpine-Konzern bereits 8 Prozent seines Gesamtumsatzes von 11,5 Mrd. EUR (15,8 Mrd. USD) an seinen 68 Standorten mit rund 2.500 Mitarbeitern in Nordamerika – dies entspricht rund 1 Milliarde EUR (1,3 Mrd. USD). Alleine in den USA wurde mit 2.000 Mitarbeitern ein Umsatz von 840 Mio. EUR (1,1 Mrd. USD) erwirtschaftet. Die größte Einzelgesellschaft ist voestalpine Nortrak, die mit rund 1.000 Mitarbeitern sowie sieben Produktions- und Vertriebsstandorten im Bereich der Eisenbahn-Weichentechnik Markt- und Technologieführer in Nordamerika ist. Stark vertreten ist der Konzern zudem in den Bereichen Automotive, Edelstahl, Energie und Luftfahrt. Aktuell eröffnete die Metal Forming Division ein Werk für höchstfeste Karosserieteile in Cartersville/Georgia mit einem Investitionsaufwand von 50 Mio. EUR (69 Mio. USD). Als Teil einer umfassenden längerfristigen Globalisierungsstrategie wird der voestalpine-Konzern seine bereits starke lokale Präsenz im Wachstumsmarkt USA in den nächsten Jahren forciert weiter ausbauen. Im Übrigen stehen rund 10 % der voestalpine-Aktien im Eigentum nordamerikanischer Investoren.

Der voestalpine-Konzern

Die weltweit tätige voestalpine-Gruppe ist ein stahlbasierter Technologie- und Industriegüter-konzern. Die Unternehmensgruppe ist mit rund 500 Konzerngesellschaften und -standorten in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten, sie notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Der Konzern ist mit seinen qualitativ höchstwertigen Produkten einer der führenden Partner der europäischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie. Die voestalpine ist darüber hinaus Weltmarktführer in der Weichentechnologie und im Spezialschienenbereich sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2012/13 bei einem Umsatz von 11,5 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,45 Mrd. Euro und beschäftigt weltweit rund 46.400 Mitarbeiter.