Rein-Titan-Werkstoffe und Titanlegierungen zeichnen sich durch Biokompatibilität, hohe Beständigkeit gegenüber Chemikalien und durch hohe spezifische Festigkeit aus. Der Anwendungsbereich dieser Werkstoffe ist sehr breit, insbesondere in der Luft- und Raumfahrt sowie im Motorsport , in der Uhren- Sportartikel- und Schmuckindustrie, in der Lebensmittelindustrie, in der chemischen Verfahrenstechnik und in der Medizintechnik.
Rein-Titan-Werkstoffe und Titanlegierungen zeichnen sich durch Biokompatibilität, durch hohe Beständigkeit gegenüber Chemikalien und hohe spezifische Festigkeit (Verhältnis Festigkeit/Dichte) aus.
Unlegiertes Titan wird hauptsächlich in Anwendungen eingesetzt, in denen hohe Korrosionsbeständigkeit erforderlich ist, z.B. die Medizintechnik, die Uhrenindustrie und die chemische Verfahrenstechnik. Die Eigenschaften von unlegiertem Titan werden stark von den interstitiell gelösten Spurenelementen bestimmt. Wasserstoff wirkt stark versprödend und muss rigoros begrenzt werden. Sauerstoff, Stickstoff und Eisen werden zur Erzielung bestimmter Festigkeitswerte in den Normwerkstoffen gezielt eingesetzt.
In Titan-Legierungen werden vor allem Aluminium, Vanadium und Zinn, Molybdän, Zirkon, Niob und Chrom hauptsächlich als festigkeitssteigernde Legierungselemente verwendet. Die am meisten verbreitete Legierung ist Ti6Al4V. Titanlegierungen werden hauptsächlich in der Luft- und Raumfahrtindustrie verwendet, aber auch zur Herstellung von Golfschlägern, chirurgischen Implantaten und medizinischen Geräten, Schiffchen für Webmaschinen und aufgrund ihrer Beständigkeit gegenüber Salzwasser in Teilen von Booten und Jachten verwendet. Im Maschinen- und Ausrüstungsbau finden Titan-Legierungen Verwendung bei der Herstellung von Komponenten, die hohen dynamischen Lasten bis zu Temperaturen um 400°C und höher ausgesetzt sind.
Die verschiedenen Kombinationen von Legierungselementen führen zur Ausbildung unterschiedlicher Gefügestrukturen und bei entsprechender Wärmebehandlung zu unterschiedlichen Effekten auf Festigkeit, Zähigkeit, Warmfestigkeit, Kriechbeständigkeit und Verarbeitungseigenschaften. Für Tieftemperaturanwendungen kommen Legierungen mit niedrigem Gehalt an interstitiell gelösten Fremdatomen (H, O,N und C), sogenannte ELI (extra low interstitial)- Sorten zum Einsatz.