Ferritische Stähle mit höheren Chrom und Molybdän-Anteilen werden meist für dünnwandige Produkte in korrosiven Medien in allen Industriebereichen verwendet. Martensitische und halbmartensitische Stähle mit Chrom-Gehalten von ca. 12 bis 18% und Molybdän und Nickel erreichen durch Wärmebehandlung hohe Festigkeiten und gute Verschleißbeständigkeit. Hauptanwendungsgebiete sind Schneidwaren und der Maschinenbau.
Die wichtigsten Legierungselemente derartiger Stähle sind Cr und Mo. Durch spezielle Balance der Legierungselemente kann ein ferritisches, kubisch-raumzentrierte Mischkristallgefüge erzielt werden. Cr, Mo u.a. wirken dabei als stark ferritstabilisierende Elemente. Die den Austenit stabilisierenden Elemente wie Ni, Mn, C, N werden dabei sehr niedrig gehalten. Der Cr-Gehalt von ferritischen nichtrostenden Stählen liegt üblicherweise bei 12 bis 28%. Speziell bei Hochleistungsstählen, sog. Superferriten, strebt man extrem niedrige C und N-Gehalte an, was sich positiv auf die Zähigkeitsmerkmale auswirkt. Ni wird als zähigkeitsförderndes Legierungselement in geringen Mengen zulegiert. Ferritische Stähle sind stark ferromagnetisch.
Die Korrosionsbeständigkeit wird im Wesentlichen durch den Gehalt an Cr und Mo bestimmt. Die Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion bestimmt der freie Cr-Gehalt, dh. der nicht in Form von Cr-Karbiden abgebundene Cr-Anteil im Mischkristall.
Im Allgemeinen haben ferritische nichtrostende Stähle eine etwas höhere Festigkeit und sind deutlich beständiger gegen Spannungsrisskorrosion als die austenitischen Cr-Ni-(Mo)- Stähle. Die Umformbarkeit dagegen ist vergleichsweise schlechter und ebenfalls die Zähigkeit, die zudem auch stark vom Querschnitt abhängt. Ferritische nichtrostende Stähle zeigen auch einen ausgeprägten Übergang von duktilem zu spröden Bruchverhalten mit sinkender Temperatur.
Aufgrund dieser Einschränkungen ist die Anwendung stark beschränkt auf dünnwandige Produkte (Bleche, Bänder Rohre) in allen Industriebereichen und in korrosiven Medien, z.B. für Haushaltswaren, chemische Prozesstechnik, Magnetanwendungen u.v.m.
Martensitische und halbmartensitische nichtrostende Stähle sind ferromagnetisch und weisen ein Gefüge hauptsächlich aus martensitischer Phase (Kohlenstoff-Martensit) auf, evtl. mit geringen Anteilen von Sekundärphasen, hauptsächlich Ferrit und Karbide. Derartige Stähle werden durch eine Wärmebehandlung, u. z. Härten und Anlassen auf höhere Festigkeiten vergütet. Der Cr-Gehalt liegt bei ca. 12 bis 18%, mit Anteilen von Mo und Ni. Je nach C und N-Gehalt und Anteil an Ferrit erreicht man mit diesen Stählen hohe Festigkeiten und gute Verschleißbeständigkeit.
Martensitische und halbmartensitische nichtrostende Stähle weisen geringere Zähigkeit und eine relativ hohe Übergangstemperatur auf, sind schwierig zu Schweißen und erfordern i. d. R. eine anschließende Wärmebehandlung, wodurch die Anwendung meist auf nicht geschweißte Teile beschränkt ist. Um ein martensitisches oder halbmartensitisches Gefüge zu erzielen, liegen die Cr-Gehalte eher im niedrigen Bereich und ein Teil des Chroms ist in Karbidausscheidungen gebunden. Deshalb ist die Korrosionsbeständigkeit vergleichsweise niedriger und liegt zumeist unter jener der austenitischen Standardstähle. Darum und auch wegen der begrenzten Zähigkeit werden die martensitische nichtrostende Stähle dort angewendet, wo vorrangig Festigkeit und Härte erforderlich sind, z.B. für Schneidwaren, allg. Maschinenbau, Wellen und Befestigungsmittel.
BÖHLER N114 ist ein modifizierter 13%iger Chromstahl mit besonderen weichmagnetischen Eigenschaften und zwar sehr niedriger Koerzitivkraft und hohem elektrischen Widerstand. Aufgrund des hohen Schwefelzusatzes ist der Werkstoff sehr gut spanabhebend bearbeitbar zum Beispiel auf Bearbeitungsautomaten. BÖHLER N114 weist sehr gute Warm- und Kaltfließpresseigenschaften auf. Verwendung für nichtrostende Teile für den Maschinenbau und die Elektrotechnik zum Beispiel Magnetventile, Kolben, Rückschlussteile, Polkerne, Abschirmungen und Magnetanker. Lieferzustand geglüht ab Werk. Eine abschließende Glühbehandlung für magnetische Eigenschaften ist nach einer Kaltumformung, wie z.B. Fließpressen, Stauchen oder umfangreichen Zerspanungsvorgängen durchzuführen.
WeiterlesenBÖHLER N324 ist ein vergütbarer, korrosionsbeständiger Stahl mit 13% Cr, 1,3% Mo und 1,2% Ni. Der Schwefelgehalt von ca. 0,2 % verbessert die Zerspanbarkeit. Dieser Stahl weist eine bessere Korrosionsbeständigkeit, Härte und Zähigkeit auf als Standardstähle mit 13 % Cr. Um nach dem Härten und Anlassen eine angemessene Korrosionsbeständigkeit zu erreichen ist hohe Oberflächengüte erforderlich. Eine Polier- und Passivierungsbehandlung wird empfohlen. Anlassen über 427 °C [800 °F] führt zu verminderter Korrosionsbeständigkeit. Produkte aus diesem Stahl werden für Teile im allgemeinen Maschinenbau und für unkritische, schneidende und nichtschneidende, medizinische Anwendungen mit einer Härte von bis zu 48/53 HRC verwendet, die Beständigkeit gegen Verschleiß und Korrosion erfordern. Typische Teile sind z. B. Messer, Scheren, Bohrer, Schrauben und auch Klingen. Güten mit verbesserter Zerspanbarkeit sollen nicht für kritische Teile von chirurgischen Instrumenten verwendet werden und nur dann für Instrumentenanwendungen in Betracht gezogen werden, wenn während der Herstellung geeignete Maßnahmen ergriffen werden können, um die inhärenten Einschränkungen dieser Legierungsklasse zu minimieren.
WeiterlesenBÖHLER N352 ist ein nichtrostender, martensitischer Chromstahl mit Ni-Zusatz. Vergütbar und hochglanzpolierbar. Im Vergleich zu 13 %igem Chromstahl höhere Korrosionsbeständigkeit. Beständigkeit sowohl gegen Meerwasser, schwache Säuren und alkalische Lösungen, als auch gegen stark oxidierende Medien wie z.B. Salpetersäure. Erforderliche Oberflächenbeschaffenheit: feingeschliffen und poliert. Für stark mechanisch und korrosiv stark beanspruchte Bauteile, zB Schrauben und Wellen, bei Betriebstemperaturen bis etwa 400° C.
WeiterlesenBÖHLER N352S1 ist ein nichtrostender, martensitischer Chromstahl mit Ni-Zusatz. Vergütbar und hochglanzpolierbar. Im Vergleich zu 13 %igem Chromstahl höhere Korrosionsbeständigkeit. Beständigkeit sowohl gegen Meerwasser, schwache Säuren und alkalische Lösungen, als auch gegen stark oxidierende Medien wie z.B. Salpetersäure. Erforderliche Oberflächenbeschaffenheit: feingeschliffen und poliert. Für stark mechanisch und korrosiv stark beanspruchte Bauteile, zB Schrauben und Wellen, bei Betriebstemperaturen bis etwa 400° C.
WeiterlesenBÖHLER N360 ist ein korrosionsbeständiger, über das Druck-ESU-Verfahren druckaufgestickter martensitischer Stahl, mit im Vergleich zu konventionell hergestellten Cr- oder CrMo-Stählen verbesserten Korrosions- und Zähigkeitseigenschaften bei hoher Härte bzw. Druckfestigkeit. Korrosionsbeständige Wälzlager, Gewindetriebe sowie verschleißfeste Bauteile z.B. für die Luftfahrtindustrie und Automotive Komponenten
WeiterlesenBÖHLER N400 ist ein nichtrostender weichmartensitischer Cr-Stahl mit 4% Nickel mit Molybdänzusatz und mittlerer Korrosionsbeständigkeit in Medien mit nur geringem Chloridgehalt. Um bei BÖHLEr N400 eine bestmögliche Korrosionsbeständigkeit zu erzielen, sind die betreffenden Oberflächen unbedingt zu polieren. Gute mechanischen Eigenschaften im vergüteten Zustand. Dadurch ist dieser Werkstoff sehr geeignet für den Einsatz im Turbinen- und Kraftwerksbau. Sehr gute Tieftemperatureigenschaften. Empfohlene Verwendungstemperatur: – 60 bis 350°C. Verwendung für Armaturen, Pumpen, Verdichter, Zentrifugen,Wasserkraftmaschinen, Turbinen, Reaktortechnik,Schiffbau, Chemie. Bei Sauergasbeanspruchung in der Erdöltechnik ist eine Sonderwärmebehandlung auf max. 23 HRC erforderlich.
WeiterlesenBÖHLER N404 ist ein nichtrostender, weichmartensitischer Cr-Stahl mit 5% Nickel und Molybdänzusatz mit höherer Korrosionsbeständigkeit als jene der nichtrostenden Stähle vom Typ 1.4313. Durch den Molybdänzusatz ist auch ein begrenzter Einsatz im maritimen Bereich zulässig. BÖHLER N404 ist besonders unempfindlich gegen interkristalline Korrosion sowie sehr widerstandsfähig gegen Ermüdungs- und Spannungsrisskorrosion und bietet gute mechanischen Eigenschaften im vergüteten Zustand. Dadurch ist dieser Werkstoff sehr geeignet für den Einsatz im Öl und Gas Bereich, z.B. für Armaturen, Pumpen, Verdichter, Zentrifugen, Wasserkraftmaschinen, Reaktortechnik, Schiffbau, Chemie, Erdöltechnik, Luftfahrt und Kältetechnik. Sehr gute Tieftemperatureigenschaften. Empfohlene Verwendungstemperatur von – 60 bis 350°C. Bei Sauergasbeanspruchung in der Erdöltechnik ist eine Sonderwärmebehandlung auf max. 23 HRC erforderlich. Um eine bestmögliche Korrosionsbeständigkeit zu erzielen, sind die betreffenden Oberflächen unbedingt zu polieren.
WeiterlesenBÖHLER N425 (UNS S41427) – Super 13Cr – ist ein martensitischer, rostfreier Stahl mit einem Nickelgehalt von ca. 5% und 2% Molybdän, mit ausgezeichneter Korrosionsbeständigkeit in CO2-Umgebung und bei niedrigen Konzentrationen von Chloriden und H2S und ist beständiger als vergleichbare 13%Cr-Stähle. Der Stahl ist besonders unempfindlich gegen interkristalline Korrosion und Spannungsrisskorrosion, ist gut schweißbar und bietet gute mechanische Eigenschaften im vergüteten Zustand auch bei tiefen Tieftemperaturen. Empfohlene Einsatztemperatur von – 60 bis 350°C. Das Material wird speziell auf Zähigkeit und Verhalten unter Sauergasbelastung geprüft. Um bestmögliche Korrosionsbeständigkeit zu erreichen, ist es unerlässlich, die betreffenden Oberflächen zu polieren. BÖHLER N425 ist mit einer Mindeststreckgrenze von 95 ksi und maximaler Härte von 29 HRC, verrfügbar und somit geeignet für begrenzte NACE-Sauerstoffanwendungen und auch als 110 ksi-Version für Standard- und CO2-Anwendungen erhältlich. Dieses Material wird in Bohrlochkomplettierungswerkzeugen für Komponenten wie Packer, Sicherheitsventile und andere Anwendungen verwendet.
WeiterlesenBÖHLER N664 ist ein korrosionsbeständiger Stahl mit 17% Cr- und Mo-Zusatz in Form von Stäben, Draht, Schmiedestücken und Schmiedevormaterial. Diese Produkte werden typischerweise für Teile im allgemeinen Maschinenbau und für schneidende und nichtschneidende medizinische Anwendungen verwendet, z. B. Meißel, Messer, Osteotome, Skalpelle, Bohrer, Retraktoren, Spreizer, Zangen, die eine Härte von bis zu 56/57 HRC und Beständigkeit gegen Verschleiß, Korrosion und Oxidation erfordern, je nach Konstruktion und Anwendung des Instruments, aber die Verwendung ist nicht auf solche Anwendungen beschränkt.
WeiterlesenBÖHLER N685 ist ein härtbarer und korrosionsbeständiger Stahl mit Molybdän- und Vanadiumzusätzen in Form von Stäben, Draht, Schmiedestücken und Schmiedevormaterial. Diese Produkte werden typischerweise für Teile im Maschinenbau und in der Medizintechnik verwendet, die eine Härte von bis zu 58 HRC und Verschleißbeständigkeit, Korrosion und Oxidationbeständigkeit erfordern, aber die Verwendung ist nicht auf solche Anwendungen beschränkt.
WeiterlesenBÖHLER N695 ist ein Cr-legierter nichtrostender Stahl mit hoher Härte, Verschleißfestigkeit und gutem Korrosionswiderstand im gehärteten und angelassenen Zustand. Dieser Stahl wird typischerweise für Teile verwendet, die eine Härte von bis zu 58 HRC und Beständigkeit gegen Verschleiß, Korrosion und Oxidation erfordern, z. B. Kugeln, Rollen, Nadeln und Ringe für korrosionsbeständige Lager, aber die Verwendung ist nicht auf solche Anwendungen beschränkt.
WeiterlesenBÖHLER N695SA ist ein hochwertiger vakuumumgeschmolzener Chrom-Edelstahl in Luftfahrtqualität mit hoher Härte, Verschleißfestigkeit und guter Korrosionsbeständigkeit im vergüteten Zustand. Im Vergleich zur lufterschmolzenen Qualität zeigt dieser Stahl bessere Ermüdungseigenschaften im Wälzkontakt und wird typischerweise für Teile verwendet, die eine Härte bis 58 HRC und Beständigkeit gegen Verschleiß, Korrosion und Oxidation erfordern, z. B. Kugeln, Rollen, Nadeln und Ringe für korrosionsbeständige Lager, aber die Verwendung ist nicht auf solche Anwendungen beschränkt.
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