Durchvergütbarkeit und Kantenstabilität erhält man durch Legierung mit Chrom, Mangan und Molybdän. Stähle mit Nickel, Kupfer und Aluminium sind aushärtbar und zeigen vorteilhafte Maßstabilität und Schweißbarkeit. Diese Stähle werden meist fertig wärmebehandelt auf ca. 30 bis 44 HRC ausgeliefert. Durch den Entfall weiterer Wärmebehandlungen wird die Wirtschaftlichkeit und Logistik im Werkzeugbau verbessert.
Stähle dieser Gruppe sind speziell für die Anwendung als Werkzeugstähle in der Kunststoffverarbeitung vorgesehen.
Vergütungsstahl ist niedrig legierter Edelstahl, der durch Vergüten, dh. Härten und Anlassen hohe Zug- und Dauerfestigkeit bei gleichzeitig guter Zähigkeit erreicht. Meist werden diese Stähle vom Stahllieferanten bereits vorvergütet ausgeliefert und anschließend in diesem Zustand in die Werkzeugfertigung genommen. Durch den Entfall weiterer WBH-Schritte im Zuge der Werkzeugfertigung kann die Wirtschaftlichkeit und die Logistik im Werkzeugbau deutlich verbessert werden. Mit der Lieferhärte von ca. 30 bis etwa 40 HRC besteht ein guter Kompromiss zwischen Bearbeitbarkeit, Verschleißwiderstand und Druckfestigkeit (Kantenstabilität), der für viele Anwendungen in der Kunststoffverarbeitung ausreicht. In Sonderfällen kommen auch höhere Vergütefestigkeiten zum Einsatz.
Der Kohlenstoffgehalt liegt etwa zwischen 0,3 und 0,4 %. Die unterschiedlichen Legierungsgehalte von Chrom, Mangan, Molybdän und Nickel werden sehr exakt auf den jeweiligen Verwendungszweck abgestimmt und haben besonderen Einfluss bei größeren Querschnitten. Die Schweißbarkeit dieser Stähle ist nur bedingt gegeben. Abgestimmte Schwefelgehalte werden fallweise verwendet, um die Bearbeitbarkeit zu verbessern.
Bei der Herstellung dieser Stähle wird bezüglich Reinheit, Homogenität und Analysenbalance besonders auf die Bedürfnisse der Kunststoffverarbeitung in Bezug auf Polierbarkeit und Korrosionsbeständigkeit Rücksicht genommen.
Aushärtbare Stähle in dieser Gruppe sind spezielle Stähle mit Legierungszusätzen von Cu und Al, mit ausgezeichneten Eigenschaften, insbesondere hohe Zähigkeit und gute Maßstabilität und gute Schweißbarkeit. Diese Stahlgruppe erzielt ein martensitische Gefüge über höhere Ni-Gehalte bei gleichzeitig niedrigem C-Gehalt. Durch Legierungselemente wie Cu und Al werden aushärtbare Legierungssysteme erzielt, wodurch eine Festigkeitssteigerung bis max. 44 HRC durch die Ausscheidung von intermetallischen Verbindungen aus dem Martensit im Zuge der Wärmebehandlung bewirkt wird. Die Wärmebehandlung dieser Stähle ist einfach und verzugsarm und besteht aus einer Lösungsglühbehandlung mit abschließender Aushärtebehandlung bei Temperaturen im Bereich von ca. 500°C. Derartige Stähle werden vorausgehärtet oder lösungsgeglüht geliefert