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Martin Hadler ist Projektleiter der Wärmerückgewinnung und Entstaubungsanlage. Er hat Metallurgie an der Montanuniversität Leoben studiert und war beruflich in Asien und Osteuropa tätig. Seit zwei Jahren ist er zurück in Leoben bei der voestalpine Stahl Donawitz GmbH.
Hr. Hadler , was genau ist Ihr Zuständigkeitsbereich?
Martin Hadler: Der Zuständigkeitsbereich umfasst die Teilprojekte der EAF Anlage: Entstaubung und Wärmerückgewinnung. Seit Projektbeginn 2023 arbeiten wir mit Danieli als Anlagenbauer der Anlagen zusammen, die neben dem Hauptaggregat EAF unter anderem auch als Lieferant der Entstaubung und der Wärmerückgewinnung auftreten.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Firma Danieli im Alltag?
Hadler: Ich arbeite seit Beginn des Projektes eng mit den Kollegen von Danieli zusammen und koordiniere in enger Abstimmung die Abwicklung dieser Teilprojekte von der Planung über Fertigung bis hin Anlieferung und Montage.
Ein Teil des Danieli Teams ist bereits seit einigen Monaten in Donawitz, um die Montage der Bauteile zu übernehmen. Die Projektsprache ist fast ausschließlich Englisch, um auch bei Fachausdrücken nicht hin- und herwechseln zu müssen.
Die Bauteile der Entstaubungsanlage gelangen direkt von den Fertigungsstätten per LKW nach Donawitz, wo Teile der Aggregate bereits vormontiert werden. Die komplette Wärmerückgewinnung gelangt von Asien zuerst per Seeweg nach Norditalien, von wo aus es per LKW weiter nach Donawitz geht. Die Bauteile wurden von uns bereits vorab in den jeweiligen Fertigungsstätten inspiziert, bevor sie versandt wurden. Insgesamt erwarten wir nur für diese beiden Teilprojekte mehrere hundert LKWs, teilweise Sondertransporte mit bis zu 90 Tonnen.
Herr Hadler, was bedeutet Vormontage?
Hadler: Viele der Bauteile können nicht in einem Stück nach Donawitz transportiert werden, da diese entweder zu sperrig und/oder zu schwer sind. Aus diesem Grund muss ein Großteil der Komponenten in Donawitz aus den gelieferten Einzelteilen „vormontiert“ werden. Teilbereiche der Hallen sind daher noch ohne Dach ausgeführt, um die „Schwerteile“ in Position bringen zu können.
Welche Teile werden im Moment geliefert?
Hadler: Der Hauptabsaugkanal der EAF´s, der in Einzelteilen aus der Türkei geliefert wird. Die Einzelteile werden am Vormontageplatz vorgefertigt und in 25t-Teilen auf das Baufeld gehoben. Diese werden dann über der Ofenhalle montiert, verlaufen entlang des Daches und enden im Filtergebäude.
Derzeit sind noch viele Bauteile unterwegs zu uns, viele weitere entstehen erst. Es bleibt spannend, und wir freuen uns auf die nächsten Meilensteine.
Hr. Bobolik , was ist das Besondere am „Kran 83“?
Bobolik: Es handelt sich um den kräftigsten Kran, der jemals in Donawitz stand. Er umfasst eine Spannweite von 30 Metern, ist 14 Meter breit und sechs Meter hoch. Er hat eine Hublast von insgesamt 250 Tonnen, das entspricht ungefähr dem Gewicht von 125 Kleinwägen.
Der „Kran 83“ ist ein Chargierkran; er kommt in der Ofenhalle zum Einsatz und wird den Schrottkorb, die Roheisenpfanne und das EAF-Untergefäß heben.
Sie haben den Kran und seine Einzelteile in Thailand begutachtet und kontrolliert, wie kommt er nun zu uns nach Donawitz?
Bobolik: Genau, im Danieli Werk nahe Bangkok fand der Aufbau statt. Nach der Abnahme wurden die Teile versendet. Hierbei handelt es sich um übergroße Schwerteile, sehr passend finde ich den Begriff „oversized Equipment“. Zuerst ging es per Seeweg von Thailand nach Europa. Vom Hafen in Antwerpen, Belgien, geht es über den Rhein-Main-Donaukanal nach Linz, von dort per LKW in der Nacht nach Donawitz. Nun kommen die Teile nach und nach bei uns an. Herausfordernd ist, dass hier teilweise Straßen gesperrt werden müssen und in jedem Schritt bedacht werden muss, dass viel Platz benötigt wird.
Herr Fasching, was macht diese Arbeit besonders spannend?
Fasching: Diese vielen Einzelteile kommen über viele Wochen verteilt bei uns an und werden dann jeweils in den Tagen darauf zusammengebaut und in Position gebracht. Das erfordert viel Know-How: was kommt an, wie kommt es an und sind die Ressourcen für den Zusammenbau vorhanden.
Was ist für Sie besonders wichtig?
Fasching: Teamarbeit spielt eine große Rolle. Es ist ein Vorteil für uns, dass die Zusammenarbeit intern und mit den Kolleg:innen von Danieli gut funktioniert. Ebenfalls ist es sehr wichtig, gut zu Planen. Im Falle des Kranes gibt es eine Vormontage, dann werden Teile eingehoben, erst danach erfolgt die Endmontage. Durch das hohe Gewicht und die besonders großen Teile muss man hier in anderen Dimensionen planen.