Navigation überspringen

Energiemanagement

Wir handeln im Sinne der Energieeffizienz

Übergeordnete Zielsetzung ist es, die Energieeffizienz und die energetischen Wirkungsgrade unserer Anlagen und Prozesse ständig zu verbessern, um den spezifischen Energieverbrauch zu verringern und Ressourcen nachhaltig zu schonen. Dies erfolgt durch

  • optimale Nutzung und Rückgewinnung von Energie aus Kuppelgasen der Produktionsbetriebe, damit der Bedarf und Zukauf an Fremdenergien optimal gestaltet werden kann.
  • Beschaffung energieeffizienter Anlagen, Produkte und Dienstleistungen, soweit es unseren wirtschaftlichen Möglichkeiten entspricht.

Der Stahlerzeugungsprozess auf der konventionellen Hochofen- / LD-Stahlwerksroute ist sehr energieintensiv. Als Energieträger werden Koks, Kohle sowie Erdgas bzw. bei Bedarf zugekaufter Strom eingesetzt. Der Kohlenstoff des Kokses und der Kohle wird dabei einerseits für die metallurgische Arbeit (Reduzierung der Eisenoxide zu Eisen), andererseits zur Erzeugung der notwendigen Reaktionstemperatur benötigt. Erdgas wird u. a. für die Dampferzeugung, zur Erwärmung und Warmhaltung von Aggregaten sowie für Zünd- und Schneidprozesse verwendet.

Energiemanagement mit ISO 50001

Die ISO 50001 Energiemanagementsysteme ist eine weltweit gültige Norm, die Unternehmen und Organisationen beim Aufbau eines systematischen Energiemanagements unterstützt.

Das Dokument wurde 2011 erstmals veröffentlicht und 2018 überarbeitet. Es legt die Anforderungen zur Einführung, Verwirklichung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Energiemanagementsystems fest. Durch einen systematischen Ansatz und den Aufbau entsprechender Prozesse und Systeme soll die energiebezogene Leistung fortlaufend verbessert werden.

Diese Norm hat das Ziel, die Energieeffizienz zu steigern, also den Energieverbrauch zu reduzieren, die Energiekosten zu senken und die Auswirkungen des Energieverbrauchs auf die Umwelt – etwa durch die Emission von Treibhausgasen wie CO2 – zu reduzieren.

Der Begriff Energie fasst dabei Elektrizität, Brennstoffe, Dampf, Wärme, Druckluft und erneuerbare Energien zusammen. Der Terminus Energieeinsatz ist umfassend zu verstehen und schließt Beleuchtung, Lüftung, Heizung, Kühlung, Prozesswärme, Transport, Prozesse und Produktionslinien ein.

  • Die ISO 50001 zielt darauf ab, den Energieverbrauch zu reduzieren, die Energieeffizienz zu steigern und die Treibhausgasemissionen zu verringern. Damit werden auch unmittelbar die Energiekosten gesenkt, wodurch wiederum der Gewinn gesteigert wird.

  • Die ISO 50001 folgt  der High Level Structure, kurz HLS:

    1. Anwendungsbereich 6. Planung
    2. Normative Vorgaben 7. Unterstützung
    3. Begriffe und Definitionen 8. Betrieb
    4. Kontext der Organisation 9. Bewertung und Leistung
    5. Führung 10. Verbesserung
    • Energieplanungsprozess inkl. der Festlegung von Energiekennzahlen und der energetischen Ausgangsbasen
    • Ermittlung von relevanten Einflussfaktoren inkl. Normalisierung
    • Erstellung von Aktionsplänen
    • Schulung – d.h. Kompetenz der Personen, die Einfluss auf den Einsatz und Verbrauch wesentlicher Energiequellen haben
    • Ständige Verbesserung des Energiemanagementsystems und der energiebezogenen Leistung
    • Festlegung von Energieeffizienzkriterien in der Beschaffung und Auslegung von Anlagen
    • Integration in die Geschäftsprozesse
  • Systematisches Energiemanagement hilft Organisationen, ihren Energieverbrauch und ihre Prozesse besser zu organisieren und damit die eigene Produktivität zu verbessern.

    Ein Energiemanagementsystem (EnMS) beinhaltet die Entwicklung und Implementierung einer Energiepolitik, sowie von Zielen, Energiezielen und Aktionsplänen zur Verbesserung der eigenen energiebezogenen Leistung, des Energieverbrauchs und der Energieeffizienz bei gleichzeitiger Erfüllung geltender gesetzlicher und anderer Anforderungen.

    Ein EnMS ermöglicht einer Organisation, Ziele und Energieziele festzulegen und zu erreichen, die erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung zu ergreifen und die Konformität des Systems mit den Anforderungen des Standards ISO 50001 nachzuweisen.

    ISO 50001 folgt – wie andere ISO-Managementsystemnormen – dem PDCA-Prozess (Plan-Do-Check-Act)für kontinuierliche Verbesserung.

    Bei der Anwendung eines Energiemanagementsystem werden im Rahmen der energetischen Bewertung die Energieflüsse zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgezeichnet, die relevanten Energieaspekte identifiziert und Maßnahmen zur Effizienzverbesserung aufgedeckt.

    Die Umsetzung der Maßnahmen hängt von unternehmensspezifischen Entscheidungen ab. Zur Kontrolle, ob das System noch optimal funktioniert und um bei Abweichungen rasch reagieren zu können, muss die Analyse des Energieverbrauchs regelmäßig durchgeführt werden. Das bedeutet, auch wenn die Maßnahmen bereits greifen, kommt der PDCA-Kreislauf zur Anwendung.

    Die Norm ist auch Grundlage für Zertifizierungen von Energiemanagement-systemen

Mehr Informationen

Rechtliche Anforderungen

Vorgaben des EU-Rechts

EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED)

Das Europäische Klimagesetz sieht vor, dass die EU bis 2050 klimaneutral werden soll. Ein Zwischenziel auf dem Weg dorthin ist die Senkung der Netto-Treibhausgasemissionen in der EU bis 2030 um mindestens 55 %. Im Rahmen des sogenannten Pakets „Fit für 55“ werden eine Reihe von EU-Rechtsvorschriften neu auf den Weg gebracht oder bestehende Rechtsvorschriften überarbeitet, um sie mit dem ambitionierteren Ziel für 2030 in Einklang zu bringen.

Teil des Paketes ist auch die Neufassung der EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED III). Ziel der Richtlinie ist eine Verbesserung der Energieeffizienz um 32,5% bis 2030.

Vorgaben des österreichischen Rechts

Bundesenergieeffizienzgesetz (EEffG)

Das Energieeffizienzgesetz ist die Umsetzung der EED der Republik Österreich und wurde erstmalig 2014 im Bundesgesetzblatt (BGBl. I Nr. 72/2014) kundgemacht. Am 15. Juni 2023 trat die einfachgesetzliche Novelle (BGBl. I Nr. 59/2023) in Kraft. Mit 17. April 2024 wurden Teile des EEffG mit dem Bundesgesetzblatt (BGBl. I Nr. 29/2024) geändert. 

Energieeffizienz-Verordnungen

Die Durchführung von Energieaudits bzw. die Einrichtung von anerkannten Managementsystemen ist mittels standardisierter Kurzberichte zumindest alle vier Jahre zu dokumentieren. Die näheren Bestimmungen über die Mindestvorgaben sind dabei in Anhang I zu § 42 EEffG festgehalten, während das Format, die Struktur und die Gliederung dieser standardisierten Kurzberichte gemäß § 43 Absatz 3 EEffG per Verordnung von der E-Control festgelegt werden.

Die Energieeffizienz-Standardisierte-Kurzberichte-Verordnung (EEff-SKV) ist am 19. August 2023 in Kraft getreten.

Mehr Informationen

Energieeffizienzmaßnahmen

Energieeffizienzmaßnahmen sind jene Maßnahmen, die am Standort Donawitz durchgeführt werden bzw. wurden, um die Effizienz in den einzelnen Teilbereichen deutlich zu verbessern und zu erhöhen. 

Steigerung der Eigenstromerzeugung 

2023 konnten Optimierungen an der Kaltwinderzeugung abgeschlossen werden, welche den elektrischen Eigenbedarf um rd. 0,95 GWh/Jahr reduzieren. Erstmals wurde das Revisionsintervall des Kraftwerkblocks 01 auf 2 Jahre gestreckt. Diese Maßnahme führte zu einer Steigerung der Eigenstromerzeugung 2023 von 12,8 GWh. Zusätzliche Optimierungen im Kraftwerkblock 01 (Anhebung der Mischgasvorwärmung etc.) steigerten die Eigenstromerzeugung um zusätzliche 2 GWh/Jahr.

Fact Box Stadtwärme
Versorgungs-
leistung
50 MWth
Versorgungs-
menge
150 GWh/a
Versorgungs-
kapazität
ca. 10.000 Haushalte
Einsparung
Erdgas
rd. 15.000.000 Nm3/a
Einsparung CO2 rd. 30.000 t/a
Herkunft 100% Abwärme

Abwärme und Fernwärme

Wie bereits erwähnt, ist die Stahlerzeugung ein energieintensiver Prozess. Ein wesentlicher Teil dieser Energie wird in Form von Abwärme wieder freigesetzt. Diese wird als Strahlungs- und Konvektionswärme des flüssigen Roheisens, Rohstahls und Schlacken an Aggregate und Kühlsysteme abgegeben.

Im Kompaktstahlwerk wird der überwiegende Teil der Produktion unmittelbar nach dem Gießen in heißem Zustand in einen Hubbalkenofen eingesetzt. Damit werden große Wärmeverluste vermieden und Energie wird eingespart. Das thermische und chemische Energiepotenzial von Prozessabgasen wird in verschiedener Form genutzt. So wird das bei der Roheisenherstellung im Hochofen entstehende Gichtgas einerseits als Brenngas in den Winderhitzern sowie gemeinsam mit dem Tiegelgas aus dem LD-Prozess (beides niederkalorische Brenngase) in verschiedenen Kraftwerksanlagen zur Erzeugung von Strom, Dampf und Wärme genutzt.

Zusätzlich wird beim LD-Prozess das anfallende Abgas über einen Kühlkamin abgeleitet, welcher zugleich als Sattdampferzeuger ausgeführt ist. Der anfallende Sattdampf wird zur regenerativen Speisewasservorwärmung im Kraftwerksbereich eingesetzt.

Bei der Sinteranlage wird die Abwärme des heißen Sinterabgases wieder dem Prozess zugeführt. Beim Hubbalkenofen des Kompaktstahlwerkes wird einerseits das heiße Rauchgas für die Vorwärmung der Verbrennungsluft genutzt, andererseits die bei der Kühlung der tragenden Systeme abgeführte Wärme in ein bestehendes Heißwassernetz zur Versorgung des Werkes mit Wärme eingespeist.

Aus dem Kraftwerk wird Fernwärme ausgekoppelt und über ein ausgedehntes Leitungsnetz den Bewohnern der Städte Leoben bzw. Trofaiach zur Verfügung gestellt.

Ausgewählte Massnahmen/Energieziele - Juli 2023 bis Juni 2024

Themenbereich Ziel Maßnahme Verantwortung Zieltermin Status
Steigerung Eigenstromerzeugung aus Hüttengasen Spezif. Stromerzeugung aus Hüttengasen (Kraftwerk gesamt): Ziel GJ2023/24: 305 kWH/t RST Anlagenoptimierung Energie und Logistik 31.03.2024 erfüllt
Reduzierung Erdgaseinsatz EG-Einsatz prozessbedingt < 36 GWh/a Ho (unter Berücksichtigung der CO2-reduzierten Fahrweise und des schwankenden GG-Anfalles Anlagenoptimierung Energie und Logistik 31.03.2024 erfüllt
Reduzierung Energieverbrauch bei Hochöfen Optimierung Energieverbrauch für Waschkühlerpumpen und Wasserversorgung Einsparung: 1.27 MWhel/a

Umbau der Waschkühlerpumpen auf Drehzahlregelung. 

Wasserversorgung Theisen-Desintegratoren über Niederdruck-Kühlwassernetz

Hochofenbetriebe 31.03.2024 95% erfüllt, wird fortgeführt

Energieverbräuche

Folgende Zahlen & Daten sollen einen Überblick über die Energieverbräuche am Standort Donawitz geben und dienen als Orientierung für weitere Verbesserungs- und Effizienzmaßnahmen.

Energieerzeugung und -versorgung

Gichtgas und Konvertergas (Prozessabgase) werden im unternehmenseigenen Kraftwerk für die Stromerzeugung verwertet. Bereits 2008 wurde ein neuer Kraftwerksblock für die Steigerung der Kuppelgasverwertung und somit auch der Erhöhung der Eigenstrom-erzeugung errichtet.

2023 konnten Optimierungen an der Kaltwinderzeugung abgeschlossen werden, welche den elektrischen Eigenbedarf um rd. 0,95 GWh/Jahr reduzieren. Erstmals wurde das Revisionsintervall des Kraftwerkblocks 01 auf 2 Jahre gestreckt. Diese Maßnahme führte zu einer Steigerung der Eigenstromerzeugung 2023 von 12,8 GWh. Zusätzliche Optimierungen im Kraftwerkblock 01 (Anhebung der Mischgasvorwärmung etc.) steigerten die Eigenstromerzeugung

Strom

Der Strombedarf wird zu 76 % aus Eigenerzeugung und 24% Stromzukauf aus 100 % erneuerbaren Energien abgedeckt. Es wurden rd. 35 % des Stromzukaufs über Direktlieferverträge mit steirischen Erzeugungsanlagen gedeckt.

Die Eigenerzeugung erfolgt durch die Verwertung der anfallenden Hüttengase (Gicht- und Tiegelgas) und Einsatz von Erdgas und Heizöl extraleicht im eigenen Kraftwerk sowie durch die Verstromung des Kühlwasserrücklaufes.

Eigenerzeugung 76 %
davon Strom aus Hüttengasen 94 %
davon Strom aus Wasserkraft 2 %
davon Strom aus Erdgas und Heizöl extra leicht 4 %

 

 

Stromzukauf 76 %
davon aus steirischen Windkraftanlagen 7 %
davon aus steirischen Wasserkraftanlagen 25 %
davon aus steirischen PV Anlagen 3 %

restlicher Bezug aus öffentlichem Netz
(100 % erneuerbare Energien)

65 %