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Produktnachhaltigkeit & Kreislaufwirtschaft

Stahl. Langlebig. Recyclierbar.

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft erfordert eine Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette von Produkten nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten über alle Phasen des Lebenszyklus – von Rohstoffen über Produktion, Nutzung bzw. Konsum bis zum Lebensende, das seinerseits wieder den Beginn eines neuen Lebenszyklus darstellt. Stahl gilt aufgrund seiner Langlebigkeit und leichten Reparierbarkeit sowie der Möglichkeit, ihn als Schrott immer wieder zu neuen Stahlprodukten zu verarbeiten, als permanentes Material. Als solches kann Stahl schon heute einen wichtigen Beitrag zur in der EU bis 2050 angestrebten Kreislaufwirtschaft leisten.

In der voestalpine Stahl Donawitz GmbH wird dieses Anliegen der Kreislaufwirtschaft auf Prozess- und Produktebene seit langem umgesetzt und laufend weiterentwickelt.

Lebenszyklus Stahl – Umweltauswirkung unserer Produkte

Der voestalpine-Schwerpunkt bei der Ermittlung der Nachhaltigkeit unserer Produkte („Product Sustainability“) liegt derzeit auf ökologischen Aspekten, also der Analyse der Umweltauswirkungen von Produkten und deren Dekarbonisierung. Ein zentrales Element und methodisches Werkzeug ist dabei die Lebenszyklusanalyse („Life Cycle Assessment“; LCA ). Diese Analyse erfordert einheitliche, belastbare und global vergleichbare Methoden, die dazu beitragen können, ein internationales Level Playing Field zu schaffen und dadurch nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern.

Die Erstellung einer Umweltproduktdeklaration („Environmental Product Declaration“ – EPD) ist ein wesentliches Werkzeug, um die Umweltauswirkungen von Produkten auf Basis einer Lebenszyklusbetrachtung zu ermitteln und zu kommunizieren. EPDs basieren auf den Normen EN 15804 und ISO 14025 und werden von unabhängigen Dritten geprüft und verifiziert. EPDs für unsere Produkte – Stranggegossener Stahlvorblock bzw. Warmgewalzter Stahlknüppel wurden 2023/2024 EPDs erstellt, verifiziert, über das Institut für Bauen und Umwelt (IBU) freigegeben und könnnen hier heruntergeladen werden:

In der im Geschäftsjahr 2023/2024 erstellten und extern verifizierten EPD wird u.a  der Produkt Carbon Footprint in Form des Globalen Erwärmungspotentials für die Vormaterialien ausgewiesen.

Diese können Sie hier herunterladen:

Produkt kgCO2eq/t Produkt
Stranggegossener
Stahlvorblock
2.510
Warmgewalzter
Stahlknüppel
2.640

Information zum Umweltfußabdruck

Kreislaufwirtschaft - Recyclingrate

Der weitere Auf- und Ausbau der Circular Economy stellt eine wichtige Säule zur Reduzierung von Emissionen und zur Schonung von Ressourcen dar. Dazu sollen Kreisläufe geschlossen, verlangsamt bzw. verkleinert werden. Dies kann u.a. wie folgt erreicht werden:

  • Ausbau von Schrottkreisläufen und zunehmender Einsatz von Eigen- und Fremdschrott
  • Aufbereitung und Wiedereinsatz bzw. Vermarktung von Nebenprodukten
  • Verstärkte Nutzung durch erneuerbare Energiequellen und die Rückgewinnung und Verwertung von
    Energien, z.B. über die Auskopplung und Nutzung von Abwärme.

Einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft stellt somit der Einsatz von Kreislaufstoffen aus der eigenen Stahlproduktion, aber auch von Abfällen und Sekundärrohstoffen aus externen Produktionsprozessen dar. Nebenprodukte aus der Stahlerzeugung können ihrerseits als Sekundärrohstoffe zur Herstellung von Produkten in anderen Industriesektoren dienen, wie etwa Einsatz von Hüttensand in der Zementindustrie.

Der Werkstoff Stahl ist annähernd zu 100 % rezyklierbar, da alle daraus hergestellten Produkte am Ende ihrer Lebensdauer als Schrott komplett und beliebig oft wiederverwertet werden können. Es ist für eine ressourcenschonende Produktion unerlässlich, die Lebensdauer der Produkte zu erhöhen sowie ihre Wiederverwend und -verwertbarkeit kontinuierlich zu verbessern. So bilden Eigen- und Fremdschrott eine wesentliche Rohstoffbasis, sowohl für die herkömmliche Technologie (Einsatz im Stahlwerk) als auch für die angestrebte Umstellung auf Elektroöfen.

Die Recyclingrate wurde sowohl entsprechend den Definitionen in der ÖNORM EN ISO 14021 berechnet und berücksichtigt die eingesetzten post- und preconsumer Anteile, während in der Gesamtrecyclingrate zusätzlich auch der sogenannte internal scrap Anteil miteingerechnet wurde.  

Recyclingrate
ÖNORM EN ISO 14021
25%
Postconsumer scrap 9%
Preconsumer scrap 16%
Recyclingrate gesamt 33%
Postconsumer scrap 9%
Preconsumer scrap 16%
Internal scrap 8%

Hüttensand

Granulierte Hochofenschlacke oder Hüttensand wird in der Zementindustrie als Zuschlagstoff eingesetzt. Die Verwendung von Hochofenschlacke verbessert die mechanischen Eigenschaften des Zements und führt auch zu einer Verringerung des CO2-Ausstoßes im Rahmen der Zementherstellung.

Hüttensand ist ein Material mit komplexer chemischer Zusammensetzung – eine Mischung aus Silikaten, Aluminaten und Calciumoxid – wobei diese je nach Herkunft und Zusammensetzung der Einsatzstoffe variiert. Durch die Zugabe von Hüttensand wird Zement widerstandsfähiger gegenüber chemischen Angriffen und korrosiven Umgebungen. 

Die Bestandteile verbessern die Festigkeit und Haltbarkeit des Zements und reduzieren die Wahrscheinlichkeit von Rissen und Abplatzungen. Zusätzlich liefert Hüttensand als Klinkerersatz im Zuge der Zementherstellung einen wertvollen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Die Verkaufsmenge an Hüttensand ist in den letzten Jahren konstant und setzt sich zusammen aus der laufend hergestellten Menge und auch durch den Abbau eines historischen Lagers. Dieses Lager entstand in Zeiten, in denen die Weiter-verwendung von Nebenerzeugnissen keine wesentliche Rolle gespielt hat und die Bemühungen anderer Industriesparten, ihre Emissionen gering zu halten, noch nicht weit fortgeschritten waren. Der Abbau dieses Lagers ist mit erheblichen Aufwänden verbunden, doch lohnt sich der Aufwand als wichtiger Beitrag zu den ambitionierten Klimazielen Österreichs.