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Material-Handling-Turm und Legierungshalle: Präzision auf dem Weg zum Premiumstahl

5. August 2026 | 

Schritt für Schritt wächst die Infrastruktur des neuen EAF-Aggregats: Während der Material-Handling-Turm seine Fassade erhält, entstehen darin und daneben moderne Anlagen für Lagerung, Transport und Dosierung von Legierungsmitteln. Sie bilden die Grundlage für die flexible und hochwertige Stahlproduktion.

Mit dem Fortschritt der Bauarbeiten am neuen Elektrolichtbogenofen-Aggregat werden immer mehr zentrale Anlagenteile sichtbar. Ein wichtiger Bereich für die spätere Stahlproduktion ist dabei die Material- und Legierungswirtschaft.

Am Material-Handling-Turm sind derzeit die nächsten sichtbaren Baufortschritte zu beobachten. Aktuell werden die Fassadenelemente des Gebäudes montiert. Was vom Boden aus wie schmale Streifen aussieht, sind tatsächlich große Einzelbauteile, mit einer Breite von ca. 2 Metern und einer Länge von ca. 6 Metern -  deren Montage erfordert höchste Konzentration. Die Kolleginnen und Kollegen verbringen dafür einen gesamten Arbeitstag im Korb eines Hubsteigers, um die Elemente präzise an ihrer vorgesehenen Position zu befestigen. Mit jedem montierten Fassadenteil gewinnt der Material-Handling-Turm weiter an Gestalt.

Das EAF-Aggregat der voestalpine am Standort Donawitz besteht aus zwei Elektrolichtbogenöfen und ist auf eine präzise und flexible Zugabe von Legierungs- und Zuschlagstoffen ausgelegt. Der Weg dieser Materialien beginnt im Material-Handling-Turm und gelangt über die Brücke 1 und Brücke 2 zur Material-Handling-Halle, in den für das Material jeweils zugeordneten Bunker. Direkt darunter befindet sich die Beschickungs- beziehungsweise Beförderungsebene. Von hier aus können die Zusatzstoffe punktgenau für ihren Einsatz im Elektrolichtbogenofen chargiert werden. 
In den Brücken befördern drei Förderbänder die Materialien auf die erforderliche Höhe und weiter zu den Bunkern der EAF-Anlage. Dort werden sie zwischengelagert und stehen für den späteren Produktionsprozess zur Verfügung. Je nach Stahlsorte und Qualitätsanforderung können die benötigten Zuschlagstoffe anschließend gezielt und bedarfsgerecht dem Ofen zugeführt werden. Diese individuelle Dosierung der Legierungsbestandteile ist eine wichtige Voraussetzung für die Herstellung von hochwertigem Premiumstahl.

In der Legierungshalle selbst werden künftig insgesamt 32 verschiedene Legierungsstoffe gelagert. Zusätzlich steht ein eigener Kohlenstoffbunker zur Verfügung. Die große Vielfalt an verfügbaren Zusatzstoffen ermöglicht es, unterschiedlichste Stahlgüten mit exakt abgestimmten chemischen Eigenschaften herzustellen. Die Dimensionen der Legierungshalle fallen dabei ins Auge. Ihre außergewöhnliche Höhe erfüllt einen ganz praktischen Zweck: Sollte später ein Aggregat oder Anlagenteil gewartet oder ausgetauscht werden müssen, kann es mithilfe des Hallenkrans angehoben und über entsprechende Öffnungen auf der Nord- oder Südseite der Halle aus dem Gebäude transportiert werden. Bereits bei der Planung wurde damit großer Wert auf eine effiziente Instandhaltung gelegt.
Auch am Elektrolichtbogenofen selbst sind bereits wichtige Anlagenteile erkennbar. Auf der linken Seite des EAF entsteht der sogenannte Drehturm. Mit jedem Baufortschritt wird deutlicher, wie die einzelnen Komponenten des EAF-Aggregats ineinandergreifen und Schritt für Schritt die Voraussetzungen für die künftige Produktion von Premiumstahl schaffen.