Unser Weg in eine grüne Zukunft 5 Minuten Lesezeit
greentec steel

Unser Weg in eine grüne Zukunft

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er tiefe Einblicke in die vielfältige Welt des voestalpine-Konzerns.

Die Politik hat ambitionierte Ziele zur Reduktion der CO2-Emissionen gesetzt. Wir als voestalpine wollen Teil der Lösung sein. Dafür haben wir einen klaren Plan: greentec steel!


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„Benchmark in Nachhaltigkeit“ – drei Wörter mit viel Wirkung. Dieses Ziel hat sich die voestalpine schon vor langer Zeit auf die Fahnen geheftet. In der jüngeren Vergangenheit hat sich nun auch die breitere Öffentlichkeit stärker für diese Themen zu interessieren begonnen – und die politischen Vorgaben in Sachen Klimaschutz werden zunehmend strenger.

Teil der Lösung

Mit dem Green Deal will die Europäische Union bis 2050 klimaneutral werden. Um diesen ehrgeizigen Plan erfolgreich umzusetzen hat die neue Kommission unter Ursula von der Leyen das ursprünglich bis zum Jahr 2030 geplante Reduktionsziel von 40 % (gegenüber 1990) deutlich angehoben. Nun ist geplant, dass die Wirtschaft und die Staaten der EU die Treibhausgasemissionen um mindestens 55 % bis 2030 senken.

Ein wahrhaft ambitioniertes Vorhaben, zu dessen Gelingen die voestalpine aber tatkräftig beitragen möchte – ganz gemäß ihrer Tradition als weltweiter Vorreiter in puncto Umweltschutz. Alleine in den vergangenen zehn Jahren haben wir dafür im Konzern mehr als 2,4 Milliarden Euro an Ausgaben für den Schutz von Klima und Umwelt aufgewendet. Ebenso konnten wir die Emissionen bei der Stahlherstellung um rund 20 % (gegenüber 1990) reduzieren.

Stahlproduktion in Linz

Mit der Hybridtechnologie könnten die CO2-Emissionen der Stahlproduktion in Linz (Foto) und Donawitz signifikant um rund 30 % gesenkt werden.

Hybridtechnologie als erster Schritt

Eine weitere signifikante Reduktion der CO2-Emissionen ist jedoch nur auf Basis eines grundlegenden Technologiewandels möglich.

"Wir haben mit greentec steel einen klaren und ambitionierten Stufenplan zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion, wie wir unseren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten können"
Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG.

Konkret planen wir den schrittweisen Umstieg von der kohlebasierten Hochofen- auf eine grünstrombasierte Elektrostahlroute. Dabei sind neben Schrott auch flüssiges Roheisen und der in einer Direktreduktionsanlage erzeugte Eisenschwamm („HBI“) die wichtigsten Vormaterialien. Diese Direktreduktion gilt als zentrale Brückentechnologie zur Dekarbonisierung der Stahlerzeugung. Dabei wird Eisenerz nicht mit Kohle und Koks, sondern unter Einsatz von Erdgas zu Eisen reduziert, wodurch weniger CO₂-Emissionen entstehen. Mit dieser Hybridtechnologie könnten die CO2-Emissionen der Stahlproduktion in Linz und Donawitz signifikant um rund 30 % gesenkt werden. Zudem ist sie die Basis für die Wasserstoff-basierte Transformation bis 2050.

Technologiewandel im Visier

Denn langfristig strebt die voestalpine an, den Einsatz von grünem Strom und grünen Wasserstoff im Stahlerzeugungsprozess sukzessive zu erhöhen und so bis 2050 gänzlich CO2-neutral zu produzieren. An diesen so genannten Breakthrough-Technologien, die eine CO2 neutrale Stahlerzeugung ermöglichen, wird jedoch bereits heute intensiv geforscht. So steht am Werksgelände der voestalpine in Linz eine Testanlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff, die derzeit in der Stahlindustrie als die größte und modernste ihrer Art gilt. Damit wird die Herstellung von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab und dessen Einsatzmöglichkeiten in den verschiedenen Stufen der Stahlerzeugung untersucht.

Gleichzeitig forscht die voestalpine in einer Versuchsanlage am Standort Donawitz im Rahmen des Projektes „SuSteel“ (Sustainable Steel) an einer Technologie zur direkten Stahlherstellung aus Eisenerz – und in einem weiteren Projekt an einem Verfahren zur Reduktion von ultrafeinen Eisenerzen in einem Fließbett mittels Wasserstoff (Hyfor).
Auch hier ist die Versuchsanlage bereits im Entstehen.

Die Aktionsmarke „greentec steel“ bündelt die Aktivitäten unserer Dekarbonisierungsstrategie unter einem einfachen, leicht verständlichen Begriff und vermittelt unseren Fokus auf Nachhaltigkeit und Technologie.

Notwendige Rahmenbedingungen

Eines steht bereits aber heute bereits fest. Die Grundvoraussetzung für den Umstieg auf eine wasserstoffbasierte Stahlerzeugung ist in jedem Fall die ausreichende Verfügbarkeit von Strom aus erneuerbarer Energie zu einem wirtschaftlich darstellbaren Preis. Generell ist zu sagen, dass all diese Aktivitäten und Maßnahmen zur Transformation der Stahlproduktion mit einem erheblichen Investitionsbedarf und mit deutlich höheren Herstellungskosten verbunden sind.

"Damit die zukünftigen Technologien auch tatsächlich wettbewerbsfähig betrieben werden können, müssen die richtigen Rahmenbedingungen vorhanden sein "
betont voestalpine CEO Herbert Eibensteiner

Für eine erfolgreiche Dekarbonisierung bedarf es daher eines politischen Gesamtkonzepts, das Klima, Energie und Wirtschaft zusammenbringt und damit ein klares politisches Bekenntnis zu einer wettbewerbsfähigen Stahlindustrie schafft.

Die Marke „greentec steel“

Als „Dach der Kommunikation“ dieser umfassenden Dekarbonisierungsstrategie, mit der wir zur Erfüllung der EU-Klimaziele beitragen wurde die Aktionsmarke „greentec steel“ ins Leben gerufen. Unter dieser sind alle Aktivitäten und Innovationen der voestalpine auf dem Weg zur CO2-neutralen Stahlerzeugung 2050 zusammengefasst.

greentec steel Logo voestalpine

Denn als internationaler Konzern sind wir mit einer Vielzahl von Themen und Zielgruppen konfrontiert und die Herausforderungen rund um die Verringerung unserer CO2-Emissionen werden uns über Jahrzehnte begleiten. Die Marke „greentec steel“ soll helfen, unsere Botschaften klar, transparent und wiedererkennbar an die unterschiedlichen Zielgruppen, also Kunden und Politik, aber auch Aktionäre sowie Medien, Mitarbeiter und die allgemeine Öffentlichkeit, zu vermitteln.

 

 

Christopher Eberl