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Verlässliche Qualität vom Vormaterial bis zum Draht durch umfassende Prüfkompetenz

11. Mai 2026 | 

Höchste Qualität entsteht nicht erst am fertigen Drahtprodukt, sondern lange davor. Abweichungen in Oberfläche, Geometrie oder Werkstoff entstehen früh im Prozess und wirken sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus. voestalpine Wire Technology verfolgt daher einen konsequenten Ansatz: Qualitätssicherung beginnt beim Vormaterial, wird in Echtzeit überwacht und durch Forschung und Entwicklung kontinuierlich weiterentwickelt. Basis dafür ist eine durchgängige, vernetzte Prüfkette, die alle Prozessstufen vom Vormaterial bis zum Endprodukt begleitet.

Qualität beginnt beim Knüppel

Die Grundlage jeder stabilen Drahtproduktion ist ein fehlerfreies Vormaterial. Bereits am Knüppel wird entschieden, wie stabil sich das Material in nachgelagerten Prozessschritten verarbeiten lässt. In der Vormaterialproduktion kommen umfassende Inline‑Prüfsysteme zum Einsatz. Oberflächen‑ und Profilqualität werden unter realen Walzbedingungen überwacht – bei hohen Temperaturen, Staub und mechanischer Belastung. Optische und laserbasierte Messsysteme erfassen Profil, Geradheit und Oberflächenzustand kontinuierlich.

Ziel ist nicht nur die Detektion von Fehlern, sondern deren frühzeitige Einordnung. Abweichungen können unmittelbar zu Prozessanpassungen führen, etwa bei Walzspalt, Temperaturführung oder Richtprozessen. Das reduziert Ausschuss, vermeidet Nacharbeit und stabilisiert die Weiterverarbeitung. 

Trotz Automatisierung bleibt die manuelle Endfreigabe zentraler Bestandteil der Qualitätssicherung. Automatische Systeme liefern Daten, Trends und Frühwarnsignale – die normgerechte Qualitätsentscheidung bleibt in der Hand erfahrener Fachkräfte.

Dank der Zusammenarbeit der Expert:innen aus den Gesellschaften sowie Digitalisierung und KI schaffen wir über Unternehmensgrenzen hinweg entlang der gesamten Wertschöpfungskette spürbaren Mehrwert.

Gunter Korp, Managing Director (CTO)

Moderne Prüftechnik - jeder Meter wird geprüft

In der Drahtproduktion wird jeder Meter inline geprüft. Zum Einsatz kommen kombinierte Wirbelstrom‑, optische und kamerabasierte Systeme, die auch bei hohen Geschwindigkeiten zuverlässige Daten liefern.

Die Wirbelstromprüfung erkennt oberflächennahe Fehler mit Tiefeninformation, während High‑Speed‑Kameras die gesamte Drahtoberfläche erfassen. KI‑gestützte Bildauswertung ergänzt die Prüfung durch Klassifizierung und Mustererkennung. Erst das Zusammenspiel dieser Technologien ermöglicht eine belastbare Bewertung.

Wichtig ist die realistische Einordnung: 100 %‑Prüfung bedeutet nicht absolute Fehlerfreiheit, sondern vollständige Transparenz – insbesondere über Lage, Art und Ausprägung möglicher Auffälligkeiten.

Mehr dazu in der Podcast-Episode 8 zum Thema „Prüfkompetenz beim Vormaterial“

Die kamerabasierte Prüfeinrichtung im Drahtwalzwerk ist ein Teil der hochmodernen Prüftechnik bei voestalpine Wire Technology.
Hybride Prüfsysteme aus Kamera und Wirbelstromsonde sorgen bei kaltgewalzten Profilen für eine automatische und zuverlässige Oberflächenbewertung.

Vernetzte Daten statt isolierter Prüfstände

Ein zentrales Merkmal der Prüfkette ist die systemübergreifende Vernetzung. Prüfdaten werden mit Prozessparametern aus Walzen, Kühlen und Ziehen kombiniert. Dadurch lassen sich Zusammenhänge gezielt analysieren – etwa, ob Fehler prozessbedingt entstehen, bestimmten Mustern folgen oder nur vereinzelt auftreten.

Diese Transparenz ermöglicht nicht nur schnelle Reaktionen, sondern auch präventives Handeln. Abweichungen werden früh erkannt, bevor sie zu Serienproblemen werden. Gleichzeitig entsteht ein durchgängiger digitaler Produktdatensatz, der sowohl zur internen Prozessoptimierung als auch zur externen Rückverfolgbarkeit genutzt werden kann.

Forschung & Entwicklung als integraler Bestandteil

Forschung und Entwicklung sind bei voestalpine Wire Technology eng in die laufende Produktion integriert. Neue Prüfsysteme entstehen aus konkreten Anforderungen der Praxis – etwa durch steigende Produktionsgeschwindigkeiten, komplexere Drahtgeometrien oder wachsende Anforderungen an die Oberflächenqualität.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Eigenentwicklung KI‑basierter Prüfsysteme. Marktübliche Lösungen stoßen unter realen Produktionsbedingungen häufig an Grenzen, etwa durch hohe Temperaturen, große Datenmengen oder fehlende Transparenz der Algorithmen. Eigene Entwicklungen sichern die Datenhoheit und ermöglichen eine gezielte Anpassung an die jeweiligen Prozesse. Ergänzend dazu arbeitet voestalpine Wire Technology eng mit Forschungsinstituten und Universitäten zusammen.

Mehr dazu in der Podcast-Episode 9 zum Thema „Prüfkompetenz beim Draht“, die ab Juni verfügbar sein wird.

Nutzen für Kund:innen und Blick nach vorn

Für Kund:innen bedeutet dieser Ansatz vor allem Prozesssicherheit. Fehler werden intern erkannt und bewertet, bevor das Material die Produktionslinie verlässt. Stillstände, ungeplante Werkzeugwechsel und Ausschuss in nachgelagerten Prozessen lassen sich dadurch reduzieren. Besonders die exakte Lokalisierung von Auffälligkeiten ermöglicht eine planbare und stabile Weiterverarbeitung.

Die Entwicklung geht in Richtung Predictive Quality: Künftig sollen KI‑Modelle Fehler nicht nur erkennen, sondern deren Entstehung vorhersagen und Handlungsempfehlungen in Echtzeit liefern. Qualität wird damit nicht mehr kontrolliert, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette aktiv gesteuert.

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