Navigation überspringen
Zurück zur Übersicht

Phosphatfreie Drahtbeschichtung ohne Performance-Kompromisse – Neuer Beschichtungsansatz für die Drahtindustrie

4. Mai 2026 | 

Der Druck auf nachhaltige und zugleich leistungsfähige Oberflächenlösungen steigt – insbesondere in der Draht‑ und Umformindustrie. Regulatorische Anforderungen, strengere Umweltauflagen und anspruchsvolle Umformprozesse stellen etablierte Beschichtungssysteme zunehmend infrage. Vor diesem Hintergrund hat voestalpine Wire Technology eine neue phosphatfreie Drahtbeschichtung entwickelt, die Nachhaltigkeit und Performance gezielt miteinander verbindet.

Was mit ersten Versuchen an zwei 300‑kg‑Ringen begann, ist inzwischen zu einem groß angelegten Industrietest herangewachsen. Am Standort von voestalpine Wire Technology werden derzeit Beschichtungsversuche für 22 Kundenunternehmen durchgeführt – begleitet direkt an den jeweiligen Anlagen. Die breite Beteiligung namhafter europäischer Hersteller:innen zeigt deutlich: Der Bedarf an leistungsfähigen, phosphatfreien Alternativen ist vorhanden, ebenso die Erwartung eines messbaren Kundennutzens.

phreeco Phosphatfreie Beschichtung

Management und Experten im Video:

  • Gunter Korp, Chief Technology Officer (CTO), voestalpine Wire Technology
  • Michael Staber, Senior Project Manager, voestalpine Wire Rod Austria
  • Anton Trautmann, Process Engineer - Surface Technology, voestalpine Forschungsservicegesellschaft Donawitz
  • Staber: Wir haben mit kleinen Versuchen angefangen mit zwei 300kg Ringen und sind heute hier am Standort für einen Großversuch, wo wir für 22 unserer Kunden Beschichtungsversuche durchführen, wo wir dann an den Anlagen dabei sind, diese Beschichtung auch zu sehen, wie sie performt. Also man sieht schon, wenn 22 namhafte Hersteller in Europa sich einem solchen Versuch anschließen, dass der Bedarf da ist und dass alle sich einen Kundennutzen erwarten.

    Korp: Die Aufgabenstellung für unsere Forschung- und Entwicklungsabteilung war, eine neuartige Beschichtung zu entwickeln, die einerseits den Nachhaltigkeitsaspekt beinhaltet, sprich das Vermeiden von Schwermetallen in der Oberflächenbeschichtung und andererseits Schmiereigenschaften sicherzustellen, die für hochkomplexe Umformschritte die bestmöglichen Ergebnisse liefern.

    Trautmann: Die ersten Versuche zeigen, dass wir von der Performance wirklich mithalten können mit dem herkömmlichen Phosphat-Seife-System, also einem System, das schon seit beinahe 100 Jahren im Einsatz ist und eigentlich der absolute Benchmark ist und dass wir auch deutlich bessere Performance haben als die herkömmlichen phosphatfreien Alternativen, die es schon am Markt gibt.

    Staber: Wir erwarten uns durch dieses neue Beschichtungssystem einen weiteren Schritt vorwärts für das gesamte Drahtportfolio der Wire Technology, weil wir eben neben unserer Kompetenz in der werkstofflichen Kompetenz der Drahtherstellung auch das Thema der Oberflächen abdecken können und wir uns deshalb sehr stark differenzieren von unseren Wettbewerbern.

    Trautmann: Ein besonderer Moment war eigentlich so im Zuge der Entwicklung, als wir unsere Beschichtung auch extern prüfen haben lassen und die Ergebnisse mit einem internationalen Ringversuch verglichen wurden, wo wirklich sehr viele namhafte Hersteller teilgenommen haben und unsere Beschichtung da absolut an der Spitze mitgemischt hat.

phreeco® - die phosphatfreie Drahtbeschichtung

Technische Details zu phreeco®, der phosphatfreien Drahtbeschichtung, ihren Anwendungsbereichen und Eigenschaften finden Sie auf unserer phreeco® phosphatfreie Drahtbeschichtung - Produktseite.

Entwicklung mit klarer Zielsetzung

Die zentrale Aufgabe für Forschung und Entwicklung war klar definiert: eine neuartige Beschichtung zu entwickeln, die auf Schwermetalle verzichtet und gleichzeitig jene Schmiereigenschaften liefert, die für hochkomplexe Umformschritte erforderlich sind. Der Anspruch war hoch – denn als Referenz dient ein System, das seit nahezu 100 Jahren als industrieller Benchmark gilt: das klassische Phosphat‑Seife‑System.

Die bisherigen Testergebnisse zeigen, dass sich die neue Beschichtung in der Praxis behaupten kann. In den Untersuchungen erreicht sie ein Leistungsniveau, das mit dem etablierten Phosphatsystem vergleichbar ist – und übertrifft zugleich die Performance bisher verfügbarer phosphatfreier Alternativen am Markt deutlich.

phreeco Phosphatfreie Beschichtung

Die ersten Versuche zeigen, dass wir in der Performance mit dem klassischen Phosphat Seife System mithalten können – einem System, das seit nahezu 100 Jahren als industrieller Benchmark gilt. Gleichzeitig erzielen wir deutlich bessere Ergebnisse als bisher verfügbare phosphatfreie Alternativen am Markt.

Anton Trautmann, Process Engineer – Surface Technology, voestalpine Forschungsservicegesellschaft Donawitz

Verifizierung über externe Prüfungen

Ein entscheidender Meilenstein im Entwicklungsprozess war die externe Validierung. Die neue Beschichtung wurde im Rahmen eines internationalen Ringversuchs geprüft, an dem zahlreiche namhafte Hersteller teilgenommen haben. Die Ergebnisse bestätigten die internen Erkenntnisse: Die Lösung von voestalpine Wire Technology positionierte sich leistungsmäßig an der Spitze des Teilnehmerfeldes.

„Ein besonderer Moment war eigentlich so im Zuge der Entwicklung, als wir unsere Beschichtung auch extern prüfen haben lassen und die Ergebnisse mit einem internationalen Ringversuch verglichen wurden, wo wirklich sehr viele namhafte Hersteller teilgenommen haben und unsere Beschichtung da absolut an der Spitze mitgemischt hat.“ betont Anton Trautmann, Process Engineer – Surface Technology, voestalpine Forschungsservicegesellschaft Donawitz

Diese externe Bestätigung unterstreicht nicht nur die technische Reife des Systems, sondern auch dessen Relevanz für industrielle Anwendungen unter realen Produktionsbedingungen.

Mehr als Materialkompetenz

Mit der neuen Beschichtung baut voestalpine Wire Technology ihr Portfolio gezielt aus. Neben der etablierten Kompetenz in der werkstofflichen Auslegung und Herstellung von Draht rückt das Thema Oberfläche stärker in den Fokus. Der Anspruch: Kund:innen nicht nur mit dem passenden Werkstoff zu unterstützen, sondern mit integrierten Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Damit eröffnet sich ein zusätzlicher Differenzierungsfaktor im Markt – insbesondere für Anwendungen, bei denen Nachhaltigkeit, Prozessstabilität und Umformperformance gleichermaßen entscheidend sind.

Ausblick

Die laufenden Großversuche mit Kund:innen liefern wertvolle Erkenntnisse für die weitere Industrialisierung der Beschichtung. Ziel ist es, eine leistungsfähige Alternative zu klassischen Phosphatsystemen bereitzustellen, die sowohl ökologische Anforderungen erfüllt als auch den hohen technischen Ansprüchen moderner Umformprozesse gerecht wird.

Die Entwicklung zeigt exemplarisch, wie sich nachhaltige Materialkonzepte und industrielle Leistungsfähigkeit miteinander verbinden lassen – nicht als Kompromiss, sondern als nächste Evolutionsstufe in der Drahtbeschichtung.

Haben Sie ein neues Projekt, für das eine phosphatfreie Beschichtung benötigt wird?

Unsere Expert:innen beraten Sie gerne und finden die passende Lösung für Ihre Anforderungen!

Kontaktieren Sie uns