Verantwortung übernehmen und vom Wissen profitieren

Nach ihrem Abschluss an der Landwirtschaftlichen Fachschule fing Christina Johanna Hold aus St. Peter Freienstein die Lehre zur Elektrotechnikerin bei voestalpine Stahl Donawitz an. Über das Lernen und ihr ungewöhnliches Hobby „Kuhreiten“ sprach die 20-Jährige mit uns.

„Die Elektrotechnik hat mich von Anfang an gefangengenommen.“

Christina Hold
Elektrotechnikerin im 2. Lehrjahr bei voestalpine Stahl Donawitz GmbH

In einer Freistunde erreichen wir Christina. Zum Zeitpunkt des Interviews ist sie noch im Distance Learning und erzählt, dass alles etwas herausfordernder geworden ist, weil viel zu Hause erarbeitet werden muss. Aber sie hat sich mit einer Freundin beim Lernen zusammengetan – „zu zweit geht’s leichter“. Wissen erweitern ist auch das Stichwort, das BFI-Lehrausbilder Robert Waltritsch mit Christina in Verbindung bringt: Dass sie, wie sie selbst sagt „die Elektrotechnik von Anfang an gefangengenommen“ hat, war offensichtlich. „Christina ist engagiert, interessiert, und will alles über diesen Lehrberuf wissen. Bei ihr merkt man, dass sie es gewohnt ist, Verantwortung übertragen zu bekommen und auch zu übernehmen.“

Christina, du bist im 2. Lehrjahr, das heißt …

Christina Hold: … Wir können jetzt die Betriebe im „Durchgang“ kennenlernen. Stahlwerk, Hochofen, Energiebetrieb und Schiene waren meine Stationen bis jetzt. Man verbringt je Bereich drei Wochen dort, es wird uns alles gezeigt, und wir erledigen auch mit Kolleginnen und Kollegen aktuelle Arbeitsaufträge.

Weißt du schon, was dir am meisten zusagen würde?

Nein, da lass ich mir noch ein bisschen Zeit.

Christina Hold_Elektrotechnik

Ihr habt in St. Peter Freienstein eine Milchwirtschaft.

Ja, ich habe vor der Lehre die Landwirtschaftliche Fachschule Grottenhof in Graz abgeschlossen. Die Landwirtschaft sehe ich jetzt aber eher als Hobby, und ich unterstütze meinen Papa gern am Abend im Stall.

Apropos Stall - du hast ein sehr unübliches und wenig bekanntes Hobby …

(lacht) Ja, ich bin Kuhreiterin. Schon von Kindheit an bin ich auf Pferden geritten, und da dachte ich mir, warum nicht auf Kühen reiten? Also habe ich zwei unserer Kühe erzogen zum Reiten. Beide sind sehr zugänglich und haben einen ruhigen, zuverlässigen Charakter. Zuerst habe ich „Helena“ und ihre Tocher „Haila“ – sie ist inzwischen 4 Jahre alt - an einen Sattelgurt gewöhnt, aber inzwischen lasse ich ihn meistens weg; nicht einmal ein Halfter ist nötig. Wenn man das Vertrauen der Kühe gewonnen hat, kann man über die Stimme und die Stimmlage mit ihnen kommunizieren. Ich konnte sie sogar an die Kutsche gewöhnen. Voraussetzung ist eine intensive Beziehung. Ich freu mich darüber, wenn ich sie rufe, und sie sich nach mir umsehen!

Du hast erzählt, dass du in Grottenhof einmal an einem Kreativbewerb teilgenommen hast.

Ja, man konnte sich aussuchen, was man machen möchte. Ich hab mich fürs „Kuhreiten“ entschieden.

Kennst du andere Kuhreiter in der Steiermark oder in Österreich?

Auf Instagram habe ich andere gesehen, die regelmäßig an Bewerben teilnehmen, aber ich mache nichts mit den Kühen, das ihnen Zwang verursachen würde.

Christina hat ein ungewöhnliches Hobby: "Kuhreiten".
Christina hat ein ungewöhnliches Hobby: "Kuhreiten".

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