Die meisten Kobalt-Basislegierungen enthalten Chrom. Durch Legierungselemente wie Wolfram, Molybdän, Nickel, Eisen, Aluminium und Kohlenstoff erhält man ein vielfältiges Eigenschaftsspektrum, z.B. hohe Härte und Beständigkeit gegenüber Verschleiß und Hochtemperaturkorrosion. Einsatzgebiete sind vorwiegend in der chemischen Industrie, Energietechnik, Luftfahrt und die Medizintechnik.
Die Grundllegierungs-Kombination der meisten Legierungen ist Kobalt-Chrom, wobei Chrom als verfestigendes Element agiert. Das Hinzufügen von Wolfram und/oder Molybdän kann diesen Effekt noch verstärken. Ein weiteres gängiges Legierungselement ist Nickel. Die Materialeigenschaften sind im hohen Maß von den weiteren Legierungselementen wie Wolfram, Eisen, Aluminium und Kohlenstoff sowie von der Herstellungsart abhängig. Co-Basislegierungen werden üblicherweise als Umschmelzgüten hergestellt.
Wegen ihres hohen Schmelzpunktes und der guten Beständigkeit gegenüber Hochtemperaturkorrosion werden Kobaltbasislegierungen häufig als Hochtemperaturwerkstoffe eingesetzt. Zusätzlich verfügen Kobaltbasislegierungen über eine hohe Härte, eine hohe Beständigkeit gegenüber Verschleiß und somit auch eine gute Beständigkeit gegenüber Erosionskorrosion. Allerdings weisen diese Legierungen eine etwas niedrigere Zeitstandfestigkeit und geringere Beständigkeit gegenüber Kriechen als Nickelbasislegierungen auf.
Zum Einsatz kommen Kobaltbasislegierungen vorwiegend in der chemischen Industrie, der Energietechnik sowie in der Luftfahrt und Raumfahrt und in der Medizintechnik. Beispiele für die Anwendung von Kobaltbasislegierungen sind Leitschaufeln in Turbinen, abriebfeste Schutzschichten, Einbauten in Müllverbrennungsanlagen oder Industrieöfen sowie Auskleidungen der Brennkammern von Gasturbinen und medizinische Implantate auch Zahnimplantate.
Kobaltbasislegierungen werden üblicherweise in drei Kategorien eingeteilt:
• Hoch-kohlenstoffhaltige Legierungen, auch Stellite genannt (C von 0,5 bis 3%) für höchste Verschleißbeanspruchung, bevorzugt mit Cr (ca. 27 -33%) und W (bis ca.18%) und Mo legiert und daher einem signifikanten Anteil an eutektischen Karbiden deren Größe und Verteilung stark von der Zusammensetzung, von den Erstarrungsbedingungen abhängig ist. Diese Legierungen werden meist als PM-Produkte und in gegossener Form verwendet. Nur wenige der gebräuchlichen Legierungen lassen sich warmumformen.
• Legierungen mit niedrigerem C-Gehalt für Hochtemperatur Anwendungen, vorrangig mit W oder Ta, moderaten Ni- und Cr-Zusätzen und fallweise Zugaben von Seltenerdmetallen (z.B.Lanthan, Yttrium) sowie Al, Ti, Nb zur Aushärtung. Diese Legierungen haben nicht die große technische Bedeutung wie die Ni-Basis Superlegierungen, spielen aber eine Rolle wegen der exzellenten Korrosionsbeständigkeit, vor allem gegen Heißgaskorrosion auch in S-haltigen Umgebungen. Diese Legierungen sind umformbar und in allen gängigen Produktformen, bevorzugt jedoch als Bleche und Platten herstellbar.
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• Legierungen mit niedrigem C-Gehalt für Anwendungen unter wässrigen, korrosiven Bedingungen und gleichzeitig höherer Verschleiß-beanspruchung, vorrangig mit Cr, Ni und Mo, weniger mit W legiert. Der niedrige C-Gehalt vermindert die Neigung zur Ausscheidung von interkristallinen Korngrenzenkarbiden und trägt zur hervorragenden Beständigkeit dieser Legierungen gegen lokale Korrosionseffekte, z.B. Lochfraß- und Spaltkorrosion und interkristalline Korrosion, bei. Aus diesem Grund werden derartige Legierungen auf Basis Co-Cr-Mo, Co-Cr-W-Ni und Co-Ni-Cr-Mo bevorzugt für verschiedene medizinische Implantate und diverse medizinische metallische Strukturen verwendet.
BÖHLER L035 ist eine 35-Kobalt-35-Nickel-20-Chrom-10-Molybdän-Knetlegierung (UNS R30035) in Form von Stabmaterial. Es handelt sich um eine doppelt im Vakuum erschmolzene (VIM+VAR) Superlegierung. Diese Legierung wird typischerweise in der Öl- und Gasindustrie sowie in der Chemischen Industrie verwendet, wenn eine Kombination aus hoher Festigkeit, guter Ermüdungsfestigkeit, Zähigkeit, Duktilität und außergewöhnlich gute Korrosionsbeständigkeit nach anschließender Alterung geforderlich ist. Die Verwendung ist aber nicht auf solche Anwendungen beschränkt. BÖHLER L035 ist ein mehrphasiges Legierungssystem auf Nickel-Kobalt-Basis mit einer einzigartigen Kombination von Eigenschaften z.B. extrem hohe Festigkeit, Zähigkeit, Duktilität und hervorragende Korrosionsbeständigkeit. Die Legierung kann werksseitig verfestigt und gealtert werden, um Festigkeitswerte von über 260 ksi (1793 MPa) und Spannungsrisskorrosionsbeständigkeit (SCC) auch in Schwefelwasserstoff zu erreichen. Die Legierung BÖHLER L035 widersteht der Loch- und Spaltkorrosion durch Meerwasser, Chloridlösungen und anderen korrosiven Umgebungen z.B. Mineralsäuren (Salpeter, Salzsäure, Schwefelsäure).
WeiterlesenBÖHLER L035 ist eine 35-Kobalt-35-Nickel-20-Chrom-10-Molybdän-Knetlegierung (UNS R30035) die für die Herstellung von chirurgischen Implantaten verwendet wird. Diese Legierungszusammensetzung wurde erfolgreich in Humanimplantaten eingesetzt. Klinische Langzeiterfahrungen haben ein akzeptables biologisches Ansprechen gezeigt.Die außergewöhnlichen Eigenschaften von BÖHLER L035 ergeben sich aus der chemischen Zusammensetzung, der hochwertigen Schmelztechnologie, der Kaltverformung und der Wärmebehandlung. Es handelt sich um eine doppelt im Vakuum erschmolzene (VIM+VAR) Superlegierung. BÖHLER L035 ist ein mehrphasiges Legierungssystem auf Nickel-Kobalt-Basis mit einer einzigartigen Kombination von Eigenschaften z.B. extrem hohe Festigkeit, Zähigkeit, Duktilität und hervorragende Korrosionsbeständigkeit. Die Legierung kann werksseitig verfestigt und gealtert werden, um Festigkeitswerte von max. 260 bis 300 ksi (1793-2086 MPa) und Spannungsrisskorrosionsbeständigkeit (SCC) auch in Schwefelwasserstoff zu erreichen. Die Legierung BÖHLER L035 widersteht der Loch- und Spaltkorrosion durch Meerwasser, Chloridlösungen und anderen korrosiven Umgebungen z.B. Mineralsäuren (Salpeter, Salzsäure, Schwefelsäure).
WeiterlesenBÖHLER L135 ist eine kohlenstoffarme Kobalt-28-Chrom-6-Molybdän-Legierung (UNS R31537), bekannt als Legierung 1 dieser Metallgruppe, in Form von Stangen und Draht, die typischerweise für die Herstellung von chirurgischen Implantaten, z. B. Endoimplantaten wie Hüftgelenke. Die in dieser Spezifikation beschriebene Legierungszusammensetzung wurde erfolgreich in Humanimplantaten eingesetzt. Klinische Langzeiterfahrungen haben ein akzeptables Niveau der biologischen Reaktion gezeigt. Die Legierung weist eine gute Korrosionsbeständigkeit und gute Ermüdungs- und Verschleißfestigkeit. Diese Legierung ist besonders für medizinische Implantate (Endoprothesen und Osteosynthesen) geeignet, wo hohe mechanische Belastungen zu erwarten sind. Sie wird auch häufig in der Mikromechanik und in der Uhrenindustrie, wo Härte, Zähigkeit, Duktilität und Korrosionsbeständigkeit Korrosionsbeständigkeit erforderlich sind. Es ist nicht magnetisch.
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