Modernisierter Kalkofen im Kalkwerk Steyrling in Betrieb genommen 2 Minuten Lesezeit
Innovation

Modernisierter Kalkofen im Kalkwerk Steyrling in Betrieb genommen

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er tiefe Einblicke in die vielfältige Welt des voestalpine-Konzerns.

Der 20 Jahre alte Kalkofen 7 im Kalkwerk der voestalpine wurde in den letzten Monaten im Zuge seiner zweiten Zustellung modernisiert. Im Dezember 2021 fand termingerecht das Anheizen statt.

Am 6. Dezember 2021 wurde der rundumerneuerte Ofen kräftig „eingeheizt“. Seine erste Aufgabe war es, 540 Tonnen Feuerfeststeine aufzuheizen. Nach fünf Tagen wurde auf Lanzenbetrieb mit permanenter Unterstützung von Prozessluftgebläsen umgestellt, die nächste Durchwärmephase lief, mit Temperaturen bis zu 900 °C.

Modernste Technik sowie Staub- und Abgasreduktion

Schritt für Schritt wurde die Leistung des Ofens bis Anfang 2022 gesteigert. Darüber hinaus wurde die Steuer- und Leittechnik auf die aktuellsten sicherheitstechnischen Standards gebracht. Die Entstaubungsanlage wurde ebenfalls erneuert und damit einhergehend das Funktionsprinzip, wie bei den Entstaubungen der Schwester-Öfen, von Überdruck auf Unterdruck umgestellt. Das bietet den Vorteil, dass keine heißen oder gesundheitsschädlichen Abgase unkontrolliert nach außen dringen können.

Härtetest für neuen Kalkofen

Ab 3. Jänner 2022 wurde es ernst für den Kalkofen. Ein Leistungstest läutet das Finale der Heißinbetriebnahmephase ein. Um ihn zu bestehen, musste der Ofen dann mindestens drei Tage lang konstant „verkaufsfähiges Material“ mit höchsten Qualitätsanforderungen produzieren, während noch letzte Komplettierungs- und Optimierungsarbeiten liefen. Der Betrieb kann dann feiern, wenn der Kalkofen nach 189-tägigem Stillstand wieder produzieren kann, wobei das Projektteam noch bis Ende Mai 2022 mit Restarbeiten beschäftigt ist. Möglich machten das 27 interne Abteilungen und 66 verschiedene Firmen bzw. Lieferanten, die am Umbau beteiligt waren – und der verlief nicht nur absolut planmäßig, sondern auch komplett unfallfrei!

 

Über 20 Jahre gedient

2001 wurde der Kalkofen 7 als erster Rundschachtofen im Kalkwerk Steyrling errichtet. Für den erhofften „göttlichen Schutz“ während seiner Reise wurde er auf den Namen „Rocky“ getauft. Der Vorteil im Vergleich zu den bis dahin üblichen Eckschachtöfen liegt vor allem in einer gleichmäßigeren inneren Durchwärmung. Dies führt zu einer verbesserten Qualität des Produkts, einer längeren Haltbarkeit des Ofenmantels und einer höheren Energieeffizienz, da ein Teil der Abgaswärme zum Vorheizen des zweiten Schachtes genutzt werden kann.

 

Christopher Eberl