Geschichte

Kurzchronik

Die Ursprünge des heutigen Stahlwerkes in Donawitz gehen auf die urkundlich nachweisbaren Hammerwerke aus dem Jahre 1436 zurück.
Viele Veränderungen an der Struktur des eisenverarbeitenden Betriebes führten zur 1. steirischen Puddelstahlerzeugung in den Jahren 1837.

Änderungen der Besitzungen, Erbauung der Bahnlinie Donawitz-Vordernberg zur Senkung der Transportkosten und die Erbauung des 1. Martinofens im Jahre 1878 leiteten eine neue Ära in der Stahlerzeugung ein. Mit der Errichtung eines Koksofens und der Erweiterung der Bahnlinie Vordernberg-Eisenerz wurde die Ära der Massenstahlerzeugung eingeleitet.

Durch den Bau eines neuen Träger- und Schienenwalzwerkes im Jahre 1892 stand Donawitz im Mittelpunkt der Verhüttung in der Monarchie.
Kurz nach der Jahrhundertwende im Jahre 1905 wurden 2 Koksöfen mit einer Tagesleistung von 400 Tonnen Roheisen errichtet. Nach der Inbetriebnahme des 14. Martinofens im Jahre 1912 wuchs Donawitz zur größten einheitlichen Stahlwerksanlage auf dem Kontinent. Brennstoffmangel führten das Werk in der Zeit um den 1. Weltkrieg in große Turbulenzen. Der Bau eines 15 Tonnen-Elektroofens um 1928 ermöglichten die Herstellung von niedrig- bis mittellegierter Sonderstähle. In diese Zeit fällt auch die Herstellung von Elektro-Manganstahlschienen.

Nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich gingen nach mehreren Fusionen 1941 die "Reichswerke AG Alpine Montanbetriebe", Hermann Göring hervor. Zu dieser Zeit standen die Herstellung kriegsnotwendiger Produkte bei Vollbetrieb der einzelnen Anlagen im Vordergrund. Außerdem kam es zum Bau von 3 Lichtbogenöfen, eines 60 t-Siemens-Martin-Ofens, eines 4. Hochofens und eines Blockwalzwerkes.

Der Wiederaufbau nach den Wirren des Weltkrieges stützte sich ab 1948 auf den Marshall-Plan. Dadurch konnte 1950 eine neue Blockstraße, 1952 eine kontinuierliche Knüppelstraße und 1954 eine Profilfertigstraße in Betrieb genommen werden.

Nach einer der bedeutendsten metallurgischen Entwicklungen im 20. Jahrhundert ging das mit zwei 30t Konvertern und einem 500t Roheisenmischer ausgestattete LD-Stahlwerk in Donawitz als zweite Anlage der Welt am 22. Mai 1953 in Betrieb. Donawitz war an der Entwicklung des LD-Verfahrens bis zur Betriebsreife maßgeblich beteiligt.

Es ist jenes Verfahren, nach dem weltweit der meiste Stahl (60%) erzeugt wird. Mit Hilfe des LD-Verfahrens kann man große Mengen Roheisen und Schrott wirtschaftlich verarbeiten, sowie Rohstahl von besonderer Güte liefern.

Weitere Meilensteine waren die Errichtung einer Stahlentgasungsanlage, der Bau einer 120 m Schienenfließadjustage und einer Anlage zur Wärmebehandlung von Schienen aus der Walzhitze. Im Frühjahr 1994 ging das weltweit modernste Schienenlager in Betrieb. Im Oktober 1995 erfolgte die Privatisierung bzw. der erfolgreiche Börsengang der VOEST-ALPINE STAHL AG.

Das bedeutenste Investitionsprojekt der letzten Jahre war der Umbau des LD-Stahlwerkes in ein topmodernes Kompakt-LD Stahlwerk. Mit einem Investitionsaufwand von € 150 Mio. wurden neben Steigerung der Wirtschaftlichkeit wertvolle Möglichkeiten zur Optimierung der Produktqualität geschaffen.
Das neue Kompakt-LD Stahlwerk bietet eine Anlagenstruktur am neuesten Stand mit intelligenter Technik, effizienter Energienutzung, optimierten Materialfluß, geringem Instandhaltungsbedarf und minimierter Umweltbelastung.