Klimawandel, Feinstaub, CO2-Emissionen, Energieeinsparung, Recycling, sauberes Wasser: Schlagworte, die medial und öffentlich heftig diskutiert werden.
Der voestalpine-Konzern hat bereits Mitte der 1980er-Jahre mit aufwendigen und umfassenden Maßnahmen zur Emissionsreduktion an seinen österreichischen Stahlproduktionsstandorten Linz und Donawitz begonnen.
Seit damals wurden hier rund 600 Mio. EUR in Umweltmaßnahmen und -anlagen investiert.
Doch mit Investitionen allein ist es nicht getan, denn die Anlagen müssen erhalten und betrieben werden. Seit 1990 betrugen die laufenden Betriebsaufwendungen für Umweltanlagen nur an den österreichischen Standorten 1,7 Mrd. EUR. (Details dazu finden Sie im Kapitel "Zahlen - Daten - Fakten".)
Im vergangenen Geschäftsjahr 2006/07 summierten sich Umweltinvestitionen allein in Österreich auf rund 47 Mio. EUR, die Umwelt-Betriebskosten auf 189 Mio. EUR. - Beide Bereiche steigen seit den 1980ern kontinuierlich an, auch im Geschäftsjahr 2006/07 wird die voestalpine-Gruppe daher erneut deutlich mehr als im Jahr zuvor für Umweltinvestitionen und -Betriebskosten aufwenden.
Die Rohstahlproduktion des voestalpine-Konzerns hat sich seit 1990 um 65 % erhöht, während sich die Umweltinvestitionen in diesem Zeitraum verdoppelt und die Umwelt-Betriebskosten sogar deutlich mehr als verdoppelt haben. Gleichzeitig wurden die Emissionen signifikant reduziert.
Denn die Umweltaufwendungen sind nicht nur in absoluten Zahlen deutlich gestiegen, sondern die voestalpine wendet auch spezifisch - das heißt je Tonne Rohstahl - heute annähernd doppelt so viel an laufenden Umweltkosten auf als etwa noch im Jahr 2000.
Diese Aufwendungen haben zu entsprechend deutlichen Verringerungen aller relevanten Emissionen gemessen an der gleichzeitig um zwei Drittel erhöhten Produktion geführt - sowohl bei CO2 als auch bei anderen relevanten Schadstoffen.
Die Staub- beziehungsweise Feinstaubemissionen wurden um mehr als 80 % verringert und werden trotz einer 30 %igen Steigerung der Produktionskapazität im Rahmen des Investitionsprogrammes am Standort Linz bis 2010 um weitere 50 % reduziert. Ebenfalls nahezu halbiert wurden seit 1990 die Schwefeldioxid-Emissionen. Und die CO2-Emissionen pro Tonne Rohstahl gingen in diesem Zeitraum um knapp 20 %, seit 1980 sogar um mehr als ein Drittel zurück. (Details dazu ebenfalls im Kapitel "Zahlen - Daten - Fakten.)
Der voestalpine-Konzern ist in diesem Zusammenhang auch aktiver Partner beim EU-Projekt „ULCOS“ (Ultra low CO2 Steelmaking), dessen Ziel in der nachhaltigen Verringerung der CO2-Emissionen bei der Stahlerzeugung liegt.
Doch Umweltschutz in der voestalpine ist weit mehr als "nur" die Verringerung von Luftemissionen.
Sowohl im Zusammenhang mit einer weiteren Reduzierung der CO2-Emissionen als auch mit einem maßgeblichen Beitrag zur Erhöhung der Recyclingquote (etwa bei Altautos gemäß der von der EU für die Automobilindustrie vorgegebenen Richtlinie) steht beispielsweise das Projekt Kunststoffeindüsung in den Hochofenprozess. Dabei ist im Wesentlichen der Ersatz fossiler Reduktionsmittel durch wiederverwertbare Reststoffe vorgesehen. Nach einem äußerst erfolgreich verlaufenen Großversuch werden derzeit die Ergebnisse im Detail ausgewertet.
Nicht zuletzt findet sich Umweltbewusstsein auch in Produkten der voestalpine.
So ist die voestalpine Stahl GmbH das weltweit erste und bisher einzige Unternehmen der Branche, dessen gesamte Produktpalette gänzlich frei von problematischen chromathaltigen Verbindungen ist. Diese innovativen veredelten Stahlband-Produkte werden etwa an die Automobil-, Hausgeräte- oder Bauindustrie geliefert.
A propos Automobil: Wenn Materialien bei gleicher Stabilität leichter werden, senkt dies nicht nur die Kosten für Autohersteller und Konsumenten - der niedrigere Treibstoffverbrauch entlastet auch die Umwelt. Neue, spezielle Stahlqualitäten, die bei deutlicher Gewichtsreduzierung gleichzeitig erhöhte Sicherheit bieten, bilden daher einen Hauptschwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der voestalpine. In diesen Produktsegmenten zählt die voestalpine übrigens schon heute zu den weltweit führenden Herstellern.
Zusätzlich wurden beziehungsweise werden im laufenden Jahrzehnt an den Standorten Linz und Donawitz groß angelegte Investitionsprogramme im Umfang von rund 3 Mrd. EUR realisiert. Der Schwerpunkt liegt neben der Kapazitätserweiterung der Produktions- und Verarbeitungsanlagen vor allem auf neuen Technologien, um die Umweltbelastung trotz des gleichzeitigen Wachstums weiter zu verringern: So ist der 2004 neu errichtete Hochofen A in Linz im europäischen Vergleich die umweltfreundlichste und energieeffizienteste Anlage dieser Art mit dem geringsten Reduktionsmitteleinsatz zur Roheisenerzeugung (das sind z.B. Koks und Heizöl schwer) und damit auch den im Quervergleich geringsten CO2-Emissionen.
Die voestalpine-Gruppe hat demnach nicht nur bereits in der Vergangenheit ihre „Hausaufgaben“ teils über gesetzliche Erfordernisse hinaus erfüllt, sondern gilt auch in Bezug auf die Umwelt heute als Benchmark in Europa.
Seit einigen Jahren läuft am Standort Linz der voestalpine das Ausbauprogramm "Linz 2010", mit dessen bereits angelaufenen Anschlussinvestitionen (Projekt "L6") bis zum Beginn des kommenden Jahrzehnts insgesamt rund 2,5 Mrd. EUR in die Kapazitätserweiterung der Stahlerzeugung, in neue, modernste Hightech-Verarbeitungs- und Veredelungsanlagen sowie in damit verbundene Umweltanlagen und -Maßnahmen (Filter, Kraftwerk und dergleichen) investiert werden.
Die voestalpine hat sich im Rahmen des Projekts zu weiteren erheblichen - und im Verhältnis dazu nur mit beträchtlichem Kostenaufwand erreichbare - Reduktionen verpflichtet; so werden etwa trotz einer um rund ein Drittel höheren Produktion die spezifischen Staubemissionen am Standort Linz bis 2010 weiter reduziert.
Dies ist teilweise nur mit neu entwickelten Technologien möglich: Mit MEROS (Maximum Emission Reduction Of Sintering) entstand beispielsweise eine der weltweit modernsten Abgasreinigungsanlagen zur Emissionsreduktion von Sinteranlagen mit selektiver Abgasrückführung. Damit wird die Emission von SO2, Schwermetallen und Feinstaub gemäß den Auflagen der Umweltverträglichkeitsprüfung verringert.
Die Division Bahnsysteme hat am Standort Donawitz in den vergangenen 15 Jahren vor allem umfangreich in die Modernisierung der Stahlbasis und der Verarbeitungsanlagen, insbesondere der Schienenproduktion, investiert und damit nicht nur die Technologien, sondern auch die Umwelteffizienz deutlich verbessert.
Bis 2008/09 wird ein weiteres ehrgeiziges Investitionsprogramm im Umfang von 140 Mio. EUR pro Jahr realisiert, davon entfällt etwa die Hälfte auf die voestalpine Stahl Donawitz zur Verbesserung der Kostenposition und weiteren Umweltmaßnahmen. Dazu zählen