Für viele Lehrlinge ist ein Auslandspraktikum ein echter Traum. Für Moritz und Manuel von unserem Standort Krems wurde dieser Wirklichkeit: Die beiden wurden im Rahmen der Initiative „Let’s Walz“ ausgewählt und verbrachten vier Wochen in Nordirland. Dort sammelten sie nicht nur wertvolle berufliche Erfahrungen, sondern lernten auch eine neue Kultur kennen und entwickelten sich persönlich weiter. Die Initiative vergibt jährlich begehrte Auslandspraktikumsplätze für Lehrlinge und ermöglicht ihnen, über den Tellerrand des gewohnten Arbeitsalltags hinauszublicken.
Die Nachricht über die Zusage kam für die beiden überraschend. Besonders Manuel konnte es zunächst kaum glauben. Umso größer war die Freude, als feststand, dass beide gemeinsam nach Belfast reisen würden.
– Manuel, Maschinenbautechnik-Lehrling„Ich habe die Info per E-Mail bekommen und konnte es am Anfang gar nicht richtig glauben. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, schon gar nicht, dass wir beide gemeinsam genommen werden. Die Freude war dann natürlich riesig und wir haben gleich miteinander telefoniert.“
Vor der Abreise hatten Moritz und Manuel unterschiedliche Erwartungen. Moritz rechnete mit hohen Lebenshaltungskosten und einer sprachlichen Herausforderung. Letztere bestätigte sich jedoch nicht: Statt Verständigungsproblemen erlebte er eine offene und herzliche Atmosphäre. Die Menschen vor Ort begegneten ihnen ausgesprochen freundlich und sorgten dafür, dass sie sich von Anfang an willkommen fühlten.
Neue Aufgaben und moderne Technik
Auch fachlich bot das Praktikum spannende Einblicke. Manuel arbeitete in einem metallverarbeitenden Betrieb im Raum Belfast, der auf Schweißarbeiten und die Fertigung von Komponenten spezialisiert ist. Bereits nach einer kurzen Einführung war er direkt in die praktische Arbeit eingebunden und konnte selbstständig Bauteile zusammenschweißen.
Moritz absolvierte sein Praktikum in einem Betrieb in Lisburn, der Spezialkomponenten für die Luftfahrt und weitere technische Anwendungen fertigt. Da dort überwiegend Einzelstücke produziert werden, konnte er vielfältige Aufgaben kennenlernen.
– Moritz, Maschinenbautechnik-Lehrling“Ich habe viel gefräst und gedreht, war auch in Wartungsarbeiten eingebunden und habe später Bauteile mit einem Laser vermessen. Besonders aufregend war für mich, dass ich sogar auf der größten CNC-Fräse Europas mitarbeiten durfte.“
Im Arbeitsalltag bemerkten beide einige Unterschiede zu Österreich. Während die Pausenzeiten streng geregelt waren, erlebten sie den Umgang unter den Kolleg:innen insgesamt als entspannter.
– Manuel, Maschinenbautechnik-Lehrling„Ich durfte überall dabei sein und vieles ausprobieren. Die Kolleg:innen waren offen und haben mir viel gezeigt, ganz ohne Druck. Das hat die Arbeit echt angenehm gemacht.“


Erfahrungen abseits des Arbeitsplatzes
Neben der Arbeit blieb genügend Zeit, Land und Leute kennenzulernen. Untergebracht waren die beiden bei einer älteren Dame, die sie herzlich aufnahm und schnell wie Familienmitglieder behandelte. Gemeinsam mit anderen Lehrlingen aus Niederösterreich erkundeten sie Belfast, besuchten das Titanic Museum und unternahmen einen Ausflug nach Dublin. Besonders Belfast selbst hinterließ einen bleibenden Eindruck.
Auch kulturell gab es einiges zu entdecken. Die Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme im Alltag beeindruckten die beiden besonders. Moritz erinnert sich, dass ältere Menschen beispielsweise ganz selbstverständlich vorgelassen wurden und allgemein ein sehr respektvoller Umgang herrschte.
Kultur, Gastfreundschaft und unvergessliche Erlebnisse
Von ihrem Auslandsaufenthalt nahmen beide viele Erfahrungen mit. Moritz verbesserte insbesondere seine Englischkenntnisse und bemerkt einen deutlichen Unterschied beim Sprechen und Verstehen. Manuel gewann vor allem eine neue Perspektive auf sein gewohntes Arbeitsumfeld. Er lernte, die vorhandenen Möglichkeiten, Maschinen und Arbeitsbedingungen noch mehr zu schätzen.
Für andere Lehrlinge haben die beiden eine klare Empfehlung: Ein Auslandspraktikum ist eine einmalige Chance, die man nutzen sollte. Neue Menschen, neue Arbeitsweisen und viele unvergessliche Erlebnisse machen eine solche Erfahrung zu etwas ganz Besonderem.
– Manuel, Maschinenbautechnik-Lehrling„So eine Chance bekommt man wahrscheinlich nur einmal. Auch wenn die Bewerbung auf Englisch etwas Aufwand bedeutet, zahlt es sich absolut aus. Man sammelt Erfahrungen, die man so schnell nicht vergisst.“



