Neben Metallurgie & Umformtechnik hätte ihn noch die Lehre zum Chemielaboranten interessiert, aber er ist nun happy beim Hochofen: Marcus Kienbink über Hitze, Handball und die Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung.

Du bist im 4. Lehrjahr jetzt beim Hochofen tätig – Welche Erfahrungen hast du dort schon gemacht – mit Kollegen und Vorgesetzten?

Marcus Kienbink: Als Lehrlinge sind wir auf einer Ebene mit den Facharbeitern – das ist super, es herrscht ein guter Teamspirit. Mit Herrn Masser haben wir einen Lehrlingsbeauftragten, von dem man viel lernen und mit dem man über alles reden kann.

Marcus Kienbink

Beim Hochofen zu arbeiten ist körperlich und mental herausfordernd – wie kommst du damit zurecht?

Na ja, trotz Schutzanzug spürt man die hohe Temperatur, oft bis zu 1.400 Grad. Am Nachmittag hab ich mich dann manchmal hingelegt, weil ich von der Hitze ziemlich erschöpft war. Aber ich finde, ich habe einen lässigen Job beim Hochofen – in den 8 Stunden wird einem nie langweilig.

Covidbedingt machst du ab jetzt Distance Learning, dh., das sind für dich auch die letzten Wochen Berufsschule vor der LAP?

Ja, im 4. Lehrjahr sind die Inhalte und die Arbeitsaufträge schon anspruchsvoll. Beim Distance Learning muss man viel selbstständig erarbeiten. Wenn man in der Schule ist, kann man öfter direkt nachfragen, wenn man etwas erklärt haben möchte. Und es werden ja auch über die digitalen Tools, bei uns ist das „Microsoft Teams“, Wiederholungen gemacht, dh., man muss vorbereitet sein. Ich würde die LAP gern mit Auszeichnung schaffen, zeitlich ist jetzt schon mehr zu investieren, und ich hab deswegen meine Trainertätigkeit beim Handball vorerst ausgesetzt.

Handball ist beim Sport dein Lieblingsthema, oder …

Handball ist ein toller körperbetonter Sport, ich spiele beim Verein „BT Füchse“. Es werden viele Tore geschossen – das ist der Kick! Voriges Jahr hab ich angefangen als Trainer. Ich wusste nicht, wie es mir gehen wird, wenn ich die Spieler sehe und selbst nicht eingreifen kann. Aber wenn man dann einmal das Strahlen in den Augen der 8- und 10-Jährigen sieht, muss man einfach positiv dazu stehen. Das hat mich an meine Anfangszeit erinnert, ich war auch 100prozentig begeistert und bin es jetzt noch.

Marcus Kienbink beim Handballspielen

In action beim Handball. Marcus hofft, dass es nicht mehr allzu lange dauert, bis eine „neue Normalität“ eintritt und Zuschauerinnen und Zuschauer wieder erlaubt sind.

Wie geht’s dir jetzt überhaupt mit der Covid-Phase und mit den Einschränkungen?

Na ja, ich gehe spazieren und laufen – aber ich bin froh, wenn das wieder gelockert wird und man beispielsweise wieder ins Fitnesscenter gehen darf. 

Woran wirst du dich eigentlich noch lange erinnern, wenn du an deine Lehre denkst?

Ganz eindeutig an den Englandaufenthalt: Ich war unter den glücklichen 16, die mitfahren durften. Hoffentlich ist das nach Corona wieder möglich, das war eine der tollsten Erfahrungen, die ich machen konnte. Wir waren alle bei sehr netten Gasteltern untergebracht. Bei diesem Aufenthalt habe ich mein Englisch wirklich toll verbessern können.

Das hört sich so an, als wenn du das sofort wieder machen würdest?!

Ja, klar. Also wenn es die Möglichkeit gäbe, bei einer der internationalen voestalpine-Gesellschaften zu arbeiten, würd ich das gern machen. Amerika ist in dieser Hinsicht meine Traum-Destination. Da könnte ich mir gut vorstellen, dass ich dort auch länger wäre, z. B. ein Jahr.

Und welche Zukunftswünsche gibt’s noch?

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich weiterhin bei der voestalpine bleiben kann, weil mir der Job beim Hochofen sehr gut gefällt. Lehrlingsausbildner würde ich auch gern werden. Und was Handball betrifft, möchte ich gern aufsteigen mit der Mannschaft und unter die ersten Fünf kommen – österreichweit. Und ich hoffe, dass wir bald wieder einmal Zuschauer haben können bei den Matches.

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