4women in steel im Portrait: Doris Binder

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Im Interview beschreibt Doris Binder ihren Karriereweg als Zusammenspiel aus Chancen, Engagement und stetiger Weiterentwicklung – heute gestaltet sie als Investitionsplanerin und Projektmanagerin maßgeblich Projekte und Investitionsvorhaben im Unternehmen mit.

 

Welche Meilensteine in Ihrer Karriere bei voestalpine betrachten Sie als Ihre größten Erfolge? Welche Ihrer beruflichen Erfahrungen oder Projekte hat Sie besonders gut auf Ihre derzeitige Position vorbereitet?

Für mich gibt es keinen einzelnen, klar abgrenzbaren Meilenstein – vielmehr war jede Station meiner Laufbahn in der voestalpine wichtig und hat mich auf meine heutige Rolle vorbereitet.

Begonnen habe ich im Sekretariat bei CTA, parallel dazu habe ich die Abend-HTL absolviert. Diese Zeit war sehr intensiv, da ich Vollzeit gearbeitet und gleichzeitig eine technisch anspruchsvolle Ausbildung verfolgt habe. Rückblickend bin ich sehr stolz darauf, diesen Weg konsequent gegangen zu sein. Außerdem bin ich dankbar, dass ich während dieser Zeit große Unterstützung von meiner Führungskraft und meinen Kolleginnen und Kollegen erfahren habe.

Innerhalb von CTA bot sich mir die Möglichkeit, mich von der Fachtechnikerin zur Fachingenieurin Mechanik weiterzuentwickeln. Dabei konnte ich sowohl mein technisches Know-how vertiefen als auch ein starkes Netzwerk aufbauen. 

Nach meiner Zeit in der Technik wechselte ich in die Finanzbuchhaltung. Dafür war mein Abschluss von der HAK eine gute Grundbasis und ich konnte wertvolle kaufmännische Erfahrung sammeln.

Diese Kombination aus organisatorischem Verständnis, technischem und wirtschaftlichem Know-how bildet heute die Basis meiner Tätigkeit als Investitionsplanerin und Projektmanagerin.

Eine besonders prägende Erfahrung war zudem meine Teilnahme am unternehmensinternen Entwicklungsprogramm „Pre Stage“, für das ich von meinem damaligen Hauptprozessleiter nominiert wurde. Die dort vermittelten Inhalte und Perspektiven haben mich sowohl fachlich als auch persönlich weitergebracht.

Insgesamt sehe ich meine Entwicklung als ein Zusammenspiel vieler Chancen, die ich aktiv genutzt habe – gepaart mit viel Eigeninitiative und dem Wunsch, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Welche Rolle spielt Teamdynamik in Ihrer Arbeit, und wie fördern Sie ein Arbeitsklima, das Leistung und Innovation unterstützt?

Eine funktionierende Teamdynamik ist sowohl bei großen Investitionsprojekten als auch im Tagesgeschäft entscheidend. Ein gutes Miteinander im Team ist für mich die Grundlage für erfolgreiche Projekte. Bisher hatte ich das Glück mit großartigen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten zu dürfen.

Aktuell arbeiten wir an einem neuen Großprojekt, das sich über mehrere Jahre erstreckt. Bereits beim gemeinsamen Kick-off konnten wir einen klaren Fahrplan für die Zusammenarbeit definieren und die Grundlage für eine vertrauensvolle Teamkultur schaffen. Mir ist besonders wichtig, dass offene und ehrliche Kommunikation gelebt wird. Probleme sollen genauso angesprochen werden wie positive Entwicklungen. Nur wenn Herausforderungen transparent gemacht werden, können wir gemeinsam Lösungen erarbeiten und uns weiterentwickeln.

Ein weiterer zentraler Faktor ist Vertrauen: Vertrauen in die fachliche Kompetenz jedes Einzelnen sowie in das gemeinsame Ziel des Teams.

Ich lege großen Wert darauf, aktiv zuzuhören, gezielt nachzufragen und Klarheit zu schaffen. 

In einem Team gibt es immer unterschiedliche Charaktere und Perspektiven, genau das kann die Zusammenarbeit bereichern.

Wie gehen Sie mit Rückschlägen oder schwierigen Phasen im Berufs- und Privatleben um, und welche Strategien haben Sie entwickelt, um gestärkt daraus hervorzugehen?

Ich bin eine hoffnungslose Optimistin und lasse mich von Rückschlägen nicht so schnell entmutigen. Mein persönliches Motto in solchen Situationen lautet: „Aufstehen, Kopf hoch und weitergehen.“

Sowohl im Berufs- als auch im Privatleben verstehe ich Herausforderungen als Teil eines kontinuierlichen Lernprozesses – nicht nur fachlich, sondern auch persönlich und zwischenmenschlich. Ich versuche bewusst, aus Feedback und Beobachtungen zu lernen und nehme viele Impulse aus meinem Umfeld mit. Diese helfen mir, mich weiterzuentwickeln und gestärkt aus schwierigen Phasen hervorzugehen.

Welche Hobbys oder Aktivitäten helfen Ihnen, sich zu entspannen und neue Energie zu tanken?

Meine Freizeit verbringe ich am liebsten in der Natur – sei es beim Wandern, Radfahren oder bei der Gartenarbeit.

Außerdem schätze ich es sehr, mich in ein gutes Buch zu vertiefen und bewusst abzuschalten. 

Besonders wichtig ist mir jedoch die Zeit mit Familie und Freunden, daraus schöpfe ich Kraft und Energie. Ein gesunder Ausgleich und eine positive Einstellung – gepaart mit einer guten Portion Humor – helfen mir, auch anspruchsvolle Situationen im Privaten und im Beruf gelassen zu meistern.

Welche Schlüsselkompetenzen halten Sie für essenziell, um in Ihrer Position erfolgreich zu sein?

Aus meiner Sicht sind vor allem Eigeninitiative, Lernbereitschaft, Disziplin und Durchhaltevermögen entscheidend.

Mein beruflicher Weg zeigt, wie wichtig es ist, Chancen aktiv zu ergreifen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Niemand kommt auf einen zu und steuert die eigene Entwicklung – deshalb ist es wichtig, selbst offen für Neues zu bleiben und die eigenen Möglichkeiten zu nutzen.

Ich habe mich bewusst dazu entschieden, neben dem Beruf eine zweite Ausbildung zu absolvieren und meinen Weg aktiv zu gestalten. Diese Entscheidung hat mir viele Türen geöffnet und ermöglicht es mir heute, sowohl technische als auch kaufmännische Themen in meiner Rolle zu verbinden.

Was ich anderen mitgeben möchte: Dranbleiben, offen sein und Eigeninitiative zeigen. Es lohnt sich, neue Wege zu gehen und sich weiterzuentwickeln.