Optimierte Wärmebehandlung für eine überragende Lebensdauer der Form
Die Wärmebehandlung ist ein entscheidender Prozess bei der Herstellung von Kunststoffspritzgussformen. Sie verbessert die mechanischen Eigenschaften von Werkzeugstählen und erhöht deren Härte, Verschleißfestigkeit, Zähigkeit und Maßbeständigkeit. Eine fachgerechte Wärmebehandlung stellt sicher, dass Formeneinsätze und Werkzeugkomponenten den hohen Belastungen des Spritzgießprozesses standhalten, einschließlich hoher Drücke, Temperaturschwankungen und des abrasiven Flusses von Kunststoffschmelzen.
Im Formenbau sind die Hauptziele der Wärmebehandlung

Vor dem Härten wird der Formstahl langsam vorgewärmt (in der Regel auf 400–800 °C, je nach Stahlsorte), um thermische Spannungen und Verformungen zu vermeiden. In diesem Schritt wird die Temperatur im gesamten Bauteil gleichmäßig verteilt.
Der Stahl wird auf die kritische Temperatur (etwa 850–1050 °C) erhitzt, um sein Gefüge in Austenit umzuwandeln. Anschließend wird der Stahl in Öl, Luft oder im Vakuum schnell abgekühlt (geschreckt), wodurch Martensit entsteht und eine hohe Härte erreicht wird.
Das Abschreckmedium wird je nach Stahlsorte und Bauteilgeometrie ausgewählt:
Ölabschreckung: Mittlere Abkühlgeschwindigkeit für legierte Stähle
Luft- oder Gasabschreckung: Für lufthärtende Stähle wie H13
Vakuumabschreckung: Zur Minimierung von Oxidation und Verformung
Unmittelbar nach dem Abschrecken baut das Anlassen innere Spannungen ab und der Einstellung der gewünschten Gebrauchshärte. Die typischen Anlasstemperaturen liegen zwischen 150 und 600 °C. Die meisten Formenstähle werden zweifach oder dreifach angelassen, um gleichmäßige Werkstoffeigenschaften zu erzielen.
Nach der Grobbearbeitung und vor der Endbearbeitung trägt das Spannungsarmglühen bei 550–650 °C dazu bei, Verformungen während des Härtens und der Bearbeitung zu verhindern
Sorgt für eine saubere, oxidationsfreie Oberfläche, ideal für polierte Formen und enge Toleranzen.
Das Abkühlen des Stahls auf Temperaturen unter dem Gefrierpunkt (-80 °C bis -196 °C) wandelt Restaustenit in Martensit um, wodurch die Verschleißfestigkeit und die Formstabilität verbessert werden.
Bildet eine harte, verschleißbeständige Oberflächenschicht (bis zu 70 HRC), ohne die Kernhärte zu verändern. Ideal für Schieber, Stifte und Einsätze.
Härtet gezielt bestimmte Bereiche wie Verschleißzonen, Trennfugen oder Angussbereiche.
Eine fachgerecht durchgeführte Wärmebehandlung ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Werkzeugstahl die hohen Qualitätsanforderungen der Kunststoffspritzgussindustrie erfüllt.
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