Life-Cycle-Costs

Life-Cycle-Costs des Fahrwegs

Für die Betreiber des schienengebundenen Verkehrs werden Begriffe wie Life-Cycle-Costs, Total Cost of Ownership oder Gesamtkostenbetrachtung immer öfter verwendet. Bei der Beschaffung wird nicht mehr nach dem billigsten, sondern nach dem langfristig kostengünstigsten Produkt gesucht.

Europäische Normen und kundenspezifische Spezifikationen legen fest, welche qualitativen Ansprüche von den verwendeten Produkte gefordert werden. Die voestalpine Schienen bietet dem Kunden hochwertigste Produkte an, dessen Eigenschaften besser als gefordert sind.

Zusätzlich werden Dienstleistungen wie just-in-time Baustellenlieferung sowie eingehende technische Beratung bei der Werkstoff-Auswahl angeboten.

Ziel ist, für die jeweilige Anwendung ein Produkt zu empfehlen, das die geringsten Gesamtkosten über die Lebensdauer erwarten lässt. Verschiedene Untersuchungen in Europa und Übersee haben gezeigt, dass beim Einsatz von hochwertigen und damit naturgemäß teureren Produkten in allen Fällen mit geringeren Instandhaltungskosten gerechnet werden kann.

Da die meisten dieser Studien zwar klare qualitative Aussagen treffen, aber nur selten auch eine Quantifizierung der Einsparung darstellen, beschäftigt sich die voestalpine Schienen schon seit 1997 intensiv mit der Frage nach den Lebenszykluskosten des Fahrwegs.

Konkrete Ergebnisse wurden für den Einsatz von feinperlitisch kopfgehärteten Rillenschienen bei Nahverkehrsbetrieben erarbeitet. Zusammen mit Partnern wurden die beiden Programme LCC-Tool und LCC-Rail entwickelt, mit dem die Lebenszykluskosten vorausberechnet werden. Dies soll dem Kunden ermöglichen, fallspezifische Entscheidungen zur Werkstoffwahl treffen zu können.

voestalpine´s LCC-Tool für Rillenschienen

Die voestalpine Schienen GmbH produziert seit 1992 feinperlitisch kopfgehärtete HSH® Rillenschienen für die Straßenbahnen. Diese Schienenstähle haben einen höheren Verschleißwiderstand als die üblicherweise verwendeten Schienen der Güte S700 und bieten wegen der verlängerten Liegedauer einen höheren Kundennutzen. Dieser Vorteil wurde in Zusammenarbeit mit fünf namhaften Verkehrsbetrieben nachgewiesen (siehe Projekt „Life-Cycle-Costs von Rillenschienen“).

Die so gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass der Einsatz von kopfgehärteten HSH®-Rillenschienen in Kurven einen deutlichen Kostenvorteil gegenüber dem Einsatz von naturharten Schienen mit sich bringt.

Ausgehend von dieser Untersuchung wurde eine Software entwickelt, die eine Auswahl der optimalen Schienenstahlsorte für die jeweiligen Betriebsbedingungen ermöglicht. Ziel ist die Verlängerung der Gesamtliegedauer und Minimierung der jährlichen Gesamtkosten des Fahrwegs.

Für die Ermittlung des Lebenszyklus mit dem „LCC-Tool“ werden Daten über die Bogengeometrie und die Belastung des Gleises benötigt. Die Darstellung erfolgt vorwiegend in Form von Grafiken, es können alle berechneten Größen aber auch in Tabellenform protokolliert werden. Beispiele für die Ergebnisdarstellung sind im Attachment dargestellt. Das Programm arbeitet in Echtzeit und erlaubt flexible Änderungen der Eingabe-Parameter.

Die Berechnungen werden daher im Dialog mit dem Anwender gemeinsam durchgeführt. Ebenso können Sensitivitätsanalysen der wichtigsten Kostentreiber einfach und schnell durchgeführt werden.

Wenn Sie Fragen zum LCC-Tool haben, oder das LCC-Tool näher kennen lernen möchten, zögern Sie bitte nicht, den Technischen Kundendienst zu kontaktieren.

Life-Cycle-Costs von Rillenschienen

Die voestalpine Schienen GmbH produziert seit 1992 feinperlitisch kopfgehärtete HSH® Rillenschienen für die Straßenbahnen. Diese Schienenstähle haben einen höheren Verschleißwiderstand als die üblicherweise verwendeten Schienen der Güte 700 und bieten wegen der verlängerten Liegedauer einen höheren Kundennutzen. Die besseren Materialeigenschaften lassen auch einen geringeren Instandhaltungsaufwand und damit verbunden eine Kosteneinsparung erwarten.

Um das nachzuweisen, wurde die Firma DIE INGENIEURWERKSTATT GmbH beauftragt, eine Analyse der Lebenszykluskosten - d.h. der gesamten Kosten von der Beschaffung bis hin zur Entsorgung - durchzuführen (siehe Attachment). Diese Arbeit wurde zusammen mit fünf namhaften Verkehrsbetrieben in Deutschland und Österreich durchgeführt.

Die so gewonnenen Erkenntnisse zeigen nach einer Untersuchungszeit von zwei Jahren, dass der Einsatz von kopfgehärteten HSH®-Rillenschienen in Kurven einen deutlichen Kostenvorteil gegenüber dem Einsatz von naturharten Schienen mit sich bringt. Die prognostizierte Standzeit einer kopfgehärteten Schiene liegt bis zum 4-fachen über denen einer naturharten Schiene. Es werden Einsparungen von bis zu 15% der Gesamtkosten pro Jahr erzielt, wobei die Kosten der Instandhaltung um bis zu 40% geringer sind.