voestalpine Böhler Welding

Schweißen & Schneiden Rückblick Teil 3

10. Nov 2017

Erster Preis für hervorragenden Anwendungsservice wurde in vier Kategorien im Rahmen einer festlichen Zeremonie verliehen.

Der Spezialist für Schweißzusatzwerkstoffe voestalpine Böhler Welding nutzte die Bühne von Schweißen & Schneiden 2017 um das in der Industrie führende Programm an Anwendungsserviceleistungen zu präsentieren. Am Abend des 26. September zog es mehr als 350 geladene Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen und aus aller Welt an den Stand des Unternehmens, um die allererste Verleihung des Solvator Awards mitzuerleben. Insgesamt wurden neun Preise in vier verschiedenen Kategorien für Projekte verliehen, in denen Hersteller innovative Schweißlösungen in enger Zusammenarbeit mit dem voestalpine Böhler Welding Anwendungsservice umgesetzt haben. Die Nominierten und Gewinner wurden von einer erstklassigen Jury gewählt, bestehend u.a. aus Univ. Prof Dr. Christof Somitsch, TU Graz, Univ. Prof. Dr. Ronald Schnitzer, Montanuniversität Leoben und voestalpine Böhler Welding CEO Günter Neureiter.

Günter Neureiter eröffnete den Festakt mit einer Einführung in die Vision und Mission seines Unternehmens. “Laut unserer Auffassung steht die Versorgung mit hochwertigen Zusatzwerkstoffen für Verbinden, Plattieren und Löten am Anfang, und ist sicherlich nicht der Schlussstrich. Wir sind es, die in der Schweißindustrie über das erfahrenste Team an Anwendungsingenieuren für die Kundenbetreuung verfügen. Und deren Koffer sind immer gepackt. Die Zusammenarbeit mit unseren Kunden, damit diese das Beste aus unseren Schweißlösungen machen können, ist die eigentliche DNA unseres Unternehmens. Das unterscheidet uns von unseren Mitbewerbern und deswegen haben wir uns entschieden, die beeindruckendsten Ergebnisse unserer Zusammenarbeit mit Herstellern mit dem Solvator Award zu würdigen.“

Die Preise wurden im Rahmen einer lebhaften und unterhaltsamen Zeremonie in den Kategorien „Beste technische Lösung“, „Effizienteste Lösung“ und „Umweltfreundlichste Lösung“ verliehen. Des Weiteren wurde ein nicht angekündigter Preis für das beste Gesamtpaket verliehen. Die Gewinner wurden in jeder Kategorie aus mehr als 50 Bewerbungen aus aller Welt auf der Grundlage umfassender Kriterien bzgl. Grad der Herausforderung, Schwierigkeit, Innovation und Kundenvorteil ermittelt. 

Der Goldene Solvator Award für die beste technische Lösungging an die französische MilitärwerftNaval Groupfür die gemeinsame Entwicklung und Qualifizierung eines Fülldrahts für das Schweißen von Unterseebooten aus hochfestem Stahl. In dieser Branche sind Qualität und Sicherheit oberstes Gebot, zusätzlich dazu bestand die Vorgabe, die Stabelektroden zu ersetzen und das Schweißen der Rumpfsektionen wirtschaftlicher zu gestalten. Das voestalpine Böhler Welding Anwendungsservice beriet bei der Auswahl des Fülldrahts und optimierte ihn im Anschluss an die in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Werft durchgeführten Versuche. Die neue Lösung bestand nicht nur die anspruchsvollen technischen Anforderungen, einschließlich der Explosionsprüfung, sondern sorgte für eine um fast das Dreifache höhere Schweißproduktivität.

Der Goldene Solvator Award für die effizienteste Lösungging anFelguera Calderia Pesadain Spanien für deren Elektro-Schlacke-Plattierung mit Bandelektrode der 825 Legierung in zwei dünnen Schichten auf massivem dickwandigen Reaktorstahl. Für diese Anwendung testete der voestalpine Böhler Welding Anwendungsservice ein Band für die Plattierung der 825 Legierung mit einem neu entwickelten Hochgeschwindigkeits-Pulver mit guter Stabilität, guter Schlacke-Entfernbarkeit und hoher Bruchfestigkeit gegen Wärmerissbildung. Die Qualifizierung und Implementierung der Schweißverfahren wurden unterstützt. Das Projekt wurde fristgerecht und unter Erfüllung aller Anforderungen des Kunden abgeschlossen.

Der Goldene Solvator Award für die umweltfreundlichste Lösungging an den marokkanischen HerstellerPROMINOXfür deren Beitrag zum marokkanischen Noor Sonnenkraftwerksprojekt. PROMINOX erhielt den Zuschlag für den Bau der Salzschmelzetanks für die zweite Phase des Projekts, Noor 2. Es handelte sich um drei Tanks aus unlegiertem Stahl und einem Tank aus AISI 347H Edelstahl. Der voestalpine Böhler Welding Anwendungsservice unterstützte das Unternehmen bei der Auswahl der Schweißzusatzstoffe - einem Metallpulverfülldraht und einer Fülldraht/Schweißpulver-Kombination für Unterpulverschweißen – der Erstellung der Schweißverfahrensprüfungen und der Schulung der Schweißer vor Ort.

Der goldene Solvator Award für das beste GesamtpaketwurdeGeneral Electric India, für die Herstellung von Lokomotivendrehgestellen, verliehen, wobei IS 2062 Gussstahl mit Schmiedestahl verbunden werden musste – was als globaler Maßstab betrachtet werden kann. Die Drehgestelle sind im Betrieb einer Ermüdungsbelastung ausgesetzt, die hohe Anforderungen an die Schweißqualität und an das Aussehen stellt. Aus den drei ursprünglich vom voestalpine Böhler Welding Anwendungsservice empfohlenen potentiellen Zusatzwerkstoffen entschied man sich schließlich für den Metallpulverfülldraht als beste Option, die dann umfangreichen Versuchen für die Schweißverfahrensprüfung unterzogen wurde. Die Ermüdung war bei der Ausarbeitung des Testprogramms der entscheidende Aspekt. Geschweißte Versuchsdrehgestelle wurden in die USA für Abnahmeprüfungen geschickt, mit positivem Ergebnis. Vor Ort durchgeführte Test konzentrierten sich auf die Begrenzung des Verlusts an mechanischer Festigkeit in der Wärmeeinflusszone und auf die Beherrschung des Verzugs, beides mittels Feinabstimmung der Schweißparameter. Auch wurden die Möglichkeiten untersucht, wie Schweißfehler in schwer zugänglichen Bereichen vermieden werden können. Der Metallpulverfülldraht bestand alle zerstörenden und zerstörungsfreien Versuchsanforderungen. In der Praxis bewährte er sich als einfach zu schweißende und kosteneffiziente Lösung.