Wie viele ihrer Altersgenossen schwärmen auch Richard Klaus und Toni Winterberg für Heavy Metal. Allerdings in Form der Maschinen der voestalpine Automotive Components Schmölln. Dort steuern die beiden auf den Abschluss ihrer Ausbildung zum Werkzeugmechaniker zu.

Ein knappes Jahr haben Toni Winterberg und Richard Klaus noch bis zum Prüfungsfinale ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Werkzeugmechaniker vor sich. Zeit, die schnell verfliegen wird, denn die Werkshallen der voestalpine Automotive Components in der prosperierenden Kleinstadt Schmölln in Thüringen sind ein Eldorado für Maschinenwartungsspezialisten: Mit einer Armada an Pressen sowie Schweiß- und Montagezentren versorgen 800 Mitarbeiter die Automobilhersteller dieser Welt mit einbaufertigen Stanz- und Umformteilen, komplexen Baugruppen sowie Sicherheits- und Aufprallschutzkomponenten.

Wo so viele Maschinen auf Hochtouren laufen, gibt es immer was zu tun.Toni Winterberg

Routiniertes Nachschärfen

Wie sein Kollege Richard Klaus gehört der junge Mann aus Gera zum Werkzeugserviceteam. Vierzig Köpfe zählt es. Und achtzig flinke Hände, die häufig mit dem Nachschärfen der Schneidstempel der Pressen beschäftigt sind. Eine Routineaufgabe, die Klaus und Winterberg als Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr längst selbstständig durchzuführen gelernt haben. Geschicklichkeit ist dabei ebenso gefragt wie Geschwindigkeit: „Wenn wir gerufen werden, kommen wir innerhalb von Minuten und beheben das Problem sofort“, erzählt Klaus, „denn unsere Mission ist es, Maschinenstillstände zu vermeiden beziehungsweise so kurz wie möglich zu halten.“

Gute Arbeit, gutes Geld in Schmölln

Handwerk hat technischen Boden

Dementsprechend ist das dynamische Duo nur fallweise an seinen Arbeitstischen in der Serviceabteilung anzutreffen. Wenn die zwei nicht gerade einer Maschine den notwendigen Service angedeihen oder sich von Ausbildungsleiter Ronny Thurau in die Feinheiten des Berufs einweihen lassen, trainieren sie regelmäßig beim Aus- und Weiterbildungsverbund Altenburg, mit dem die voestalpine Automotive Components Schmölln zusammenarbeitet. Oder sie drücken die Berufsschulbank in Jena. In Altenburg haben die Auszubildenden mit dem Feilen und Schweißen wesentliche technische Grundlagen des Werkzeugmechanikerhandwerks erlernt. 

Natürlich bringen wir unseren Auszubildenden auch bei, wie man CNC-Maschinen steuert und wartet, aber wir legen großen Wert darauf, dass die jungen Kollegen auch handwerklich und auf herkömmlichen Maschinen fit sind.Ronny Thurau, Ausbildungsleiter

Lerngruppeweise im Wohnheim

In Jena steht hingegen die Theorie im Vordergrund und auf dem Ausbildungsplan. Von ihrem hohen praktischen Wert braucht man Toni Winterberg und Richard Klaus nicht mehr zu überzeugen: „Du kannst eine Maschine nur dann gut warten, wenn du über die Fertigungstechnik Bescheid weißt“, sagt Winterberg. „… und dazu muss man die Werkstoffe kennen und Materialkunde büffeln“, ergänzt sein Kollege Richard Klaus. Dazu organisieren die Auszubildenden mit ihren Fach- und Alterskollegen Lerngruppen, in denen sie sich gegenseitig unter die Arme greifen – einer der Vorteile des Lebens im Wohnheim, in dem Klaus und Winterberg während der Berufsschulzeit logieren.

Gute Arbeit, gutes Geld

Dass sie beim Feierabendbier mit den anderen nicht jeden Cent zweimal umdrehen müssen, liegt am überdurchschnittlich hohen Lohn, der dem Arbeitgeber voestalpine Automotive Components das Engagement seiner Auszubildenden Wert ist: Schon im ersten Ausbildungsjahr fließen monatlich über 1.000 Euro aufs Konto der Azubis. Und mit der Lehrabschlussprüfung ist der nächste Gehaltssprung schon in Sicht.

Es ist einfach super, wenn du dich beruflich richtig entschieden hast und dann auch noch richtig gut verdienst.Richard Klaus & Toni Winterberg