Keine Podestplätze, jedoch eine ‚Medallion for Excellence‘ und wertvolle Erfahrungen, brachten diesmal die jungen voestalpine-Fachkräfte von den ‚44. WorldSkills 2017‘, die zwischen 15. und 18. Oktober in Abu Dhabi stattfanden, mit Nachhause.  

Mehr als 1.200 Teilnehmer aus aller Welt

Mit Berufsweltmeisterschaften von anno dazumal hatten die 44. ‚WorldSkills‘ nur noch recht wenig zu tun. Einen Hinweis boten alleine die Outfits der Teams. Ganz wie bei Sportwettbewerben leisten sich die 76 teilnehmenden Länder uniformes und funktionales Equipment für ihre „Athleten“. So halten auch die Fertigkeiten, die verlangt wurden, eher dem Vergleich mit Leistungen im Spitzensport stand, als mit dem, was man im Alltag unter Berufsausübung versteht. Die Standards sind auch wesentlich höher als noch vor einigen Jahren. Weil Computer in vielen Berufen Einzug gehalten haben und wegen der großen, starken Konkurrenz. Mehr als 1.200 Teilnehmer, die Besten ihrer Zunft, kämpften um die Titel in 51 Berufen.

Das waren schon ganz andere Dimensionen, als alles, was unsere Burschen vorher kannten. Auch wenn sie dort cool antraten, steigt die Spannung unweigerlich von Tag zu Tag. Wir vom Ausbildungszentrum und als Betreuer versuchen, ihnen die Fertigkeiten und auch die Einstellung mitzugeben, dass sie einen Podestplatz erreichen können, selbst wenn sie sich mit den Besten der Welt messen. Das sollte auch im Vordergrund stehen. Sie machen das für sich und nicht für die Firma.Stefan Steinbichl, Lehrlingsausbildner, voestalpine Stahl GmbH & Team Leader von Team Austria.

Die drei österreichischen Teilnehmer der voestalpine vor der Siegerehrung. Georg Wahlmüller (Mitte) holte sich da seine ‚Medallion for Excellence‘.

Team voestalpine aus Österreich und Niederlande

Die Hürden auf dem Weg nach Abu Dhabi waren zahlreich. Nicht nur, dass die fachliche Kompetenz, die bei ‚WorldSkills‘ verlangt wird, weit über den Inhalt einer Lehre hinausgeht – ohne intensive, zusätzliche Vorbereitung durch Unternehmen und Betreuer, hätte man keine Chance. Aber die Besten der Welt werden erst auch noch durch nationale Ausscheidungen vorselektiert. Von der voestalpine Stahl GmbH in Linz hatten sich über Staatsmeistertitel im Vorjahr das Team der Mechatroniker Julian Aigner (19) und Jürgen Anzinger (20) qualifiziert sowie Jungfacharbeiter Georg Wahlmüller (19), der diesmal im Wettbewerb Anlagenelektrik (Industrial Control) Platz elf, 700 Punkte und damit eine ‚Medallion for Excellence‘ für Österreich erreichte. Haarscharf an dieser Auszeichnung vorbei schrammte der 22-jährige CNC-Techniker Marco Quené aus den Niederlanden. Der Trainee nahm als erster Mitarbeiter der voestalpine Automotive Components Bunschoten B.V. überhaupt an den ‚WorldSkills‘ teil. Allein das schon ein riesiger Erfolg, hatte er sich doch durch den Titelgewinn beim niederländischen, nationalen Wettbewerb qualifiziert.

Das Niveau war sehr hoch, die Aufgaben waren viel schwieriger als bei den Euro-Skills. Die Konkurrenz war groß und man konnte sehen, dass in Asien viel investiert wird in Menschen und auch in Ressourcen.Marco Quené, Trainee CNC Machining Operator, voestalpine Automotive Components Bunschoten B.V.

2016 holte der Niederländer Marco Quené eine ‚Medallion for Excellence‘ bei den ‚Euroskills‘. Diesmal schrammte er haarscharf daran vorbei. Bild: © WorldSkills

An diesem Beispiel kann man sehen, dass die Investition in Mitarbeiter zu Höchstleistungen führt. Die Erfüllung der Prüfungsaufgaben unter hohem Druck erfordert viel mehr als nur technisches Wissen. Ich bin stolz darauf, dass wir bei uns in Bunschoten eine Kultur haben, die sich auf die Entwicklung von Mitarbeitern konzentriert. Martin Kerkhoff, Manager Trainings, voestalpine Automotive Components Bunschoten B.V.