IPO Oktober 1995 4 Minuten Lesezeit
Verantwortung

IPO Oktober 1995

Volkmar Held
Als freier Autor berichtet Volkmar Held für voestalpine über Themen, die bewegen. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Storys reichen von der Archäometallurgie bis zu Zukunftstechnologien.

Im Jahr 1995 begann die heutige voestalpine AG den Weg eines privatisierten, börsennotierten Unternehmens zu beschreiten.

IPO 1995

5,18 Euro betrug auf heutiger Basis der Startpreis der Aktie der damals noch unter VOEST-ALPINE STAHL AG firmierenden, heutigen voestalpine AG am 9. Oktober 1995, dem ersten Tag der Börsennotierung.

Der Weg an die Börse folgte nicht allein der Auftragsstellung des ÖIAG-Gesetzes vom Dezember 1993, das vorsah, eine Reihe von Staatsunternehmen schrittweise ganz oder teilweise in den Privatbesitz zu überführen. Der Börsengang war auch der notwendige Weg, um an den Kapitalmärkten Mittel für die Umsetzung ambitionierter Projekte beschaffen zu können.

Lange Vorbereitung

Das 50-Jahre-Jubiläum der VOEST-ALPINE läutete 1995 gleichzeitig das Ende ihrer Existenz als Staatsbetrieb ein. Das Unternehmen bereitete sich intern mit dem TOP-Kostenverbesserungs­programm und diversen Konzentrationsprozessen auf den Börsengang vor. Extern stellten sich der Konzern und seine Aktie in einer weltweiten Roadshow in sieben Ländern vor.

Meinungen zum Börsengang

IPO 1995Für den damaligen Vorstandschef Peter Strahammer bot die Börse „die besten Voraussetzungen, attraktive Projekte künftig über die Begebung von Aktien finanzieren zu können.“ Dass diese Projekte auch geeignet seien, langfristig Arbeitsplätze abzusichern, hoffte Erhard Koppler, 1995 Zentralbetriebsrats-Vorsitzender. Für die Banken, die die Aktienausgabe begleiteten, zählte vor allem die Marktstellung des Unternehmens. Nach Meinung der Investmentbank Austria, die die Koordination übernahm, würde die VOEST-ALPINE STAHL AG auch ohne Subventionen gut bestehen können.

9. Oktober 1995: 11,2 Mio. Aktien ausgegeben

IPO 1995

Die Bank Austria übernahm als Führungsbank bei der Aktienherausgabe eine besondere Rolle. Gemeinsam mit dem Aktienherausgeber bestimmte sie den Emissionspreis. Als Ergebnis des so genannten „Bookbuildings“ ergab sich schließlich per 9. Oktober 1995 der Preis von 285 Schilling bzw. in heutiger Währung 20,70 Euro, die nach dem im Jahr 2006 vorgenommenen Aktiensplit von 1: 4 heute 5,18 Euro entsprechen. Die neuen Eigentumsverhältnisse: ÖIAG: 38,8 %, Streubesitz: 38,5 %, VA TECH: 22,7 %.

Die 11,2 Mio. Aktien, die am 9. Oktober 1995 in den Handel gebrachten wurden, erwiesen sich als hochbegehrt, was den Börsengang zu einem der erfolgreichsten in der Geschichte der Wiener Börse machte.

Vor zwei Jahrzehnten begann die voestalpine AG den Weg eines privatisierten, börsennotierten Unternehmens zu beschreiten. Die Serie „IPO 1995 – 20 Jahre an der Börse“ beschreibt markante Stationen auf dem Weg zum international erfolgreichen stahlbasierten Technologie- und Industriegüterkonzern.
Zu allen IPO-Blogartikeln

Börsewissen