H2FUTURE: Wertvolle Erkenntnisse nach zwei Jahren Testbetrieb 2 Minuten Lesezeit
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H2FUTURE: Wertvolle Erkenntnisse nach zwei Jahren Testbetrieb

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er tiefe Einblicke in die vielfältige Welt des voestalpine-Konzerns.

Die am Werksgelände in Linz betriebene Elektrolyseanlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff liefert seit ihrer Inbetriebnahme im Herbst 2019 wichtige Forschungsergebnisse.


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Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts H2FUTURE erprobt die voestalpine seit knapp zwei Jahren gemeinsam mit ihren Partnern VERBUND, Siemens, Austrian Power Grid, K1-MET und TNO die Herstellung von Wasserstoff mit Strom aus erneuerbaren Quellen. Denn dieser „grüne“ Wasserstoff gilt als vielversprechende Zukunftsoption, um energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie weitgehend zu dekarbonisieren.

 

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Simulationen & „Stress-Test“

Seit Beginn der Testphase wurden nun nicht nur mehrere hundert Tonnen an grünem Wasserstoff produziert, sondern auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Versuchsprogrammen absolviert. So bestätigte ein „Stress-Test“ die Belastbarkeit der Anlage im Dauerbetrieb und die Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit auf massive Laständerungen reagieren zu können. Insbesondere um Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen, wurden verschiedene Szenarien simuliert. Diese entstehen entweder durch unregelmäßige Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien oder durch unterschiedliche Strombedarfe. Das gilt sowohl für das externe Stromnetz als auch für das interne Netz der voestalpine.

"Wir sind mit den bisher gewonnenen Erkenntnissen aus unseren Testprogrammen mit der H2FUTURE-Anlage sehr zufrieden, die Wasserstoffpilotanlage bestätigt die technischen Potenziale zur Herstellung von grünem Wasserstoff"
Projektleiter Hermann Wolfmeir

CO2-neutraler Stahl bis 2050

Langfristig plant die voestalpine, den Einsatz von grünem Wasserstoff schrittweise zu steigern, um bis 2050 CO2-neutral Stahl produzieren zu können. Dafür wird allerdings mehr als das 400-fache der H2FUTURE-Kapazität und eine enorme Menge an Strom aus erneuerbaren Quellen benötigt. „Grundvoraussetzung für den großindustriellen Einsatz der Wasserstofftechnologie in der Stahlproduktion ist die ausreichende Verfügbarkeit von grünem Strom zu wirtschaftlich darstellbaren Kosten“, so Wolfmeir.

Der Testbetrieb der Wasserstoffpilotanlage läuft jedenfalls noch bis Jahresende 2021. „Wir sind aber seit einiger Zeit in Gesprächen mit unseren Projektpartnern, wie wir dieses Projekt weiterführen können. Wir als voestalpine wollen es weiterbetreiben“, verrät Wolfmeir.
Das Projektvolumen lag bei 18 Mio. Euro, davon waren 12 Mio. Euro von der Europäischen Union beigesteuert worden.

Christopher Eberl