Autonome Muldenkipper: Forschungsprojekt im Kalkwerk Steyrling 3 Minuten Lesezeit
Technologie

Autonome Muldenkipper: Forschungsprojekt im Kalkwerk Steyrling

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er tiefe Einblicke in die vielfältige Welt des voestalpine-Konzerns.
Autonome Muldenkipper: Forschungsprojekt im Kalkwerk Steyrling

Die Aufgabe des gemeinsamen Forschungsprojektes ist es, eine Basis für die Entwicklung von autonom fahrenden Arbeitsmaschinen unter schwierigsten Umgebungsbedingungen zu schaffen.

Die Aufgabe des gemeinsamen Forschungsprojektes ist es, eine Basis für die Entwicklung von autonom fahrenden Arbeitsmaschinen unter schwierigsten Umgebungsbedingungen zu schaffen.

Das dafür bestens geeignete Gelände wurde im Kalkwerk Steyrling der voestalpine vorgefunden. Jährlich werden rund 1,3 Millionen Tonnen Kalkstein scheibenförmig abgebaut. Das losgesprengte Gestein wird mittels Bagger und Muldenkipper zum Brecher transportiert. Ziel des Projektes ist es auch, den Pendelverkehr der beiden Muldenkipper auf der Terrasse zu „autonomisieren“, also fahrerlos zu gestalten. Das reduziert einerseits die Arbeitsbelastung des Personals durch eintönige Tätigkeiten, und steigert andererseits die Effizienz der Kalksteingewinnung.

YouTube

By loading the video, you agree to YouTube’s privacy policy.
Learn more

Load video

Konzept basierend auf Radartechnologie

Ein Projektteam aus der Forschung & Entwicklung Mechatronik der voestalpine Stahl GmbH erstellte in Zusammenarbeit mit indurad, die Experten auf dem Gebiet der Automatisierung unter rauen Umgebungsbedingungen sind, ein Konzept, das rein auf Radartechnologie basiert. Entscheidender Grund dafür ist, dass diese Technologie unabhängig von schlechten Sichtverhältnissen funktioniert und auch bei Staub, Nebel und Schneefall zuverlässig arbeitet. Und es wurde der Wartungsaufwand bei betrieblicher Dauernutzung von Anfang an mitbedacht. Auch dabei schneidet die Radartechnologie besser ab als z.B. Kamerasysteme, die zwar eine höhere Auflösung hätten, aber empfindlich gegenüber Sichteinschränkungen sind und einen hohen Wartungsaufwand haben.

Zuverlässig bei jedem Wetter: Ein Konzept, das rein auf Radartechnologie basiert

Einsatzgebiet penibel in 3D modelliert

In Folge wurde, ebenfalls in Kooperation mit indurad, die Auswahl und Platzierung der Radarsensorik erarbeitet. So wurden die Fahrzeuge mit 2D/3D-Radarsensoren sowie Positioning Systemen ausgestattet und das Gelände mit Radarreflektoren versehen.
In der gemeinsamen Entwicklung der Algorithmen zur Radarsignalverarbeitung konnte das Austrian Institute of Technology sein Know-how auf dem Gebiet der 3D Umgebungsmodellierung, die Basis für die Pfadplanung des Fahrzeuges ist, einfließen lassen. In der soeben abgeschlossenen Phase II des Projekts, der Implementierung und Validierung, konnte erfolgreich gezeigt werden, dass sich das Fahrzeug völlig autonom in einer sich ständig ändernden Umgebung zielgerichtet bewegen kann und dabei auch die größte Herausforderung meistert, das Erkennen und Ausweichen von Hindernissen. In der nun folgenden Phase III des Projekts steht die Optimierung des Systems unter dem Betrieb von 2 Mulden im Fokus, um hohe Effizienz und Verfügbarkeit zu erreichen. Parallel dazu werden weitere Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie im voestalpine-Konzern eruiert und auf Machbarkeit hin untersucht.

Das gemeinsame Forschungsprojekt – die Entwicklungspartner:

voestalpine Stahl GmbH
indurad GmbH
Austrian Institute of Technology – AIT
Bell Equipment GmbH, der Hersteller der knickgelenkten Muldenkipper

Christopher Eberl