Weltpremiere: Zukunftsweisender Leichtbauwagon TransANT von voestalpine und Rail Cargo Group 3 Minuten Lesezeit
Mobilität

Weltpremiere: Zukunftsweisender Leichtbauwagon TransANT von voestalpine und Rail Cargo Group

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Mit der Wageninnovation TransANT setzen die Rail Cargo Group (RCG) und die voestalpine neue Maßstäbe in der Bahnlogistik hinsichtlich Flexibilität und Modularität. Der innovative Plattformwagen in Leichtbauweise wurde am 13. September 2018 am voestalpine-Standort in erstmals vorgestellt.

Investitionen in Forschung und Entwicklung sind der Innovationstreiber im Bahnbereich. Das beweisen Rail Cargo Group (RCG) – Güterverkehrssparte der ÖBB – und voestalpine mit der gemeinsam entwickelten Wageninnovation „TransANT“. Denn diesem zukunftsweisenden Plattformwagen liegt ein neuartiges Konzept zugrunde: einen modular einsetzbarer Wagen mit unterschiedlichen Aufbauten in Leichtbauweise.

Leichtbaukompetenz auch im Bahnbereich

Die voestalpine gilt insbesondere im Automobilbereich als Vorreiter in Sachen höchstfester Leichtbaukomponenten. Mit dem Projekt TransANT übersetzt der Konzern seine diesbezügliche Kompetenz nun auch in den Bahnbereich. Durch die Bündelung des divisionsübergreifenden Know-hows der Steel, Metal Forming und Metal Engineering Division in den Bereichen Werkstoff, Bauteilfertigung (im konkreten Versteifungs- und Rahmenprofile) und Fügeverfahren konnte diese Wageninnovation realisiert werden. voestalpine liefert dabei ein Komplettsystem aus Stahlkomponenten höchster Festigkeit und entsprechender Schweißtechnologie („alform® welding systems“), das wesentlich zur Gewichtsreduktion und Einsatzflexibilität des Wagens beiträgt. LogServ, die Logistik-Tochter der voestalpine Steel Divison, brachte ihre Bahnkompetenz bei der Definition von Einsatzmöglichkeiten und den daraus resultierenden Einsparpotenzialen in das Projekt ein.

Neue Ansätze in Design und Engineering

Neue Wege wurden nicht nur bei der Materialwahl sondern auch beim Design beschritten. Erstmalig wurde im Güterwaggonbau die sogenannte Topologieoptimierung eingesetzt. Die bisher im Automobil- und Luftfahrzeugbau angewandte Technologie errechnet mittels Software-Algorithmus anhand vorher festgelegter Parameter selbstständig einen Designvorschlag. Das Ergebnis ist eine Konstruktion, die minimales Gewicht mit maximaler Festigkeit vereint.

Die Vorteile auf einem Blick

Am Markt nachgefragt werden modulare Leichtbaukonzepte, die universell einsetzbar sind. Diesen Anforderungen wird der Plattformwagen gerecht und besticht vor allem durch zwei Komponenten:

  • einer standardisierten Plattform, die in sieben verschiedenen Längen zwischen 33 und 70 Fuß verfügbar ist, sowie
  • einem modularen Aufbau, der wechselbar und in diversen branchenspezifischen Ausführungen erhältlich ist.

Die Modularität der Aufbauten ermöglichen eine Aufbau- und Einsatzflexibilität sowie Vorteile bei der Instandhaltung. Darüber hinaus ergibt sich durch die Leichtbauweise ein Gewichtsvorteil (rund 20 Prozent), der

  • mehr Zuladung durch höhere Nutzlast ermöglicht,
  • mit geringeren Traktionskosten bei Energie und Infrastrukturbenützungsentgelt punktet sowie
  • Einsparungen bei den Herstellungskosten erlaubt.

Weltpremiere in Linz und Berlin

Am 13. September 2018 präsentierten Vertreter der Rail Cargo Group zusammen mit voestalpine den Prototypen des zukunftsweisenden Plattformwagens am voestalpine-Standort in Linz. Darüber hinaus wird der Plattformwagen auch bei der Innotrans Messe in Berlin von 18. bis 21. September ausgestellt (Messestand in Halle B, CityCube / 521, Außengelände GLEIS 8/401).

Die ersten 60 Güterwagen der TransANT-Produktfamilie werden ab Herbst 2019 für den Transport von heimischem Erz zur voestalpine nach Linz eingesetzt, der von der LogServ-Tochter CargoServ in Eigenregie durchgeführt wird.

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Viktoria Steininger