Was Delhi und Wien mit Zeltweg verbindet 3 Minuten Lesezeit
Mobilität

Was Delhi und Wien mit Zeltweg verbindet

Stephanie Bauer
Als voestalpine Digital Native der ersten Stunde ist Stephanie Bauer für die Corporate Online & Social Media Strategie verantwortlich, als Chef vom Dienst für das Themenmanagement im Newsroom.

Die WIENER LINIEN und die voestalpine haben in den letzten 15 Jahren das System Weiche konsequent weiterentwickelt und arbeiten gemeinsam an spannenden Zukunftsprojekten. So soll die Überwachnungstechnologie für U-Bahn-Weichen auch auf jene in der Straßenbahn ausgeweitet werden.

Können Sie sich vorstellen, dass Sie vier Geländewagen auf ihrem Fingernagel abstellen? Nein? Dann möchten Sie vermutlich nicht mit einer Weiche tauschen. Diese muss bei jedem Rad, das über ihr Herzstück oder ihre Zunge fährt, genau das aushalten. Man kann sich also leicht vorstellen, dass dieser „Fingernagel“ nur mit Hi-Tech Unterstützung lange seinen Dienst verrichten kann.

Eine U-Bahnweiche ist daher heute ein Hightechprodukt, das höchsten Ansprüchen in Richtung Sicherheit, Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit genügen muss. 20 Stunden pro Tag an 365 Tagen im Jahr werden die hochkomplexen Weichenbestandteile von mehr als 100.000 Fahrzeugen mit 2,4 Mio Achsen überrollt. Ein sogenanntes Herzstück, an dem sich jede der 575 Weichen im U-Bahnnetz in zwei Richtungen teilt, muss dabei mehr als 30 Mio. Tonnen Lasten ertragen – mehr als jede andere Weiche im Netz der ÖBB. Um diese Belastungen auszuhalten, wird permanent bis in die kleinsten Materialkomponenten optimiert.

Mehr als 2.500 Patente zeigen dies eindrucksvoll: Weichentechnologie des voestalpine-Unternehmens VAE-Gruppe bzw. deren Tochterunternehmen VAE Eisenbahnsysteme (VAEE), Zeltweg, ist heute auf allen Kontinenten im Einsatz. Zuletzt wurde neben Aufträgen für Hochgeschwindigkeitsweichen in China und Südkorea auch der Ausbau der indischen Metros in Bombay und in Delhi mit Weichen der voestalpine ausgerüstet. (Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag).

WeichendiagnoseDie WIENER LINIEN und die voestalpine haben in den letzten 15 Jahren das System Weiche konsequent weiterentwickelt.

Die Fahrgastzahl ist seither auf mehr als 800 Mio. pro Jahr gestiegen.

Ein konsequenter Netzausbau durch die Linien U1 und U2, Fahrplanverbesserungen sowie die neue Fahrzeuggenerationen T-Wagen (U6) und V-Wagen (U1, U2, U3, U4) verlangen höchste Zuverlässigkeit bei minimalem Instandhaltungsaufwand und Kosten.

 

Highlights der Forschungs- und Entwicklungskooperation

Weichenverschluss Spherolock

WeichendiagnoseSteigende Passagierzahlen und die damit verbundene ständige Erweiterung des Schienennetzes, Betriebszeiten von über 20 Stunden am Tag und sehr kurze Wartungspausen erfordern den Einsatz von innovativen, wartungsarmen Verschlusssystemen. Der Spherolock ist der „Torwächter“ der Weiche, er hält die Zunge an die Backenschiene und garantiert so ein sicheres Überfahren dieses kritischen Bereichs. Damit die Züge sicher im Gleis fahren, darf dieser Torwächter keine Pause einlegen, darf nie versagen und das 24 Stunden, 365 Tage im Jahr. Um das zu erreichen, bedurfte es und bedarf es noch immer höchsten technischen Anstrengungen.

 

Weichendiagnosesystem Roadmaster 2000

WeichendiagnoseWas kann das System?

  • Betriebszustände werden durch Sensorik an den Weichenelementen (Zunge, Herzstück, Antriebe) permanent überwacht
  • Elektronische Verfügbarkeit aller wesentlichen Weichendaten zentral über das Intranet, 24/7 Überblick über die kritischen Fahrwegteile
  • Daten in einer Zentrale elektronisch verfüg- und verknüpfbar mit der Fahrwegdatenbank
  • Planung der Wartungseinsätze nach Bedarf und zustandsorientiert und nicht mehr periodisch – großer Vorteil bei ohnehin extrem kurzen Betriebspausen
  • Bessere Steuerbarkeit der Instandhaltungsmaßnahmen und Kostenersparnis durch simulierte Vorausschau möglich
  • Erhöhung der Verfügbarkeit der sensiblen Weichenanlagen
  • Instandhaltung der neuen Weichen aus der Verlängerung U1 und U2 ohne Erweiterung des Instandhaltungspersonals
  • LCC-Vorteile als Entscheidungsfindung für das Management

 

WDS-RILLE: Weichendiagnose für Rillenschienenweichen (2009)
Gefördert durch FFG im Rahmen des IV2Splus Programmes.

WeichendiagnoseDer Gläserne Schienenweg – Eine Mission possible? Der Hi-Tech Ansatz bei der Weichenüberwachung der U-Bahn (Roadmaster) soll nun auf das Strassenbahnnetz übertragen werden (Prototypentwicklung einer Diagnoseeinrichtung für Weichen in Straßenbahn- Schienennetzen, ca. 1200 in Wien).

 

 

FACTS:    

  • Projektstart: 1. Februar 2009
  • Prototypeinbau: März 2010
  • Ende Validierung und Projektende: 31. Jänner 2011

Ziel dieses Projektes ist die Prototypentwicklung einer Diagnoseeinrichtung für Weichen in Straßenbahn- Schienennetzen zur Unterstützung der präventiven Instandhaltung und Störungsvermeidung,  mit analogen Vorteilen wie bereits beim Roadmaster 2000 beschrieben (Erfassung der Zustände durch Sensorik an den Weichenelementen sowie Auswertung der Zustandsgrößen und deren Entwicklung im Zeitablauf).

Hier finden Sie die Präsentation zu den gemeinsamen Projekten.

 

 

Verwandte Beiträge: