Giganten der Lüfte: Wie sehen die Flugzeuge der Zukunft aus? 3 Minuten Lesezeit
Luftfahrt

Giganten der Lüfte: Wie sehen die Flugzeuge der Zukunft aus?

Volkmar Held

Schon heute heben weltweit ca. 100.000 Flieger pro Tag in den Himmel ab. Und die Tendenz steigt: Immer mehr Menschen nutzen das Flugzeug als Transportmittel.

Für 2032 erwartet Airbus bereits 6,7 Milliarden Passagiere gegenüber 2,9 Milliarden heute. Viele Bereiche der Luftfahrt wie der Flugzeugbau liefern ständig neue Innovationen, um dem anhaltenden Wachstum der Luftfahrtbranche gerecht zu werden. Viele davon unbemerkt von den Fluggästen – denn rein optisch haben sich Flugzeuge mit Rumpf und Tragfläche kaum verändert. Doch hier könnte sich in den nächsten Jahren einiges tun. Designer und Luftfahrtingenieure arbeiten unter Hochdruck an neuen Flugzeugtypen, um das Fliegen der Zukunft flexibler – und damit effizienter – zu machen.

Versuchsflugzeug nach dem Stingray-Konzept

Eines dieser neuen Konzepte ist der sogenannte „Stingray“, die englische Bezeichnung für Stachelrochen, dem dieser Flugzeugtyp nachempfunden ist. Das Testflugzeug mit einer Spannweite von 13 Metern hat aufblasbare Flügel und ist damit erheblich leichter als herkömmliche Maschinen gleicher Größe. Außerdem kann das Profil der Tragfläche verändert werden. Dadurch könnte die heutige Steuerung eines Flugzeugs durch eine viel einfachere Technik ersetzt werden. Noch ist allerdings nicht klar, ob das Versuchsflugzeug in Serie gehen kann.

Giganten der Lüfte: Wie sehen die Flugzeuge der Zukunft aus?

© Stephen Chang

Modulares Transpose-Konzept

Auch eine strikte Trennung von Cargo- und Passagierflugzeugen könnte in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören. Bislang ist das Umrüsten eines Flugzeugs zeitaufwändig und teuer. Forscher im Silicon Valley könnten dazu die passende Lösung gefunden haben: mit dem Transpose-Konzept einer modularen Kabine. Die bisher fixen Sitzreihen der Kabine werden dabei durch Funktionsmodule ersetzt, die flexibel austauschbar sind. Die komplette Kabineneinrichtung könnte damit in wenigen Stunden ersetzt werden.  Sollte das Flugzeug zum Beispiel Passagiere über Nacht transportieren, würden vermehrt Schlafkabinen eingesetzt, am Tag mehr Sitz- oder auch Arbeitsplätze. Noch handelt es sich bei diesem Konzept nur um eine Studie, aber auf dieser Basis könnte ein am Morgen gestartetes Passagierflugzeug ohne großen Aufwand am Abend als Frachtflugzeug den Rückweg antreten. Denn Spontaneität und Flexibilität stehen nicht nur bei Reisenden hoch im Kurs, sondern auch bei Fluggesellschaften.

Transport im Flügelinneren

Bei den „Nurflüglern“, einer weiteren Idee, wie Flugzeuge in Zukunft aussehen könnten, würden Passagiere und Fracht im Inneren der Tragfläche transportiert. Damit würden Flugzeuge in Zukunft keinen Flugzeugrumpf mehr benötigen. Durch ein geringeres Gewicht und eine kleinere Oberfläche würden Nurflügler über einige aerodynamische Vorteile verfügen. Wissenschaftler glauben, dass man durch diese Konstruktion im Vergleich zu heutigen Flugzeugen bis zu 30 Prozent Treibstoff einsparen könnte. Außerdem hätten diese „fliegenden Flügel“ noch einen weiteren Vorteil: Sie würden sehr leise fliegen, da die Triebwerke oben angebracht werden könnten und somit der Schall abgeschirmt würde.

Neu kombinierte Konzepte

Giganten der Lüfte: Wie sehen die Flugzeuge der Zukunft aus?

© Andreas Vogler

Das sogenannte Pop.Up-System bringt die Transportmittel Auto und Flugzeug zusammen. Damit sollen wir in Zukunft keine unnötige Zeit mehr im Stau verlieren. Pendler würden sich mit Passagierkapseln, die sowohl mit Luft- als auch mit Bodenmodulen kombinierbar sind, flexibel durch den urbanen Raum bewegen – je nachdem, ob die Wendigkeit eines Autos oder die Schnelligkeit eines Flugzeugs benötigt wird.

Noch dürfen wir gespannt sein, welche Konzepte sich durchsetzen und wie wir uns in Zukunft in der Luft bewegen werden. Klar ist heute schon, dass sich das Flugzeug wie wir es heute kennen verändern wird und der Traum vom Fliegen noch lange nicht ausgeträumt ist.