Digitalisierung in der Instandhaltung: voestalpine Automotive Components nutzt Datenbrille für „Fernwartung“ 2 Minuten Lesezeit
Mobilität

Digitalisierung in der Instandhaltung: voestalpine Automotive Components nutzt Datenbrille für „Fernwartung“

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Als Unterstützung für das Anlagenpersonal an ihrem US-Standort Cartersville / Georgia hat die voestalpine Automotive Components Gruppe vor einigen Monaten mit dem Einsatz von Datenbrillen begonnen.

Diese High-tech-Brillen ermöglichen es dem Gesprächspartner dank eingebauter Kameras genau das zu zeigen, was man selbst gerade sieht. So kann der Gesprächspartner über in die Brille eingearbeitete Mikrophone und Lautsprecher ganz exakte Anweisungen geben. Aber nicht nur das: Über ein digitales Zeichenbrett können zudem in das Sichtfeld des Benutzers drei dimensional Zeichnungen und Markierungen oder Fotos eingeblendet werden.

„Wenn wir technische Fragen bei der Steuerung der Anlagen haben, nehmen wir mit den Kollegen in Deutschland, die bereits seit Jahren Erfahrung im Betreiben von phs-Anlagen haben, Kontakt auf. Diese helfen uns dann bei der Problemsuche, und können uns auch anzeichnen, wo die Ursache liegen könnte“, erklärt der in Cartersville zuständige Geschäftsführer, Philipp Schulz. „Es ist einfach eine Kommunikationserleichterung für die Instandhaltung und wir sparen Zeit und Geld, weil wir keinen Techniker aus Deutschland einfliegen müssen.“ Ziel ist es seitens der Muttergesellschaft einen 24-Stunden-Support für die Instandhalter an den internationalen Standorten anzubieten.

Die Anlagenbediener in Cartersville erhalten bei Bedarf via Datenbrille Support von den Experten in Schwäbisch Gmünd.

Einsatz der HoloLens-Technologie

Bei der Datenbrille setzt man auf die HoloLens-Technologie von Microsoft. Mit dieser „Mixed-Reality-Brille“ schaut der Nutzer durch mehrere transparente Bildschirme, auf denen diverse Projektionen eingeblendet werden können. Die Kommunikation nach Deutschland läuft über Standard-Skype.

„Ursprünglich war der Einsatz nur in der Instandhaltung geplant“, erklärt Sven Kleinhans, der für den phs-ultraform Rollout zuständige Projektleiter aus Schwäbisch Gmünd. „Mittlerweile nutzen auch unsere Messtechniker der verschiedenen Standorte die HoloLens, weil es den Informationsaustausch vereinfacht und man dem Gesprächspartner ganz genau zeigen kann, was man meint.“ Größte Hürde ist bisher die Berührungsangst mit der neuen Technologie. „Aber spätestens bei der ersten praktischen Anwendung merkt man wie simpel das eigentlich ist – auch nicht schwieriger als ein normales Mobiltelefon“, so Schulz.

Die Anlagenbediener in Cartersville erhalten bei Bedarf via Datenbrille Support von den Experten in Schwäbisch Gmünd.

Viktoria Steininger