Digitale Qualitätskontrolle an heißen Schienen 2 Minuten Lesezeit
Bahn

Digitale Qualitätskontrolle an heißen Schienen

Volkmar Held

Qualitätskontrolle an der walzheißen Schiene: Mit digitaler Analyse verhindert die voestalpine Schienen GmbH frühzeitig Fehlerproduktion.

Netzbetreiber stellen immer höhere Qualitätsansprüche an das Schienenmaterial. Hohe Sicherheit und niedrige Lebenszykluskosten stehen im Mittelpunkt.

Qualität für langes Schienenleben

Der europäische Marktführer voestalpine produziert ein jährliches Volumen von bis zu 600.000 Tonnen Schienen. Die lückenlose Qualitätskontrolle stellt daher eine besondere Herausforderung dar. Oberflächenfehler bieten im täglichen Bahnbetrieb Ansatzpunkte für Defekte wie Head Checks oder Rollkontaktermüdung. Bei derartigen Störungen kann die angestrebte Schienenliegedauer von ca. 40 Jahren nur mit verstärktem Instandhaltungsaufwand erreicht werden.

Know-how in Bildverarbeitung genutzt

Vor 15 Jahren haben die Schienenwalzwerke der voestalpine Schienen GmbH eine vollautomatische 3D-Oberflächenkontrolle des Endprodukts installiert. Eine Investition, die auch durch die Produktionsaufnahme der 120-m-Schienen notwendig wurde.

"„Diese Schienen konnten aufgrund ihrer Länge nicht nachgedreht werden. Dadurch war es nicht mehr möglich, alle Fehler durch bloße Begutachtung beim Abgehen zu identifizieren.“ "
Andreas Gerold, Anlagentechnik Prüfanlagen, voestalpine Schienen GmbH

Bereits zu jener Zeit nutzten die voestalpine-Spezialisten Know-how im Bereich digitaler Bildverarbeitung. Mit Hilfe von Helligkeitsverteilungen in Bildern wird dabei eine 3D-Struktur der Schienenoberfläche errechnet und daran Fehler vollautomatisch erkannt.

Digitalisierte Fehlererkennung an heißen Oberflächen

Die neueste Generation dieses Analyseverfahrens heißt „DIRIS 3D HOT“. Das Aufspüren von Fehlern wurde jetzt in den Walzprozess vorverlagert. Dadurch können Gegenmaßnahmen noch früher eingeleitet werden. Mit der Anlage ist eine 100 %ige Abdeckung der Gütekontrolle möglich.

"„Das stellt eine enorme Unterstützung für den Kontrolleur dar – er sieht einen Fehler hochauflösend am Bildschirm und kann ihn daraufhin spezifisch begutachten“"
Andreas Gerold

Im „DIRIS 3D HOT“-System werden Laserlinien auf die noch glühende Oberfläche der Schiene projiziert und von Highend-Kameras erfasst. Auf wenige Zehntelmillimeter genau wird diese Laserstruktur gescannt und digital aufbereitet. „Big Data“ – riesige Datenmengen – fallen dabei an. Sie werden zu „smarten“, handhabbaren Daten reduziert und innerhalb weniger Sekunden ausgewertet. Fehler am Walzgut lassen sich so schnell erfassen und abstellen.

Mehr zum Thema Digitalisierung: www.voestalpine.com/digitalisierung