Bahninfrastruktur 4.0: voestalpine bringt Digitalisierung auf Schiene 3 Minuten Lesezeit
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Bahninfrastruktur 4.0: voestalpine bringt Digitalisierung auf Schiene

Tanja Kastner

Einblicke in die „digitale“ Zukunft der Bahninfrastruktur präsentierte voestalpine-Vorstandsmitglied und Leiter der Metal Engineering Division Franz Kainersdorfer im Rahmen eines exklusiven Hintergrundgesprächs im Steirischen Presseclub am 6. April 2017 in Graz.

Franz Kainersdorfer

voestalpine-Vorstandsmitglied und Leiter der Metal Engineering Division Franz Kainersdorfer

Steirischer Presseclub

Heinz Fischer (Geschäftsführer Steirischer Presseclub) mit Franz Kainersdorfer

Steigende Zugzahlen, immer höhere Geschwindigkeiten und Achslasten, zunehmende Anforderungen an Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Streckenverfügbarkeit stellen Bahninfrastrukturbetreiber vor neue Herausforderungen.

Neben hochqualitativen Komponenten wie Schienen oder Weichen seien daher mehr und mehr „smarte“ Komplettlösungen für die digitale Strecken- und Fahrzeugüberwachung gefragt, wie Franz Kainersdorfer, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division im Rahmen des Hintergrundgesprächs im Steirischen Presseclub aufzeigte.

Weichendiagnose: Frühwarn- und Kontrollsysteme

Gleichzeitig veranschaulichte Kainersdorfer, wie innovative Diagnose- und Monitoringsysteme der voestalpine bedarfsorientierte, frühzeitige Instandhaltungsaktivitäten ermöglichen und damit einen wesentlichen Beitrag zur „Digitalen Bahn“ leisten. Zum Beispiel mit „intelligenten“ voestalpine-Weichen, die mithilfe von hochmodernen Sensoren eine Vielzahl von Parametern der Weiche messen, erfassen und verarbeiten, u.a.

  • Schwergängigkeit der Weiche: gibt Aufschluss darüber, wann die nächste Instandhaltungsmaßnahme durchzuführen ist
  • Temperatur der Zugräder: bei Materialverschleiß oder festsitzenden Bremsen wird Alarm geschlagen und der Zug im nächsten Bahnhof angehalten

Neben den österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) greifen auch die Deutsche Bahn (DB), die Schweizer Bundesbahn (SBB) sowie die Hochgeschwindigkeitslinie in Taiwan (THSRC) auf die hochinnovativen Überwachungssysteme der voestalpine zurück.

"Die konsequente strategische Transformation der voestalpine zum Komplettanbieter generiert durch deutlich verbesserte Streckenverfügbarkeit und optimierte Instandhaltungskosten nicht nur greifbaren Nutzen für Bahnbetreiber, sondern kommt durch höhere Sicherheit und pünktlichere Züge natürlich auch dem Fahrgast selbst zugute."
ZitatFranz Kainersdorfer, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division

Nachfrage nach innovativen Lösungen

Infografik voestalpien ZugInnerhalb des voestalpine Konzerns ist die Kompetenz im Bereich digitaler Signaltechnik und Monitoringtechnologien in der voestalpine SIGNALING Gruppe gebündelt. Die steigende Nachfrage nach Systemen für die laufende Überwachung von ortsfesten Bahninfrastrukturanlagen (z.B. Eisenbahnweichen) und rollendem Material (Züge) kurbelte den Umsatz des Unternehmens mit Hauptsitz in Zeltweg, Steiermark kräftig an: Dieser verdreifachte sich in den letzten zehn Jahren auf 90 Mio. Euro.