voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd setzt auch auf Aluminium 3 Minuten Lesezeit
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voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd setzt auch auf Aluminium

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Mit ihren presshärtenden Stählen ist die Metal Forming Division international sehr gefragt. Um in Zukunft noch breiter aufgestellt zu sein, setzt man bei voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd jetzt auch auf die Warmumformung von hochfestem Aluminium.

Die Zukunft ist nicht mehr aufzuhalten: Leichtbau hält in immer mehr Automobilen Einzug – müssen diese doch CO2-Emissionen und Spritverbrauch senken. Auch in Elektroautos kommen immer mehr hochfeste, leichte Materialien zum Einsatz, um das Gewicht der Batterien auszugleichen. Die pressgehärteten, warmumgeformten Stähle von voestalpine erweisen sich international als gefragte Lösung. Gerade die phs-Strategie geht voll auf. Künftig könnten laut voestalpine-Experten in Autos bis zu 30 % pressgehärtete Stähle verbaut sein. Heute sind es üblicherweise zwischen 5 und 15 %.

Aluminium als gute Ergänzung

Trotz der sehr guten Auftragslage, wird bei Automotive Components Schwäbisch Gmünd, dem Competence Center für phs und Warmumformung, intensiv an einer Ausweitung des Portfolios gearbeitet. Konkret am Einsatz von weiteren Materialien wie Aluminium, das als gute Ergänzung zu den pressgehärteten Stählen gesehen wird. Hochfeste Aluminiumlegierungen sind bereits in der Luftfahrtindustrie im Einsatz. Sie zu Autotüren, Heckklappen oder Motorhauben umzuformen, bedarf einiges an Know-how, welches in Schwäbisch Gmünd kontinuierlich aufgebaut wird. 2014 hat man hier bereits einen ersten Serienauftrag eines deutschen Premiumherstellers für ein hochfestes Aluminium-Bauteil erhalten. Die voestalpine-Gesellschaft war damit der erste Anbieter, dem dies gelungen ist. Die Erfahrungen aus diesem Auftrag nutzt man nun, um die Aluminiumfähigkeit bestehender Anlagen zu optimieren. Aluminium ist leichter als Stahl, aber weitaus schwieriger in der Umformung. Auch das Thema Korrosionsschutz ist ein komplexes. Daher gibt es auf diesem Gebiet noch viel zu forschen und zu testen. Daran arbeiten die Kollegen in Schwäbisch Gmünd mit Hochdruck, denn man will nicht nur in der Warmumformung pressgehärteter Stähle die Nummer 1 sein.

Gemeinsam zum Erfolg

Im Gegensatz zu Stahl fehlt bei Aluminium die Material-Basis im eigenen Haus. Mit der AMAG Austria Metall AG hat man bei der voestalpine in Schwäbisch Gmünd aber einen erfahrenen Kooperationspartner an der Seite. Gemeinsam mit diesem macht man jetzt die Anlagen und die Mitarbeiter am Standort – und in Zukunft auch an weiteren Standorten des voestalpine-Konzerns – „aluminiumfit“. Zwar bleiben pressgehärte Stähle im Fokus, dennoch wird die Kombination mit anderen Werkstoffen in Zukunft immer wichtiger. Bei voestalpine ist man dafür bestens gerüstet.

Hoffnungsträger: Der Seitenaufprallträger aus hochfestem Aluminium, der in Schwäbisch Gmünd für einen deutschen Premiumhersteller gefertigt wird, ist erst der Anfang. Künftig sollen noch mehr Leichtbauteile aus Alu folgen, dessen sind sich Reiner Kelsch, Martin Hemmann (Projektleiter), Benno Rammelmüller und Robert Schneider (Projektleiter Technologieentwicklung für Aluminium) gewiss (v. l. n. r.).

Hoffnungsträger: Der Seitenaufprallträger aus hochfestem Aluminium, der in Schwäbisch Gmünd für einen deutschen Premiumhersteller gefertigt wird, ist erst der Anfang. Künftig sollen noch mehr Leichtbauteile aus Alu folgen, dessen sind sich Reiner Kelsch, Martin Hemmann (Projektleiter), Benno Rammelmüller und Robert Schneider (Projektleiter Technologieentwicklung für Aluminium) gewiss (v. l. n. r.).

Viktoria Steininger