Neues Verfahren texplus für Außenhautbleche 3 Minuten Lesezeit
Mobilität

Neues Verfahren texplus für Außenhautbleche

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Die Automobilindustrie setzt auf neue Lackiermethoden. Diese bedeuten auch eine Herausforderung an die Oberfläche von Stahl(band). In einem Forschungsprojekt wurde das neue Verfahren „texplus“ für Außenhautbleche entwickelt.

texplus

Neues Verfahren „texplus“ für Außenhautbleche

Der Lack hat bei einem Auto einen ganz besonderen Stellenwert und die Lackiermethoden werden von Automobilherstellern ständig weiterentwickelt. Da beim Auftragen des Lacks die Oberflächenstruktur des Grundwerkstoffs Stahl eine zentrale Funktion hat, begann man bei der voestalpine Stahl GmbH in Linz bereits vor ca. zehn Jahren damit, herauszuarbeiten, wie Lackqualität, das Auftragen des Lackes und der Grundwerkstoff zusammenhängen. Nun kam ein wahrer Boost in diese Forschungen, denn die Automobilindustrie setzt auf ein neues Verfahren namens „integrierte Lackierung“. Durch die neue Lackiermethode stiegen die Kundenanforderungen an die Zulieferer noch weiter. Dies gab einen zusätzlichen Schub bei der Entwicklung einer geeigneten Oberflächenstruktur auf den für Außenhaut geeigneten Grundwerkstoffen.

 

Lackierung als Kostenfaktor

Wenn man bedenkt, dass der Lackierprozess ungefähr so teuer ist, wie die Fertigung der ganzen Rohkarosse, weiß man um die Bedeutung der Weiterentwicklung in diesem Bereich. Die neue Lackiermethode bringt daher ein großes Einsparungspotenzial mit sich. Die Lackschichten werden dünner und durch die integrierte Lackierung werden Farbschicht und Klarlack direkt hintereinander mit nur einem Einbrand aufgetragen. Das spart einen Arbeitsschritt und viel Energie.

Bei der bisher üblichen Oberflächenstruktur trat jedoch immer das Phänomen der „Langwelligkeit“ auf, welches man zwar nicht unmittelbar sehen, aber messen kann und das Aussehen der lackierten Oberfläche maßgeblich beeinflusst. Einflussfaktoren auf die Langwelligkeit zu erheben und damit die Lackoptik positiv zu beeinflussen war daher ein zentrales Element der Forschungsarbeit in der voestalpine Stahl GmbH. Mit aufwändigen Tests an der gesamten Fertigungsroute mit besonderem Fokus auf die Feuerverzinkungsanlagen – begleitet von Ergebnissen aus internationalen Projekten – versuchte man die Ursachen dafür herauszufinden. Dabei wurden zahlreiche Arbeitswalzentexturen getestet, bis schließlich die perfekten gefunden wurden. Zusätzliche Änderungen der Produktionsweisen an den Walzstraßen und den Dressiergerüsten haben schließlich den Durchbruch gebracht.

Für das neu entwickelte Verfahren, welches die Langwelligkeit auf der Bandoberfläche deutlich reduziert, entstand der neue Markenname „texplus“.

 

Großer Markt für „texplus“

Der Markt für das neue Verfahren „texplus“ ist sehr groß. Es laufen bereits Serienlieferungen für einige OEMs mit den neuen Außenhautblechen. Probelieferungen von texplus an weitere OEMs sind ebenfalls schon gestartet.

projektteam texplus

Projektteam „texplus“: Christian Kettlgruber, Dieter Paesold, Markus Stögmüller, Robert Salchinger

Dieser Erfolg ist ein Resultat aus angewandter und kundenorientierter Forschung des Projektteams der voestalpine Stahl GmbH. Durch die lange Vorarbeit von knapp zehn Jahren konnte der Durchbruch sehr rasch erzielt und das richtige Material zur richtigen Zeit auf den Markt gebracht werden.

Viktoria Steininger