Die Umwelt und das Elektro-Mobil 3 Minuten Lesezeit
Automotive

Die Umwelt und das Elektro-Mobil

Volkmar Held

Elektromobilität ist einer der Top-Trends unserer Zeit. Wie verträgt er sich eigentlich mit dem Umweltschutzgedanken?

Der Elektroantrieb soll unsere Mobilität retten. Kein Wunder angesichts der Themen, die derzeit mit Verbrennungsmotoren verbunden sind. Feinstaub, „Diesel-Gate“, Abgase – kann es der E-Antrieb besser?

E wie Effizienz

Grundsätzlich kann der Elektromotor die ihm direkt zugeführte Energie (Strom aus der mitgeführten Batterie) besser in Bewegung umsetzen als es Vergasermotoren vermögen. Das spricht für seine Umweltfreundlichkeit. Hochwertige E-Motoren, wie beispielsweise die Modelle der Formel E-Rennserie, verfügen über eine Effizienz von 92 %. Nach Abzug von Batterieverlusten u. ä. bleiben für den Antrieb eines Fahrzeugs gut 85 % der zugeführten Energie. Moderne Verbrennungsmotoren liegen bei hoher Last im Bereich von 25 bis 40 % Effizienz, bei niedriger Auslastung (Stadtverkehr) kann sie bis auf 5 % absinken …

Gut gerechnet?

Hinsichtlich der Energieeffizienz, ausgedrückt in der Emission von CO2 je Fahrkilometer, haben sich zwei Lager gebildet. Zahlreiche Studien scheinen einmal den Vertretern unbedingter E-Mobilität, ein anderes Mal den Verteidigern des modernen Verbrennungsmotors Recht zu geben. Entscheidend sind die berücksichtigten Rahmenbedingungen wie Fahrzeugalter, Verkehrssituation, Berechnungsbasis (ab Tankstelle/Steckdose oder ab Ölquelle/Kraftwerk?).Gerade hinsichtlich der E-Mobilität taucht dabei wiederholt die Meinung auf, dass sich Elektroantriebe derzeitig aus Umweltsicht nicht lohnten. Grund sei vor allem der aktuelle Strom-Mix mit seinem hohen Anteil der Elektroenergieerzeugung aus fossilen Quellen (Kohle, Gas, Öl).

E-Mobil gewinnt

Doch diesem Mythos widersprechen Fachleute vehement. Umweltanalytiker Eckard Elmers von der Hochschule Trier stellt im Branchendienst für Elektromobilität electrive.net fest, dass Elektroautos bereits mit dem heutigen Strommix über den gesamten Lebenszyklus gesehen gegenüber Verbrennungsmotoren Umweltvorteile böten. Diese Vorteile kämen mit einem höheren Grünstromanteil noch deutlicher zur Geltung.

Nutzungsphasen

(BU): Vereinfachte Ökobilanz der Nutzungsphase von PKW mit Verbrennungsmotor (ICEV) und batteriegetrieben (BEV) bei der Verwendung von Strom mit unterschiedlicher CO2-Bilanz (Vereinfachte Wiedergabe nach: Helmers, E.; Weiss, M.: Advances and critical aspects in the life-cycle assessment of battery electric cars. Energy and Emission Control Technologies (2017) 5, p. 6.)

Klarer Trend zu E-Mobilität

Elmers‘ Studie verdeutlicht, dass bereits 2009 Elektrofahrzeuge mit den effizientesten Autos mit Verbrennungsmotoren konkurrieren konnten. Angesichts des wachsenden Anteils nachhaltig erzeugten Stroms und der Möglichkeiten der stationären Weiternutzung von BEV-Batterien (so genannter Second Use) erhöhe sich dieser Vorteil zusehends. Als zusätzlicher positiver Effekt würde die Abnahme des Anteils an Dieselautos zugunsten von BEV die Feinstaubemissionen verringern helfen – was vor allem in Städten als ein klarer Vorteil wahrzunehmen wäre. Mit Sicherheit ist manche Rahmenbedingung für das E-Auto noch zu verbessern (Reichweite, Ladeinfrastruktur). Doch der Trend, dass E-Mobilität Umweltvorteile schafft, ist unübersehbar.

Zum Blogbeitrag „Unsere E-Mobilität