“Es geht um die Sicherheit von Menschen” 3 Minuten Lesezeit
Mitarbeiter im Fokus

“Es geht um die Sicherheit von Menschen”

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Karriere-Themen sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er Einblicke in die Arbeitswelten des voestalpine-Konzerns.

Als technischer Geschäftsführer der voestalpine BÖHLER Aerospace sorgt Gerhard Lichtenegger in Kapfenberg für tolle Zahlen. Auch im Bereich Health & Safety, der für den promovierten Werkstoffwissenschafter besonderen Stellenwert hat.

Dass es an den Arbeitsplätzen der voestalpine BÖHLER Aerospace sicher zugeht, hat für Gerhard Lichtenegger “einen hohen emotionalen Stellenwert”, wie der gebürtige Mürztaler sagt: “Immerhin geht es um die Gesundheit und Sicherheit von Menschen.” Um diese kümmert er sich bereits seit nahezu zwanzig Jahren – und kann auf entsprechend große Erfahrung zurückgreifen, die er während 13 Jahren als Leiter des Schmiedebereichs bei der Schwesterfirma voestalpine BÖHLER Edelstahl sammelt. 2014 wechselt Lichtenegger in die Geschäftsführung der voestalpine BÖHLER Aerospace und sieht sich dort mit neuen Sicherheitsherausforderungen konfrontiert:

"Das größte Risiko in unseren Betrieben stellen Handarbeitsplätze dar, an denen Schmiedeteile händisch manipuliert werden. Grundsätzlich versuchen wir zwar, mit automatisierten Arbeitsvorgängen das Unfallrisiko zu verringern, doch lässt sich der Automatisierungsgrad nicht in allen Produktionsbereichen eines Schmiedebetriebs erhöhen."
Gerhard Lichtenegger, Geschäftsführer der voestalpine BÖHLER Aerospace
Sicherheit von Menschen

Gerhard Lichtenegger, Geschäftsführer der voestalpine BÖHLER Aerospace in Kapfenberg

Gut, dass du mich darauf ansprichst

Automatisierung ist bei weitem nicht die einzige Strategie, mit der Lichtenegger und sein Team dem Unfallrisiko in den letzten Jahren energisch und von den verschiedensten Seite auf den Leib gerückt sind. “Auf technischer Seite haben wir viele Investitionen getätigt, dank denen die Arbeitsplätze, die Arbeitsvorgänge und das Arbeitsumfeld sehr sicher geworden sind”, freut sich Lichtenegger. 
Darüber hinaus hat das Unternehmen Sicherheitsfachkräfte und Sicherheitsvertrauenspersonen installiert, der Arbeitssicherheit einen eigenen Platz im Organigramm eingeräumt – und erst jüngstens einen neuen Sicherheitsansatz eingeführt. Unter der etwas sperrigen Bezeichnung “Behaviour Based Safety” setzt es auf der Ebene des Verhaltens an: Alle Mitarbeiter sind gebeten, unsicheres Verhalten von Kollegen freundlich und ohne Schuldzuweisungen oder Belehrungen anzusprechen. Damit solche Ansätze jedoch auch wirklich Früchte tragen, bedarf eines regelrechten Kulturwandels. Und zwar hin zu einer Arbeitsweise, in der Sicherheit ganz selbstverständlich eine so hohe Priorität hat, dass man einander in wertschätzender Form auf Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam macht.

Lass uns darüber reden

Eine Vorbildfunktion nehmen dabei natürlich die Führungskräfte ein, betont Lichtenegger:

"Wer sich von den Mitarbeitern ein Umdenken und eine Verhaltensänderung hin zu einem erhöhten Sicherheitsbewusstsein wünscht, muss Arbeitssicherheit vorleben."
Gerhard Lichtenegger, Geschäftsführer der voestalpine BÖHLER Aerospace

Dazu gehört in der Geschäftsführung der voestalpine BÖHLER Aerospace auch, jeden einzelnen Zwischenfall systematisch per Analysegespräch mit dem Verunfallten aufzuarbeiten. “Wir versuchen, den Hergang und die Gegebenheiten zu reflektieren, zu analysieren und Verbesserungspotenziale abzuleiten”, erklärt der technische Geschäftsführer. Hand in Hand mit der Unfallprävention geht ein umfangreiches betriebliches Gesundheitsförderungsprogramm, in dem Bewegungsangebote wie Biken, Laufen oder Yoga ebensowenig fehlen wie informative Workshops.

Sicherheit von Menschen

Mehr tun als nur Vorschriften einhalten

“Health & Safety gehört genauso wie die notwendigen Arbeitsmittel zur täglichen Arbeit”, sagt Lichtenegger, der den Unterschied zwischen dem bloßen Einhalten von Sicherheitsvorschriften und einem wirklich guten Health & Safety-Management in einer gelebten Sicherheitskultur sieht: “Arbeitssicherheit muss ständig thematisiert werden und die Mitarbeiter müssen damit laufend konfrontiert werden – das Thema muss immer am Köcheln bleiben.”

Christopher Eberl

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