Die Frau am Hochofen 5 in Linz 3 Minuten Lesezeit
Mitarbeiter im Fokus

Die Frau am Hochofen 5 in Linz

Volkmar Held
Als freier Autor berichtet Volkmar Held für voestalpine über Themen, die bewegen. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Storys reichen von der Archäometallurgie bis zu Zukunftstechnologien.

Anna Griesser ist vor Ort, am Hochofen 5 der voestalpine Stahl GmbH, die Frau in der Mannschaft. Was die Steirerin antreibt und wie sie das Wiederanblasen erlebt, erfahren Sie in diesem Kurzporträt.

Sie war beim Wiederanblasen die einzige Frau in der Gusshalle des Hochofen 5: Anna Griesser, Verfahrenstechnikerin.

Anna Griesser, Betriebsingenieurin am Hochofen 5

Anna Griesser, die Frau am Hochofen 5.

Schlüsselstelle Winderhitzer

Drei Jahre arbeitet die gebürtige Liezenerin bei der voestalpine in Linz und verstärkt seit Oktober 2018 das Hochofenteam. Inbetriebnahmen von Hochöfen sind selten, daher konnte die Ingenieurin noch nicht viele erleben. Mit umso mehr Begeisterung und Lernbereitschaft unterstützt sie jetzt die Betriebsingenieure in diesen bedeutenden Tagen.

"Für mich heißt es beim Wiederanblasen am kleinen Hochofen Erfahrungen zu sammeln. Mein Augenmerk gilt dabei insbesondere unseren Winderhitzern. Die müssen jetzt wieder 100 % leistungsbereit sein, darauf habe ich auch zu achten."
Anna Griesser

Bereits in der vorangegangenen „Ruhephase“ des Hochofens gehörte die Betreuung der drei Cowper (so der Fachbegriff) zu ihren Aufgaben. Denn auch wenn Hochofen 5 heruntergefahren war, mussten sie aus technischen Gründen kontinuierlich aufgeheizt werden.

Ingenieurin bei voestalpine

Anna Griesser fühlt sich bei der voestalpine wohl. Bereits vor ihrem Eintritt in die Hochofenabteilung der voestalpine Stahl GmbH beschäftigte sie sich mit Themen rund um die Roheisenerzeugung, allerdings auf der Forschungsseite. In der Praxis am Hochofen unterliegt auch sie der Faszination dieses Aggregats: „Ich bin jedes Mal erneut begeistert von der Flüssigphase des Prozesses, von der Hitze und dem Glühen des fließenden Eisens beim Abstich.“ Gerade beim Wiederanblasen offenbare der Hochofen eine weitere faszinierende Eigenheit – dass sein Verhalten letztendlich nicht hundertprozentig voraussehbar sei. Das stelle jede Kollegin und jeden Kollegen vor Ort vor besonders große Herausforderungen.

Anna Griesser beim Hochofen 5 in Linz

Ein Job für eine Frau

Dieses herausfordernde Klima sieht Anna Griesser in den Teams am Hochofen gut aufgehoben. Sie lobt und liebt die Offenheit, die vor Ort herrscht. Und dass es keine Bemerkungen gibt, die die Eignung von Frauen für technische Berufe infrage stellen.

„Ich denke, dass viele Kollegen erkannt haben, was Frauen in der technischen Berufswelt leisten können. Ich bereue meine Laufbahnentscheidung auf keinen Fall“, betont die Ingenieurin. Ihre berufliche Karriere startete sie an der Handelsakademie im heimatlichen Liezen und beschloss nach einem Besuch zum Tag der offenen Tür der Montanuniversität Leoben, den technischen Weg einzuschlagen. Ihrem Studienabschluss folgte unmittelbar das Engagement bei der voestalpine.

Ausgleich schaffen

Mit ihrem Wohnort Kirchdorf an der Krems hat die Ingenieurin einen idealen Ausgangspunkt für ausgiebige Wanderungen gewählt. Die Angebote der Landschaft nutzt sie gern für den Ausgleich von ihrer Tätigkeit. Dazu gehört auch der Gemeinschaftsgarten, den sie mit Freunden betreut, oder mit ihren Worten: „Wo ich das Gärtnern lerne.“ Ihr Wissen und ihre Erfahrungen als Betriebsingenieurin Roheisenerzeugung gibt Anna Griesser auch an der Linzer Kinderuni weiter. Vielleicht findet so bald eine weitere Kollegin den Weg an den Hochofen.

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