Vordenken und Nachdenken:
 Group Day zu “voestalpine 2025” 4 Minuten Lesezeit
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Vordenken und Nachdenken:
 Group Day zu “voestalpine 2025”

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Rund 160 Führungskräfte der voestalpine zog es Ende letzter Woche am 11. und 12. April zum Group Day nach Linz. Dort ging es unter dem selbsterklärenden Motto "voestalpine 2025" um die nähere Zukunft des Konzerns – mit inspirierenden Inputs von spannenden Gästen wie dem deutschen Philosophen Richard David Precht.

Mit welchen Herausforderungen es die voestalpine gegenwärtig zu tun hat und welche in den kommenden Jahren unterwegs in Richtung “voestalpine 2025” noch auf den Konzern zukommen: Das war eines der wichtigsten Gesprächsthemen beim voestalpine Group Day 2019, zu dem die Topmanager des Konzerns aus aller Welt nach Linz angereist waren. Das Arbeitsprogramm eröffnete CEO Wolfgang Eder mit einem Bericht über die Lage des voestalpine-Konzerns, dem ein Überblick aus den Divisionen folgte. Nach einem kurzen Update zu den Digitalisierungsprozessen im Konzern – erneut von CEO Wolfgang Eder gegeben – ging es zwei Stunden lang um die Strategien der Gruppe wie auch der einzelnen Divisionen im Hinblick auf 2025.

Ein Philosoph als Stargast

Am frühen Abend wechselte der Schauplatz voestalpine Stahlwelt gegen das Design Center im Zentrum von Linz ein, wo ein Dinner und davor ein Gespräch mit Richard David Precht, geführt von ORF-Fernsehjournalist Martin Thür, auf dem Programm standen. Der vielseitige deutsche Publizist und Philosoph hat sich seine Beliebtheit im deutschen Sprachraum redlich verdient. Wie nur wenige andere versteht es Precht, seine Zuhörer in einer leicht verständlichen Sprache auf intellektuelle Reisen mitzunehmen. Und auch, weil er sich als moderner Universalgelehrter mit allen großen Fragen der Gegenwart befasst.

Group Day

Über die Digitalisierung zum bedingungslosen Grundeinkommen

Sein jüngstes Buch befasst sich mit der Digitalisierung, die er erst ganz am Anfang sieht:

"Wir sind noch gar nicht mitten in der Digitalisierung. Wir haben erst unsere Hausaufgaben dafür gemacht und analoge in digitale Daten umgewandelt. Das Revolutionäre ist auch nicht das Digitale, sondern dass wir es in Zukunft mit Maschinen zu tun haben, die selbstständig lernen. Machine Learning, also das Versprechen von Selbstprogrammierung, ist die Zäsur, nicht die Übertragung von Daten."
Richard David Precht

Einmal mehr trat Precht am Donnerstagabend für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein: “Die Sozialsysteme in Österreich und Deutschland haben keine Zukunft mehr. Schon aus demografischen Gründen, und weil als Folgeerscheinung der Digitalisierung die Einzahler immer weniger werden. Die Besteuerung von Arbeit ist keine Finanzierungsmöglichkeit mehr für das Sozialsystem. Wir brauchen in Zukunft ein anderes Steuersystem und ein bedingungsloses Grundeinkommen. Dann ist Erwerbslosigkeit kein Stigma und kein sozialer Sprengstoff mehr.”

Elektromobilität und Bildungsoffensive

Eines von Prechts Lieblingsthemen – nämlich die Zukunft von Europa – stand gleich am Freitagmorgen im Mittelpunkt einer Keynote des deutschen Ökonomen Marcel Fratzscher, der intensiv zu den Ursachen und Folgen wachsender wirtschaftlicher Ungleichheit forscht. Unter dem Titel “Die Aussichten Europas in Zeiten von Populismus und Protektionismus” gab der Vorstand des DIW Berlin (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) einen Ausblick auf eine wohl weiterhin stark bewegte Zukunft, für die er noch “einige goldene Jahre” für die deutsche Volkswirtschaft erwartet:

"Der Wechsel zur Elektromobilität ist eine riesige Chance für die deutsche und die österreichische Volkswirtschaft, hier globale Marktführer zu werden."
Marcel Fratzscher, Vorstand DIW Berlin

Dennoch sei Deutschland so wie andere Länder auch gefordert, die gefährlich hohe Zahl der Menschen im Niedriglohnbereich zu senken und sie so zu qualifizieren, “dass sie in die Fachkräftelücken vorstoßen und sie füllen können. Die Politik muss hier den Menschen mehr Chancen eröffnen, mehr Teilhabe ermöglichen und auch mehr Immigranten besser integrieren.”

Group Day

Das Auto bleibt ein Stahlprodukt

Bereits davor hatte Magna-Europapräsident Günther Apfalter die Group Day-Teilnehmer in einer vierzigminütigen Präsentation mit seiner Analyse der automotiven Megatrends bekannt gemacht – und nüchtern Bilanz gezogen: “Der Elektromobilität gehört ein wesentlicher Teil der Zukunft, abhängig davon, für welche Nutzung wir Konsumenten uns entscheiden. Sie wird eine Übergangsperiode auf dem Weg zu anderen Antriebssystemen wie zum Beispiel der Brennstoffzelle sein.” 
Auf die voestalpine als Hersteller hochfester Stähle sieht Apfalter keine dramatischen Änderungen zukommen:

"Ein Fahrzeug wird unabhängig von der Antriebsart und egal ob autonom, nicht-autonom oder teil-autonom oder in der Shared Mobility weiterhin einen hohen Stahlanteil haben."
Günther Apfalter, Magna-Europapräsident

Group Day

Conclusio mit optimistischen Ausblick

Nach diesen Inputs skizzierten daraufhin Spitzenmanager aus den Divisonen die Mittel und Wege, um bis 2025 die größtmögliche “Operational Excellence” zu erreichen und gab sich im anschließenden Plenum wechselseitig Feedback. Wolfgang Eder und Herbert Eibensteiner fassten zum Abschluss der beiden Tage gemeinsam die besprochenen Themen zusammen und verabschiedeten das Führungskräftekollegium mit einem optimistischen Ausblick.

Group Day

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Viktoria Steininger

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