Digitalisierte Arbeitswelt: Die Arbeitskraft Mensch bleibt gefragt 4 Minuten Lesezeit
Arbeitswelten

Digitalisierte Arbeitswelt: Die Arbeitskraft Mensch bleibt gefragt

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Karriere-Themen sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er Einblicke in die Arbeitswelten des voestalpine-Konzerns.

Die Digitalisierung sorgt bei vielen Menschen für Unbehagen und bei einigen sogar zu Sorge um den Arbeitsplatz. Verständlich, aber unberechtigt: Neue Jobs ersetzen die alten, und die Arbeitskraft Mensch bleibt gefragt.

Es ist schon paradox: In den hochentwickelten Industriegesellschaften ist digitale Technik im Alltag so weit verbreitet, dass sie auch für ältere Generationen zur Selbstverständlichkeit geworden ist – und doch fürchten sich viele vor der weiteren Digitalisierung der Arbeitswelt. Und das, obwohl der Umgang mit Computern und digitaler Steuerungstechnik am Arbeitsplatz, daheim und im Auto völlig normal geworden ist. Ob Singapur, Düsseldorf oder New York: Vier Fünftel aller Beschäftigten sind heute im Job auf Internet und Telekommunikation angewiesen.

Umwälzungen sind nicht neu

Die mehr oder weniger rapide Veränderung der Arbeitswelt durch technologische Entwicklung ist alles andere als neu. In der industriellen Frühzeit ersetzen Dampf und Wasser den Menschen als Antriebskraft der ersten Maschinen – um bald darauf selbst vom elektrischen Strom als Energiequelle in den Werkshallen abgelöst zu werden. Der Elektrifizierung folgt Anfang des 20. Jahrhunderts die Automatisierung der Arbeit am Fließband, die sich vor allem ab 1970 durch die ersten Computer in der Arbeitswelt erneut verändert. Bis heute: “Die westlichen Gesellschaften erleben seit Jahrzehnten ständige technologische Revolutionen”, weiß Industriesoziologe Hartmut Hirsch-Kreinsen von der Technischen Universität Dortmund, “und ähnlich wie heute entstanden dabei immer wieder Ängste vor Arbeitslosigkeit und sozialen Umbrüchen.”

Die Anlagenbediener in Cartersville erhalten bei Bedarf via Datenbrille Support von den Experten in Schwäbisch Gmünd.

Die Anlagenbediener in Cartersville erhalten bei Bedarf via Datenbrille Support von den Experten in Schwäbisch Gmünd.

Digitalisierung schafft Arbeit

Bewahrheitet haben sie diese Befürchtungen auch nach 200 und mehr Jahren noch nicht. Denn historisch macht die technische Entwicklung immer wieder Tätigkeiten überflüssig, schafft aber stets auch neue Jobs. In vielen Branchen werden IT- und Technikfachleute händeringend gesucht. Genauso wie Menschen, die in völlig neue Berufsrollen schlüpfen können. Zum Beispiel die eines Chief Digital Officer, eines Scientist bzw. Data Strategist. Der Schweizer Thinktank Avenir Suisse kommt in einer aktuellen Studie zum Schluss, dass die Digitalisierung die beste Voraussetzung für die Erhöhung von Produktivität und Einkommen sowie die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist. Der Blick auf den globalen Arbeitsmarkt bestätigt, dass die Arbeitslosenraten in innovationsstarken und technologisierten Arbeitsgesellschaften deutlich niedriger als in weniger entwickelten Ländern.

Die Zukunft gehört der Bildung

Der Grund dafür heißt nicht zuletzt Bildung. Kreativität, gemeinsames Lernen und Entwickeln sind die Schlüsselfähigkeiten der Zukunft, in der vom Verschwinden des arbeitenden Menschen keine Rede sein kann. Im Gegenteil: In der Arbeitswelt von morgen wird sich der Einzelne mit seinen Fähigkeiten und Gaben so persönlich einbringen können wie noch nie zuvor. “Eine digitale Bildung im Dienste der Gesellschaft eröffnet dem Einzelnen neue Möglichkeiten: eine Firma zu gründen, eine soziale Idee umzusetzen, ein Forschungsprojekt zu verfolgen”, machen sich Manuel Hartung und Stefan Schmitt in ihren 11 Thesen zur digitalen Zukunft – jüngst in der deutschen Wochenzeitung “Die Zeit” veröffentlicht – für eine Bildungsoffensive stark: “Um auf Neues mit Neugier reagieren zu können, muss die Gesellschaft universell gebildet sein. So sieht das auch Max Stelzer, Leiter des Konzernpersonalmanagements der voestalpine AG:

"Wir fühlen uns als Unternehmen zur Weiterbildung verpflichtet. Gleichzeitig erwarten wir uns von den Mitarbeiter gerade in einer so schnelllebigen Zeit eine permanente Weiterentwicklungs- und Veränderungsbereitschaft."
ZitatMax Stelzer, Leiter des Konzernpersonalmanagements der voestalpine AG

Veränderungskünstler Mensch

Der erfolgreich bewältigte Wandel der Arbeitswelt sollte Zukunftsmut einflößen: In den meisten Industrie- und Dienstleistungsbetrieben liegen Welten zwischen den Arbeitsplätzen von gestern und heute. Durch die Bank sind sie sicherer, sauberer und im besten Sinne anspruchsvoller geworden. Heute sind nicht mehr in erster Linie Körperkraft und Fingerfertigkeit gefragt, sondern der ganze Mensch – mit Urteilsvermögen, Geist und Kreativität sowie der Fähigkeit, mit Herausforderungen fertig zu werden.

 

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