Die Arbeit eines Werkzeugschmieds 2 Minuten Lesezeit
Arbeitswelten

Die Arbeit eines Werkzeugschmieds

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Karriere-Themen sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er Einblicke in die Arbeitswelten des voestalpine-Konzerns.

Gerhard Reitbauer ist Schmied, Werkzeugschmied bei Böhler PROFIL in Bruckbach. Im folgenden Blogbeitrag erzählt er über seine Arbeit und Herausforderungen, die der Job mit sich bringt.

Das offene Feuer brennt in Gerhard Reitbauers Esse, 30 °C hat es allemal in der Schmiede, im Sommer, wenn der Gasofen brennt und größere Werkstücke angewärmt werden auch schon mal 50 °C. Da kommt er ganz schön ins Schwitzen. Trotzdem ist der 53-jährige Schmied auch nach 31 Jahren noch mit Feuer und Flamme am Schmieden. „Ich mag die Abwechslung: Es ist kein Tag gleich“, lacht Gerhard Reitbauer.

Maßgeschneiderte Zangen

Seine „Spezialität“ sind die so genannten Goschenzangen – die benötigen seine Kollegen im angrenzenden Walzwerk, um die Stahlknüppel packen und zu Stahlprofilen walzen zu können. 20 verschiedene Größen und Formen schmiedet und nietet er, allesamt Maßanfertigungen für Böhler PROFIL, denn zu kaufen gibt es die am Markt nicht. Neben den Zangen schmiedet Gerhard Reitbauer auch allerlei anderes Werkzeug, das im Unternehmen gebraucht wird: Hämmer, Stifte, Keile und Schrauben etwa – und führt Reparaturen durch.

Großauftrag und kleine Freiheiten

Drei- bis viermal im Jahr kommt ein Spezialauftrag herein, da wollen an die 15.000 Flachteile („Plattln“) innerhalb weniger Tage gebogen werden, die in der Gleis- bzw. Weichenfertigung zum Einsatz kommen. Ansonsten aber ist Gerhard Reitbauer seines eigenen Glückes Schmied:

"Ich kann mir meine Arbeit im Großen und Ganzen selbst einteilen, das ist schon was."
Gerhard Reitbauer, Werkzeugschmied, Böhler PROFIL GmbH & Co KG

Erfahrung und Gespür

Schmieden ist Handarbeit, es geht um Millimeter – da braucht es Erfahrung und ein gutes Gespür für das Material. „Ich sehe an der Verfärbung des Stahls, wie heiß er ist und wann ich ihn aus dem Feuer nehmen und bearbeiten kann“, erzählt Reitbauer. Das macht ihm so schnell keiner nach, außer vielleicht der Lehrling, der bei ihm das Schmiedehandwerk gelernt hat.

Christopher Eberl