Der Metall-Former 3 Minuten Lesezeit
Arbeitswelten

Der Metall-Former

Christopher Eberl
Holds editorial responsibility for career topics and for the apprentice website. His stories offer insights into the world of work at voestalpine.

Mit einem Blick auf das Thema Spezialisten stellen wir jene Mitarbeiter vor, die sich über Jahre auf ihrem Gebiet besondere Fähigkeiten und ein einzigartiges Wissen angeeignet haben. Ein solcher Mitarbeiter ist Oliver Hecht, Laborleiter bei voestalpine Automotive Components in Schmölln.

Oliver Hecht ist 34 Jahre alt und wohnhaft in Zwickau. Bereits seit 2013 ist er Laborleiter bei der voestalpine Automotive Components Schmölln GmbH und betreut hier die „PHS- und Rohbau-Prozesse, sowohl mit zerstörender Werkstoffprüfung, also Zug-Biege-Versuchen, Härteprüfungen, Schliffen für Schicht- und Gefüge-Bewertungen, als auch mittels zerstörungsfreier Werkstoffprüfung, wie Ultraschalluntersuchungen an Punktschweißverbindungen für Stahl- und Aluminiumverbindungen, sowie zerstörungsfreie Charakterisierung von Werkstoffeigenschaften wie Oberflächenhärten, Kernhärten, Streckgrenzen und Zugfestigkeiten.

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Oliver Hecht, Laborleiter, voestalpine Automotive Components Schmölln GmbH

Welches Produkt wird bei Ihnen im Unternehmen erzeugt?

Die voestalpine Automotive Components Schmölln GmbH besitzt umfassende Serienerfahrung im Bereich der Warmumformung / Presshärten. Für das Produkt phs-ultraform® werden dabei vollverzinkte Stähle aus dem Hause voestalpine, die nach dem Härten einen vollständig kathodischen Korrosionsschutz bieten, verwendet. Dies ist ein großer Vorteil, der es ermöglicht, warmumgeformte Teile auch in korrosiv belasteten Nassbereichen im Fahrzeug einzusetzen. phs-ultraform® ermöglicht damit eine Leichtbauweise in neuer Dimension hinsichtlich Designfreiheit, Maßgenauigkeit, Prozesssicherheit und Korrosionsschutz. Als Innovationsführer sind wir außerdem imstande, auf den Warmumformanlagen taktzeitneutral Bauteile mit „maßgeschneiderten“ Eigenschaften herzustellen.

"Die Warmumformung kommt bei der Herstellung zahlreicher crashrelevanter Automobil-Karosserieteile zum Einsatz (A-Säule, B-Säule, Schweller)."
Oliver Hecht, Laborleiter, voestalpine Automotive Components Schmölln GmbH

Wie sieht Ihr Tätigkeitsbereich genau aus?

Ich betreue den phs- sowie den Rohbau-Prozess, sowohl mit zerstörender Werkstoffprüfung – das heißt  Zug-Biegeversuch, Härteprüfung, Schliffe für Schicht- und Gefüge Bewertung – als auch mittels zerstörungsfreier Werkstoffprüfung, wie Ultraschalluntersuchungen an Punktschweißverbindungen für Stahl- und Aluminiumverbindungen.

Was zeichnet Sie als Spezialisten aus? Was ist Ihre besondere Fähigkeit bzw. wie lösen Sie Herausforderungen?

Ich analysiere mit der vorhandenen Laborausstattung die vorhandenen Bauteileigenschaften und ermittle die Ursachen für auftretende Fehler. Das vollumfängliche Bewerten der Bauteilqualität durch zerstörende Werkstoffprüfung steht ebenfalls im Mittelpunkt. Daraus leite ich dann mit meinem Team Empfehlungen für weitergehende prozessoptimierende Maßnahmen ab, um die maximale Performance aus den Materialien herauszuholen – ohne Einbußen bei der Qualität zu haben. Neben diesen serienbegleitenden Tätigkeiten treiben wir die Entwicklung und Implementierung von zerstörungsfreier Werkstoffprüfung mit unseren Kooperationspartnern voran.

Der Metall-Former - voestalpineWelche Bedeutung hat Ihre Fähigkeit für das Unternehmen bzw. auf welches Detail kommt es Ihrer Arbeit besonders an?

Es ist vor allem das spezielle Werkstoffwissen in den Bereichen Warmpressen und Warmumformen von Warmpressstählen entscheidend. Dadurch steht dem Unternehmen ein breites anwendungsbereites Wissen zur Verfügung – zum Beispiel durch Gefügeanalysen.

"Das Zusammenfügen der Analyseergebnisse zu einem Gesamtbild ist besonders wichtig, um so den kompletten Fertigungsprozess bis zum fertigen PHS-Bauteil beurteilen zu können. So lässt sich sicherstellen, dass das Material den hohen Bauteilanforderungen entspricht."
Oliver Hecht, Laborleiter, voestalpine Automotive Components Schmölln GmbH

Ist es möglich diese Besonderheit auch an junge Mitarbeiter weiterzugeben?

Das Wissen basiert auf der erarbeiteten Erfahrung, aber mit ausreichender Zeit und Geduld kann das Wissen mit Sicherheit weitervermittelt werden.

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Mit ausreichender Zeit und Geduld kann das Wissen mit Sicherheit weitervermittelt werden!

Christopher Eberl