Das wachsame Auge des Wassermanns 3 Minuten Lesezeit
Arbeitswelten

Das wachsame Auge des Wassermanns

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er tiefe Einblicke in die vielfältige Welt des voestalpine-Konzerns.

Der Wassermann hat in der voestalpine eine verantwortungsvolle und interessante Aufgabe. Damit meinen wir aber nicht Menschen, die zwischen 21. Jänner und 19. Februar ihren Geburtstag feiern. Der Wassermann ist in der voestalpine für die Kühlung und Überwachung des Hochofens verantwortlich.

Wassermann Peter LehnerDer Hochofen ist das Herzstück jeder Roheisenerzeugung und misst im Inneren bis zu 2.300 C°. Genau aus diesem Grund ist der Wassermann hier nicht wegzudenken. Zum Schutz vor Überhitzung besitzt der Hochofen ein System aus Kühlleitungen – gekühlt werden kann mit Stickstoff oder eben mit Wasser. Deshalb untersucht der Wassermann regelmäßig den Hochofen auf etwaige Glut- oder Heißstellen. Eine Überhitzung könnte im schlimmsten Fall einen Durchbruch und Austritt des Materials bedeuten. Dies hätte neben wirtschaftlichen auch weitere schwerwiegende Folgen. Neben der Überwachung der Temperatur kümmert sich der Wassermann auch um die Leitungen, die verschiedene Reduktionsmittel – wie zum Beispiel Koks, Rohöl, Teer oder Kunststoff – in den Hochofen einblasen. Hier können die Leitungen verstopft oder undicht sein und gehören folglich rasch ausgetauscht.

Ein Beruf mit Sinn

Peter Lehner blickt ins Innere des Hochofens

Peter Lehner blickt ins Innere des Hochofens

Bei seinen Kontrollgängen muss sich der Wassermann auf seine Sinne verlassen können. Die Kontrolle des einwandfreien Betriebs besteht zum Großteil aus Sehen und Hören. Ein „Guckloch“ ermöglicht es ihm, einen Blick in den Ofen zu werfen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Defekte Leitungen geben zum Beispiel ein markantes Pfeifen oder Blasen von sich und lassen sich nach jahrelanger Erfahrung auch schnell lokalisieren. Doch ganz ohne Technik geht es auch hier nicht. Zur Unterstützung setzt der Wassermann des Öfteren eine Wärmebildkamera ein, die ihm die heißesten Stellen am Hochofen anzeigt. Nach einem Kontrollgang, der aus viel Stufensteigen besteht, geht es zurück zum Schreibtisch. Jeder Rundgang wird am Ende schriftlich in einem Programm dokumentiert und gegebenenfalls auch mit Bildern von möglichen Gefahrstellen versehen. Nichts bleibt hier dem Zufall überlassen – Genauigkeit und Konzentration zählen zu den Kernkompetenzen jedes Wassermannes.

Eine Wärmebildkamera ünterstützt den Wassermann bei der Arbeit

Eine Wärmebildkamera ünterstützt den Wassermann bei der Arbeit

Kein eigener Lehrberuf

Der Beruf des Wassermannes ist in Österreich kein typischer Lehrberuf. Wassermänner kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Nur eines haben sie gemeinsam: alle verfügen über eine notwendige Eisen- oder Metallberufs-Ausbildung. In der voestalpine sind viele Wassermänner zum Beispiel ausgelernte Produktionstechniker. Der angehende Wassermann erhält eine 18-tägige Anlernphase, in der er die ersten und wichtigen Handgriffe und Schritte kennenlernt. Laufende Schulungen und das Interesse an der Thematik machen diesen Beruf für jeden Wassermann so besonders und spannend.

Christopher Eberl

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