Werkzeugstahl für Easy Rider aus Dievar 2 Minuten Lesezeit
Innovation

Werkzeugstahl für Easy Rider aus Dievar

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er tiefe Einblicke in die vielfältige Welt des voestalpine-Konzerns.

Biker lieben Motorräder mit makellos glänzenden Sichtteilen, Motorradhersteller langlebigen Werkzeugstahl. Mit der einzigartigen Werkzeugstahlsorte Dievar macht Uddeholm beiden Freude.

Ein Teil dieses Hochgefühls besteht für viele Zweiradenthusiasten im Stolz auf die ästhetischen Motorgussteile, Kupplungsdeckel oder Schwingarme ihrer Maschinen, die makellos im Auge des bewundernden Betrachters glänzen. Doch selbst regelrechte Motorrad-Nerds haben zumeist keinen Begriff davon, was für ein heikler Arbeitsprozess in der Herstellung dieser spiegelblanken Komponenten steckt: Dazu wird mehrere hundert Grad Celsius heißes Aluminium unter hohem Druck flüssig in die entsprechende Gussform gespritzt, die sich kurzschließt und danach wieder öffnet – immer wieder und wieder, bis das formgebende Werkzeug das Ende seines von extremer Belastung geprägten Lebenszyklus erreicht hat.

Makellos glänzende Sichtteile aus der langlebigen Werkzeugstahlsorte Dievar.

Teures Werkzeug

„Werkzeuge sind für die Hersteller ein teurer Spaß“, weiß Richard Oliver, Produktmanager für Hot Works von Uddeholms AB. “ Aufgrund der hohen Kosten rechnen auch die Motorradhersteller genau nach – und entscheiden sich bei der Stahlwahl für den Werkzeugbau auffällig oft für die Sorte Dievar von Uddeholm. Warum? „Erstens, weil der Lebenszyklus eines Werkzeuges aus Dievar um knapp ein Drittel länger ist als bei H11- oder H13-Stahl“, sagt Richard, „und zweitens, weil man aus einem Dievar-Werkzeug wahre Premium-Teile herausbringt.“

Bester im Hitzemarathon

So wie steter Tropf den Stein höhlt, zersetzen Druck und Hitze nach und nach jede Gussform. Das Resultat sind Oberflächenrisse, die ihre unschönen Spuren im Werkstück hinterlassen – ein No-Go für die führenden und entsprechend qualitätsbewussten Markenhersteller egal ob in Japan, Europa oder in den USA. Erst recht, wenn es sich um sichtbare Motorradteile handelt. Selbst das Ergebnis eines immens aufwändigen Herstellungsverfahrens, ist Dievar gegen thermische Ermüdung wesentlich länger resistent als alle anderen Materialien.

Mehrfach kopiert, unerreicht

Wie man bei Uddeholm mit einiger Genugtuung festgestellt hat, erreichen chemische idente Dievar-Kopien die Qualitätseigenschaften ihres Vorbildes bei weitem nicht. Richard Oliver wundert das nicht weiter: „Wir machen das schließlich schon seit 350 Jahren, in denen wir uns jedesmal verändert haben, wenn sich die Herstellungstechnologien weiterentwickelt haben.“

Christopher Eberl