Wasser: Zentrales Element der Produktionsprozesse 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Wasser: Zentrales Element der Produktionsprozesse

Volkmar Held

Hohe Sorgfalt kennzeichnet bei der voestalpine den Umgang mit einem unserer wichtigsten Hilfs- und Betriebsmittel, dem Wasser.

Eisen- und Stahlproduktion, Veredelungs- und Umformvorgänge: Das Element Wasser ist jenes Mittel, ohne dessen kühlende Wirkung keiner dieser Prozesse läuft.

Wassermassen bewältigen

Bei der voestalpine werden enorme Wassermengen, hauptsächlich für die Kühlung, benötigt. Diese Zahlen veranschaulichen die Dimensionen:

  • Ein „kleinerer“ Hochofen (z. B. der Hochofen 5 der voestalpine Stahl GmbH in Linz, Österreich), benötigt stündlich 2.300 m³ Kühlwasser – diese Menge würde in weniger als 90 Minuten ein Olympiaschwimmbecken füllen.
  • Der brasilianische Standort Sumaré von Villares Metals S.A. (High Performance Metals Division) bezieht monatlich 22.500 m³ Wasser aus Flüssen, Brunnen und dem öffentlichen Netz.
  • 2016 leitete die voestalpine Stahl Donawitz GmbH 24,5 Mio. m³ geklärte Abwässer nach der industriellen Nutzung in die Mur zurück …

Der mit der Nutzung verbundene Arbeitsaufwand ist beträchtlich: Je nach Herkunft und Einsatzzweck muss jeder Liter Wasser gefiltert und nach der Nutzung geklärt und temperiert in Flüsse zurückgeführt werden.

Wasserkreisläufe helfen sparen

Wasser, das bereits im Einsatz war, kann in unterschiedlicher Weise mehrfach wiederverwendet werden. Man spricht hier von geschlossenen Kreisläufen und Mehrfachnutzung. Durch sie werden die Wasserressourcen geschont, weil weniger Wasser aus der Natur entnommen, aufbereitet und zurückgeführt werden muss. Als Stand der Technik gilt, dass maximal 60 % des im Hüttenwerk eingesetzten Nutzwassers als Abwasser wieder in Flüsse zurückgeführt wird.

Gewässer- und Umweltschutz

Der beste Weg zum schonenden Umgang mit der Ressource Wasser ist es, ihren Einsatz zu minimieren. Dieses Ziel steht im Fokus einer Vielzahl von Investitionen der voestalpine-Gesellschaften. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden etwa 20 % der Umweltausgaben des voestalpine-Konzerns für den Schutz von Gewässern aufgewendet – eine Strategie, die auch aktuell weiterverfolgt wird:

  • Die Umlaufkühlung des neuen Edelstahlwerks in Kapfenberg reduziert die in den Thörlbach eingeleitete Wassermenge um mehr als 90 %.
  • Durch technische Verbesserungen an der Feuerverzinkungsanlage 1 spart die voestalpine Stahl GmbH in Linz jährlich 150.000 m³ Wasser ein.
  • Villares Metals in Brasilien speichert Industriewasser in zwei Teichen und kann so 80.000 m³ Wasser, fast ein Drittel des Jahresbedarfs, wiederverwenden.

Wo durch wasserbauliche Maßnahmen – wie beispielsweise bei Kraftwerken oder Staustufen – in die Natur eingegriffen wird, schaffen die voestalpine-Gesellschaften Ausgleichsmaßnahmen, z. B. mit Aufstiegshilfen für Wasserlebewesen.

Villares-Metals_Brasilien_small

Villares Metals in Sumaré: Zwei Speicherteiche mit 11.000 m³ Fassungsvermögen unterstützen die Mehrfachnutzung von Industriewasser.

Mehr zum Thema Umwelt: http://www.voestalpine.com/umwelt