Von Big Data zu Smart Steel 2 Minuten Lesezeit
Innovation

Von Big Data zu Smart Steel

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Die voestalpine in Donawitz arbeitet an einem zukunftsweisenden Pilotprojekt namens Smart4Steel, bei dem mit Hilfe von Data Science (Big Data Analytics) ein Mehrwert aus Prozessdaten generiert wird.

Über einen Projektzeitraum von drei Jahren werden Prozessdaten gesammelt, berechnet und interpretiert, um einen Mehrwert mit Hilfe von Data Science (Big Data Analytics) zu generieren.

Daten sammeln und auswerten, klingt eigentlich recht einfach, ist es aber nicht. Der Grund: Big Data – also Unmengen von Daten! Am voestalpine-Standort Donawitz werden jeden Tag unzählige Messwerte (Rohdaten) sekündlich durch unterschiedliche Sensoren im Prozess der Stahlherstellung sowie der Weiterverarbeitung gesammelt. Manuelle bzw. herkömmliche statistische Ansätze zur Datenverarbeitung stoßen – ob des Datenumfanges – immer mehr an ihre Grenzen.

"Jetzt ist für uns der Zeitpunkt gekommen, dass wir noch stärker auf die Daten blicken und damit arbeiten."
Peter Karner, Leiter Forschung & Entwicklung, voestalpine Stahl Donawitz GmbH

Seit einigen Monaten beschäftigt sich deshalb ein interdisziplinäres Team mit dem Pilotprojekt Smart4Steel. Die Konzeptidee dahinter ist, smarte Lösungen, also mögliche Zusammenhänge von Produktionsdaten mit Qualitätsmerkmalen der Produkte, datenbasiert zu entwickeln.

Der Pilot „Stahl und Draht“

Exakt steht der smarte Ansatz für Produktoptimierung und Fehlerminimierung, also einem „smarten Stahl“, den die voestalpine in Zukunft produzieren und weiterverarbeiten will. „In Big Data steckt sehr viel Potenzial, wenn man mit der Menge an Daten Aussagen über die Produktqualität treffen kann“, so Karner weiter. Das gilt natürlich für alle Prozessstufen der Stahlherstellung und Weiterverarbeitung, also die Draht-, Schienen-, oder Rohrherstellung der Metal Engineering Division. Oberstes Ziel von Smart4Steel ist es, durch das richtige Auswerten aller Daten einen Nutzen für den Kunden zu generieren. Hierfür müssen aber noch viele Herausforderungen gelöst werden. Im ersten Schritt wird die Idee gemeinsam mit den Drahtgesellschaften konzipiert.

Ganz am Start

Zur Zeit bildet die Stranggussanlage – eine jener Produktionsanlagen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Produktqualität im Zuge der Stahlherstellung aufweist – den Startpunkt der Projektdatenaufzeichnung. Danach werden Daten vom Knüppelwalzwerk, wo z.B. Oberflächenfehler detektiert werden können, gesammelt und verlinkt. Folglich sollen Daten der drahtproduzierenden Unternehmen an den Standorten Donawitz und Bruck an der Mur, dem Drahtwalzwerk sowie der Drahtzieherei, mit deren Inspektions- und Prüfeinrichtungen miteinbezogen werden.

Viktoria Steininger