“… und natürlich wollen wir die Welt besser machen” 3 Minuten Lesezeit
Innovation

“… und natürlich wollen wir die Welt besser machen”

Stephanie Bauer
Als voestalpine Digital Native der ersten Stunde ist Stephanie Bauer für die Corporate Online & Social Media Strategie verantwortlich, als Chef vom Dienst für das Themenmanagement im Newsroom.

Peter Schwab, Forschungschef des voestalpine-Konzerns, über das Projekt "Zukunftsmärkte", die wichtigsten "Megatrends" und den Beitrag zu einer besseren Welt.

Die voestalpine beschäftigt sich mit sechs “Megatrends”, die über klassische Forschung und Entwicklungsthemen weit hinausgehen. Wie ist dieses Projekt “Zukunftsmärkte” entstanden?

Peter SCHWAB: Wir haben vor etwa drei Jahren sehr breit begonnen, uns mit Trends auseinanderzusetzen. Wir haben Trendforscher eingeladen, mit ihnen diskutiert und die Erkenntnisse dann intern “geknetet”, und wir haben auch vom Vorstand einen klaren Auftrag erhalten: nämlich uns verstärkt mit langfristigen Forschungsnotwendigkeiten zu befassen und über den klassischen Fünfjahreshorizont hinaus zu denken. Dieser Zeitraum ist ja im Grunde viel zu kurz, sondern wir müssen 15 bis 20 Jahre vorausdenken. Und dafür muss man natürlich wissen, was die wichtigen Trends sind.

 

Und welche Trends sind das beziehungsweise wie sind sie auf den Markt umlegbar?

Um das herauszufinden, braucht man natürlich auch den Input von den Kunden; wir haben beispielsweise gemeinsame Zukunftsworkshops mit Kunden abgehalten, um zu sehen, wo es künftig hingeht. Und jetzt glauben wir zu wissen, welche Themen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit einstellen werden, in welchen Bereichen es zu Umwälzungen kommen wird und wo wir natürlich langfristig auch Chancen sehen. Etwa bei Energie, Mobilität, Umwelt und Nachhaltigkeit – da sehen wir als voestalpine ein großes Potenzial, mit unseren Produkten zu reüssieren, und natürlich trägt man auch dazu bei, dass die Welt besser wird.

“Etwas Besonderes anzubieten, das sonst keiner kann –
das ist eine angenehme Position”

 

Können Sie konkrete Beispiele geben?

Bei den Kraftwerken geht es beispielsweise darum, den Wirkungsgrad zu erhöhen. Bei Dampfturbinen liegt der typischerweise bei etwa 45 Prozent, sie werden derzeit mit einer Dampftemperatur von 600 bis maximal 630 Grad betrieben. Wenn man den Wirkungsgrad erhöhen will, muss man höhere Temperaturen erreichen, nämlich 650 bis sogar 700 Grad – wofür bereits erste Aufträge erteilt werden –, und dann braucht man neue Werkstoffe, die für diese Temperaturen auch geeignet sind. Wir haben solche Werkstoffe bereits entwickelt, sind schon in der Umsetzung und daher auch der ideale Ansprechpartner für die Kraftwerksbauer. Jetzt versuchen wir gemeinsam, die Kompetenzen im Unternehmen zusammenzufassen, wir machen ja praktische alle Komponenten, die für ein Kraftwerk erforderlich sind, und können unseren Kunden dieses geballte Know-how als Full Supplier anbieten.

Bei der Windkraft liefern wir zum Beispiel Gehäuse, Getriebe, spezielle Stähle, und hier gehen die Überlegungen ja dahin, Windkraftanlagen offshore zu errichten, das heißt irgendwo draußen am Meer, weil dort die Winde konstanter und stärker sind. Das bedeutet: extrem hohe Beanspruchungen bei so einem 180 Meter hohen Turm und schwierige Wartung – man braucht also Stähle, die entsprechend belastbar und fest sind und die wenig Wartung erfordern. Die Anforderungen sind gewaltig, und hier arbeiten wir intensiv daran.

Das zweite Thema: Solarenenergie. hier liefern wir schon etwa Komponenten für die Solarthermie, für Solarkraftwerke, und hier sehen wir uns an, welche neuen Möglichkeiten es in diesem Bereich gibt.

 

Stichwort: Innovation und Krise…

Ich glaube, dass man gerade in einer Krise nicht den Kopf in den Sand stecken soll. Sie bietet auch große Chancen, weil sich die Veränderungsgeschwindigkeit erhöht hat und auch der Druck auf Innovationen steigt.

Wir sind ja wirklich in sehr, sehr vielen Gebieten jetzt schon den entscheidenden Schritt voraus, und das ist auch gut so. Gerade in Krisenzeiten, in denen alle kämpfen müssen, ist es für uns natürlich ein großer Vorteil, Produkte anzubieten, bei denen man nicht so einfach ersetzbar ist, einen Tick besser oder sogar einzigartig ist, weil das einfach kein anderer kann. – Das ist einfach eine angenehme Position.